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[Mittelalter/Folk/Rock] Veytstanz - Des Tanzes zweiter Akt (VÖ: 15.12.2018) - Druckversion

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[Mittelalter/Folk/Rock] Veytstanz - Des Tanzes zweiter Akt (VÖ: 15.12.2018) - Tommy2Rock - 11.12.2018

[Bild: veytstanz.jpg]



Tracklist:
01. Vestigium
02. Zechpreller
03. Ich tanze also bin Ich
04. Entkommen
05. Zwischenwelt
06. Mons Regis
07. Sohn der See
08. König der Mauern
09. Lichterwurm
10. Nachtalbentanz
11. Gnork


Veytstanz stehen für eine Kombination aus mittelalterlichen Instrumenten und harten Rockelementen. Treibende Drums, harte Gitarrenriffs und ein brilliant gespielter Bass duellieren sich mit mitreißenden und schönen Melodien, gespielt von Dudelsäcken, Drehleyer, Whistles, Streichpsalter und Nyckelharpa. Ab 2018 gehen Veytstanz nun mit brandneuem Konzept und einer ausgefeilten Rockshow auf die Bühne. Dabei wird das Image einer mittelalterlichen Marktband abgelegt. Die deutlich "härteren" Songs und die energiegeladene Show werden durch den neuen Mann an der Front,  Steve Löwe, bestens verkörpert und gelebt. Das Veytstanz das neue Konzept ernst nehmen, beweist die Band damit, dass sie sich zu jedem Lied Gedanken gemacht haben, die ihr hier nachlesen könnt. Neben Festivals spielen Veytstanz auch weiterhin Mittelaltermärkte, sofern diese größere Bühnen mit der Möglichkeit der Verstärkung bieten. Auch für  private Feste und Feiern steht die Band zur Verfügung. (Quelle: Veytstanz)


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Veytstanz sind:
Steve Löwe: Gesang
Runa Skaldasang: Sackpfeifen, Drehleier & Rauschpfeifen
Carsten: E-Bass
Oddbjørn von Tiefental: Gitarre
Glöckchen: Sackpfeifen & Whistles
Eric Vargson: Schlagzeug & Perkussion
Youna: Sackpfeifen, Whistles & Nyckelharpa


Wer Veytstanz schon länger kennt und auch das Debütalbum "Ignis Sacer" gehört hat, wird schon im Intro merken, dass sich viel verändert hat. "Des Tanzes zweiter Akt" legt den traditionellen Klang ab und zeigt die Band in einem neuen und rockigen Gewand. Dieses steht Veytstanz allerdings sehr gut, denn das Album bringt frischen Wind in die Szene und verpasst dem Hörer nicht nur einen Ohrwurm. Fans von mittelalterlichen Klängen müssen aber keine Angst haben das Sackpfeifen und Co. verschwunden sind. Auch wenn gerade die E-Gitarrenklänge sehr dominant sind, bleibt doch kein Instrument auf der Strecke. Die Spielfreude der Band ist deutlich hörbar und das sorgt auch für gute Laune beim Hörer. Ruhigere Töne gibt es zwar auch hier und da, doch allgemein ist "Des Tanzes zweiter Akt" ein Album zum mitrocken und abfeiern. Der Stil der Band ist am Besten zwischen Mittelalter- und Folkrock einzuordnen, auch wenn die Gitarrenriffs durchaus auch Metal- und Punkelemente hören lassen. Dies sorgt für reichlich Abwechslung, die sich auch im Gesang wiederfindet. Wer nicht von großen Namen abhängig ist und die Entwicklung und den Aufstieg einer jungen Band miterleben möchte, wird an Veytstanz viel Freude haben. Technisch gibt es zwar hörbare Ecken und Kanten, die für einen leichten Punkteabzug sorgen, trotzdem hört man das Potential der Band heraus und der Hörspaß wird auch nur leicht dadurch abgebremst. Das Album macht auf jedenfall Lust auf mehr und man darf gespannt sein, was die Zukunft noch für Veytstanz bereit hält.

Mein Fazit: Wenn man als junge Band die Mittelalterszene erobern möchte, hat man oft damit zu kämpfen, dass ein "die klingen ja wie..." ertönt und man sofort in eine bestimme Richtung gedrückt wird. Bei Veytstanz wird dieser Ruf schnell verstummen, denn der Sound der Band klingt frisch und Steve hat es als Sänger gar nicht nötig, irgendjemandem nachzueifern. "Des Tanzes zweiter Akt" startet mit "Vestigium" relativ ruhig und klingt zunächst sehr traditionell, zeigt zum Ende hin aber auch schon eine härtere Seite, die sich ab "Zechpreller" dann komplett entfaltet. Die Mischung aus E-Gitarre und E-Bass mit den traditionellen Instrumenten wie zum Beispiel Sackpfeifen und Nyckelharpa ist sehr gut und lädt sehr schnell zum tanzen ein. Steves Stimme hat einen hohen Wiedererkennungswert und wirkt in jedem Song authentisch. Etwas mehr Feingefühl hätte dem Mastering gut getan, denn zum einen hätte der Bass etwas mehr Druck vertragen können und der Gesang geht stellenweise etwas unter, wodurch man den Text zwischendurch nur schwer versteht. Da ist es gut, dass diese im Booklet zu finden sind. Das Artwork des Booklets wurde von Aurelio Lara entworfen und sorgt dafür, dass das Album auch optisch überzeugt. Für mich sind Veytstanz ein ungeschliffener Edelstein der Mittelalterszene, der nur darauf wartet, in seine wahre Form gebracht zu werden, damit er richtig erstrahlen kann. "Des Tanzes zweiter Akt" klopft deutlich an die Türen diverser Plattenfirmen an und es sollte nur eine Frage der Zeit sein, bis das Klopfen Gehör findet. Meine Anspieltipps sind "Zechpreller", "Ich tanze, also bin ich" und "Sohn der See". 

[Bild: bewertung4_5.png]