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[Liedermacher] Heckel & Steglitz - Gleismusik (2017) - Druckversion

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[Liedermacher] Heckel & Steglitz - Gleismusik (2017) - Tommy2Rock - 01.10.2017

[Bild: gleismusik.jpg]


Tracklist:
01. Rendezvous am Bahnsteig
02. Weltenwanderer
03. Lieber im Bett geblieben
04. Willkommenskultur
05. Weiße Rosen
06. Mainstream oder genial
07. Kleinstädtischer Sommer
08. Farbwiedergabe
09. Gleis 4
10. Komm, gib mir deine Hand


Stefan Gliwitzki, Frontmann der Formation „Tone Fish“, und Max Heckel, Kopf der Band „Nobody Knows“, haben sich für ein solistisches Projekt in Duo-Form zusammengefunden. Mit ihrer CD „Gleismusik“ legen sie ein Debüt in zehn Titeln vor, bei dem sich die Liedermacher im steten Wechsel gegenseitig begleiten. Zu hören sind Alltäglichkeiten, die am Bahnsteig oder andernorts stattfinden, Kritikwürdiges von überall, aber auch Ironisches, das keinen Ortes bedarf. Unter dem Namen „Heckel & Stegliz“ präsentieren beide Musiker ungehörte Songs mit Gitarren, Mandoline, Geige und zweistimmigen Gesang. Die Kunst Wichtiges und Unwichtiges mit Wenigem Ausdruck zu verleihen, fokussiert die Musikalität zum Medium, Gehalte zu transportieren. Zwischen Fern- und Heimweh – eine Hommage an die Schönheit des Alltäglichen. (Quelle: Prosodia)


Heckel & Steglitz sind:
Stefan Gliwitzki: Gesang & Gitarre
Max Heckel: Gesang, Gitarre, Mandoline & Violine
sowie
B. Brudzge: E-Bass, Keys & Cajon


Max Heckel und Stefan Gliwitzki vereinen ihr musikalisches Schaffen, zu einem nicht alltäglichem Gesamtwerk. Entgegen des Mainstreams bietet "Gleismusik" eine Mischung aus Humor und sozialkritischen Tönen. Der stetige Wechsel im Gesang und die passende Untermalung durch die Instrumente lässt ein sehr abwechslungsreiches Klangbild entstehen, dass den Hörer bis zum Ende begeistert kann. Thematisch kann man sich in vielen Situationen hineinversetzen, wer wäre nicht selbst schon "Lieber im Bett geblieben" oder kennt nicht die "Willkommenskultur" aus der eigenen Nachbarschaft. Durch das Songwriting ist dieses Album aber nicht für jeden geeignet, denn es wurde nicht darauf geachtet ein Album zu erschaffen das sich den Massen anbietet. Vielmehr ist "Gleismusik" ein persönliches Album mit vielen Feinheiten und einem Stil, der an vielen Stellen an Größen wie Hannes Wader und Reinhard Mey erinnert, ohne diese kopieren zu wollen. 

Mein Fazit: Es ist immer wieder faszinierend, wie vielseitig sich ein Künstler wie Max Heckel präsentieren kann. Obwohl man gerade seine Stimme bei vielen Projekten hört, klingt "Gleismusik" erneut überraschend anders. Dies gilt auch für Stefan Gliwitzki, der sich hier ebenfalls sehr persönlich zeigt und beweist, dass er sich in keine Schublade stecken lässt. Die Lieder sind abwechslungsreich und immer genau an die entsprechende Stimme angepasst. Die Mischung aus langsamen und schnellen Nummern ist genau richtig gewählt, so dass die Aufmerksamkeit des Hörers nicht abschweifen kann. Wer ein moderndes Liedermacher Album sucht, dass sich gleichzeitig nicht scheut auch mal klassisch geschriebene Lieder anzubieten, kommt an "Gleismusik" nicht vorbei. Meine Anspieltipps sind "Willkommenskultur", "Lieber im Bett geblieben" und "Weltenwanderer". 


[Bild: bewertung4_5.png]