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[Irish Speedfolk] Fiddler's Green - HEYDAY (2019) - Druckversion

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[Irish Speedfolk] Fiddler's Green - HEYDAY (2019) - Tommy2Rock - 07.03.2019

[Bild: fghd.jpg]


Tracklist:
01. Prelude
02. The Freak Of Enniskillen
03. No Anthem
04. Limerick Style
05. Farewell
06. Born To Be A Rover
07. The Congress Reel
08. Sláinte
09. Better You Say No
10. Cheer Up
11. One Fine Day
12. John Kanaka
13. Heyday
14. Steady Flow
15. Together As One
Bonus CD der Deluxe Edition:
01. Blame It on Me (Punk Session)
02. The Mermaid (Punk Session)
03. Sláinte (Punk Session)
04. This Old Man (Punk Session)
05. Yindy (Punk Session)
07. I'm Here Because I'm Here (Punk Session)
08. Life (Bonus Track)


Seit fast 30 Jahren sind Fiddler's Green so etwas wie das gallische Dorf unter den einheimischen Rockbands. Ihre Form des Widerstands gegen die herrschenden musikalischen Konventionen? Als deutsche Band verrockte irische Musik spielen. Anfangs immer mal wieder belächelt, steht das Sextett heute besser da denn je und kann sich zu Recht als eine der erfolgreichsten Bands des Landes bezeichnen. Mit Alben wie "Devil's Dozen" oder "Winners & Boozers" ging es in diesem Jahrzehnt in die Top 10, die Hallen werden immer voller und größer, und aus dem seit 2009 selbst veranstalteten Shamrock Castle Festival ist inzwischen ein mehrtägiges Event geworden. "Wir waren immer sehr konsequent und haben unseren Stil nie verleugnet.", so Akkordeonspieler Stefan Klug. "Wir wollen uns aber nicht wiederholen, sondern unser Spektrum erweitern, verfeinern, ja perfektionieren." Das 14. Studioalbum Heyday unterstreicht diesen Anspruch lautstark. Mit Produzent Jörg Umbreit (In Extremo, Dritte Wahl) haben die Musiker 15 Songs festgehalten, die einerseits typisch nach Fiddler's Green, andererseits überraschend frisch klingen und mit teilweise ungewohnter, aber angenehmer Wucht daherkommen. Bei Titeln wie "Farewell" oder der ersten Single "No Anthem" hört man ganz klar die bandtypischen irischen Elemente heraus, allerdings ist der klangliche Rahmen modernisiert worden. (Pressetext)


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Tourdaten


Fiddler's Green sind:
Stefan Klug: Akkordeon & Bodhrán
Rainer Schulz: Bass
Pat Prziwara: Gesang, E-Gitarre, akustische Gitarre, Banjo & Mandoline
Ralf “Albi” Albers: Gesang, akustische Gitarre & Mandoline
Frank Jooss: Schlagzeug, Perkussion
Tobias Heindl: Geige & Gesang


"HEYDAY" ist schon das 14. Studioalbum von Fiddler's Green, eine Anzahl, bei der andere Bands mit Verschleiß und Ideenlosigkeit kämpfen. Nicht so Fiddler's Green, die voller Energie durch alle 15 Tracks folken und nur hier und da vom Gaspedal gehen, damit man als Hörer auch mal Zeit zum Durchatmen hat. Die von Fans geliebte Mischung aus eigenen Stücken der Band und einigen traditionellen Melodien ist auch hier wieder vorhanden und sehr gut gelungen. Selbst der zur Zeit unvermeidbare "Skye Boat Song" hat seinen Platz auf dem Album gefunden. Wo verrate ich an dieser Stelle aber nicht, da ich keinem Hörer etwas vom Album wegnehmen möchte. Zu finden gibt es nämlich ziemlich viel und richtige Spoiler mag niemand. Der Zeitpunkt der Veröffentlichung ist für die Kenner der Folkszene sehr gut gewählt, denn "HEYDAY" bietet einen passenden Soundtrack für den kurz bevorstehenden St. Patrick's Day. Lieder wie "Cheer up" und "Sláinte" bieten sich da besonders an. "No Anthem" ist ironischerweise genau die Hymne, die viele Fans auf das neue Album gehyped hat und vom Songwriting her am Stärksten heraus sticht. "One Fine Day" mit seinem reinen Folkrocksound hat dann jeden Skeptiker, der eine Veränderung im Stil der Band aus "No Anthem" heraus analysiert hat, beruhigt und begeistert. Die Veränderungen die da sind, wirken nicht erzwungen und sind organisch in der Entwicklung der Band entstanden, wodurch sie keinesfalls negative Auswirkungen auf die Musik haben. Positiv zu erwähnen ist auch die Arbeit der Tontechniker. Der Endmix hat ordentlich Druck in den Bässen, lässt aber immer genug Spielraum für die feineren Töne übrig, damit kein Ton auf dem Album verloren geht.  

Mein Fazit: Dass Fiddler's Green ihre Fans nicht enttäuschen, dürfte wohl niemanden überraschen. Mit "HEYDAY" steuern sie eindeutig die Charts an und das mit viel Spielfreude und reichlich Tempo. Die Singleauskopplungen "One Fine Day", "Cheer Up" und "No Anthem" sind sehr gut gewählt worden und zum Einstimmen auf "HEYDAY" bestens geeignet. Neben diesen drei Liedern gefallen mir "Better You Say No", "The Freak Of Enniskillen" und "John Kanaka" am besten, wobei ich keines der übrigen Lieder als schwächer oder schlechter bezeichnen möchte. Ein kleiner Minuspunkt ist die angekündigte Anzahl von 15 neuen Liedern, denn das Prelude mit unter 30 Sekunden Länge kann kaum als eigenständiges Lied gezählt werden. Fakt ist  aber, dass  das Album einfach Spaß macht und nicht nur Fans begeistern wird.

[Bild: bewertung4_5.png]