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[Alternative] Joachim Witt - Rübezahl (VÖ: 23.03.) - Druckversion

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[Alternative] Joachim Witt - Rübezahl (VÖ: 23.03.) - Tommy2Rock - 09.03.2018

[Bild: ruebezahl.jpg]


Tracklist:
01. Herr der Berge
02. Ich will leben
03. mon
04. Goldrausch
05. Mein Diamant
06. Wofür Du stehst
07. Quo Vadis (feat. U96)
08. 1000 Seelen
09. Eis und Schnee
10. Agonie
11. Wenn der Winter kommt
12. Leben und Tod
13. Wiedersehen Woanders
14. Jeanny, Pt. 1 (feat. MajorVoice) [Bonustrack der digitalen Version]


Viele Male erfand Joachim Witt sich bereits neu und gestaltet immer am Nerv der Zeit maßgeblich deutsche Musikgeschichte. Er stellte sich schon immer, manchmal provokativ, seinen Kritikern und scheute vor Politik- und Gesellschaftskritik nie zurück. Zeitlos sind seine Hits "Der Goldene Reiter", der den ausufernden Kapitalismus mit seinem Wahnsinn in dieser Welt beschreibt und "Die Flut" , der das Streben nach einem besseren Leben auf unserer Erde darstellt. 16 Alben veröffentlichte Witt seit 1980. Beginnend mit Silberblick, welches auch "Der Goldene Reiter" beinhaltet, über das 1998 erschienene Comeback-Erfolgsalbum Bayreuth I, das Platin-Status erreichte, bis "DOM" in 2012 mit der Singleauskopplung "Gloria" und dem kontrovers diskutierten Video dazu. Eine besonders enge Verbindung zu seinen Fans baute Witt über seine letzten Alben ICH und THRON auf, die er durch eine Crowdfunding-Kampagne realisiert hat, um unabhängig von Dritten an seinen musikalischen Visionen arbeiten zu können. So entstand nun auch das neueste Werk des Ausnahmekünstlers: "Rübezahl". Melancholisch, magisch und dunkel. In Zusammenarbeit mit Lord Of The Lost-Mastermind Chris Harms als Produzent entsteht das bisher düsterste Album in Witts gesamter Diskographie.


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Erneut hat Joachim Witt ein Projekt erfolgreich durch seine Fans finanzieren können. Das Ergebnis zeigt sich in Form von "Rübezahl", ein Album das erneut beweist wie vielseitig und offen er für kreative Ideen ist, denn "Rübezahl" ist nicht sein Alleinverdienst. Die Zusammenarbeit mit Chris Harms im Studio ist dem Album deutlich anzuhören. Dies bedeutet aber nicht das einer von Beiden den Anderen ausgebremst hätte. Vielmehr ist hier eine musikalische Symbiose entstanden, die alle Stärken hervorhebt und wirklich etwas Neues erschaffen hat. "Rübezahl" klingt düster, überzeugt durch sehr eingänge Melodien und ist dabei alles andere als Mainstream. Joachim Witt weiß seine Stimme sehr geschickt einzusetzen und gibt damit jedem Lied sein eigenes Gefühl und untermalt dessen Geschichte perfekt. Wie unterschiedlich er klingen kann, zeigt er unter anderem bei "Dämon" und auch "Ich will leben". Das Album in ein bestimmtes Genre zu stecken ist dabei kaum möglich, denn Gothic-Rock wechselt sich mit elektronischen Klängen ab und auch Element der Neuen Deutschen Härte sind rauszuhören. Doch gerade dies macht den Reiz des Albums aus, da Joachim Witt sich in keine Schublade stecken lässt.

Mein Fazit: Wenn zwei Meister ihres Fachs zusammenarbeiten, dann muss man großes erwarten dürfen. Dabei steht in diesem Fall die Zusammenarbeit im Mittelpunkt, denn keiner der Beiden hat seinen Stil zwanghaft durchgeboxt. Jedes Lied hat seine Berechtigung und Lückenfüller gibt es es nicht. Das die Coverversion des Falco Hits "Jeanny, Pt. 1" in der digitalen Version als Bonustrack dabei ist, wird viele Fans ebenfalls erfreuen. Die künstlerische Freiheit, die Joachim Witt sich durch die Finanzierung durch Pledemusic.com leisten kann, erweist sich erneut als die richtige Wahl. Obwohl der düstere Gothic-Sound im Vordergrund steht, bedient sich Joachim Witt auch an genreübergreifenden Elementen, die sehr viel Abwechslung in die Lieder bringen. Hier Anspieltipps zu geben ist fast nicht möglich. Deshalb empfehle ich die Wunschbox in meinen Sendungen, um vorab gezielt reinhören zu können oder das Album noch vorzubestellen, damit man es am Erscheinungsdatum in voller Länge genießen kann.


[Bild: bewertung5.png]