16: H. G. Francis - Ungeheuer aus der Tiefe
#1
[Bild: gs16.jpg]


Hörspiel von H. G. Francis
Regie: Heikedine Körting
CD mit ca. 36 Minuten Laufzeit


Überall auf der Welt wird Atommüll in den Ozeanen versenkt. Offenbar glaubt man, dass er in den Tiefen keinen Schaden anrichten kann. Doch auch auf dem tiefsten Grunde der Meere gibt es Leben. Es verändert sich unter dem Einfluss der Strahlung, und wenn es an die Oberfläche drängt, verbreitet es Angst, Tod und Schrecken...


Sprecher: 
Pea Werfel: Julia
Peter Lakenmacher: Peer
Michael Hark: Karl
Barbara Fenner: Ella
Andreas von der Meden: Arno
Susanne Beck: Inge
Gernot Endemann: Ulf
Rebecca Völz: Karin
Joachim Wolff: Karmelo Bekavac
Günther Ungeheuer: Erzähler


Warnung: Dieser Absatz der Rezension enthält Spoiler! - Im Mittelmeer beobachten zwei Umweltschützer auf einem kleinen Segelschiff, wie von einem Schiff aus Fässer mit radioaktiven Abfall ins Meer geworfen werden. Die Fotos, die als Beweis dienen sollen, können aber nicht mehr an Land gebracht werden, da ein haiähnliches Wesen das Segelschiff angreift, zerstört und die beiden Segler dabei tötet. Einige Zeit später kommt eine Gruppe Urlauber, bestehend aus drei Ehepaaren und dem Skipper des Bootes, an der Stelle vorbei und findet nur noch Trümmer und die Kamera, die sich an einem Trümmerteil verfangen hatte. Man ist sich einig, dass man die Polizei informieren soll, denkt aber nicht weiter darüber nach und möchte endlich auf die private Insel weiterfahren, wo die Ferienhäuser stehen. Auf der Insel werden sie vom Verwalter der Häuser und seiner Frau schon erwartet. Am Abend wird gegrillt und ein stabiler Tisch bricht plötzlich zusammen, während vom offenem Meer aus unheimliche Schreie zu hören sind. Der Tisch wird wieder aufgebaut und man vergisst die Schreie beim gemütlichen Grillen. Karin entdeckt dabei die Kamera aus dem zerstörten Boot und da es eine Sofortbildkamera ist, schaut sich die Gruppe das letzte Bild gemeinsam an. Dort ist ein Monster zu sehen, das eine Mischung aus Kraken und Hai ist. Die Gruppe ist sich einig, hier wurde eine Trickaufnahme gemacht und man interessiert sich nicht weiter für das Foto. Plötzlich beschließt Karin mitten in der Nacht schwimmen zu gehen und verschwindet danach trotz langer Suche spurlos im Meer. Als sie die Suche im Dunkeln abbrechen, rutscht Ulf auf einer riesigen Schleimspur aus, die sich niemand erklären kann. Durch den Kontakt mit dem Schleim, spricht Ulf plötzlich eine Drohung aus, die nicht vom ihm selbst kommt. Das Seeungeheuer ist real und kontrolliert ihn telepathisch aus der Ferne. Am nächsten Morgen umgibt dichter Nebel die Insel und das Monster zerstört das Boot des Verwalters, wodurch es verhindert, dass seine Opfer die Insel sicher verlassen können, da nur noch ein kleines Schlauchboot da ist, auf dem nur zwei Personen flüchten können. Ulf, Karins Ehemann, hat die ganze Nacht am Strand verbracht und Ausschau nach seiner Frau gehalten. Als Arno sich nähert, sieht Ulf eine Bewegung am Strand und noch bevor Arno etwas unternehmen kann, rennt Ulf in einen der Fangarme des Monsters und wird ins Meer gezogen. Nach Ulfs Tod treffen sich die übrigen Überlebenden und bemerken das Schiff, das erneut Fässer ins Meer wirft. Man kommt zum Schluss, dass die Strahlung des radioaktiven Abfalls in den Fässern die Ursache für die Existenz des Monsters ist. Trotz ihrer Hilferufe dreht das Schiff ab und das Monster brüllt triumphierend im Meer. Die Gruppe schließt sich im Haus des Verwalters ein und wird vom Monster angegriffen, das mit einem Fangarm durch ein Fenster eindringt. Arno schlägt mit einer Axt auf den Fangarm ein, während Ella, vom Monster kontrolliert, schwimmen gehen will. Als Arno den Fangarm abtrennen kann, zieht sich das Monster zurück. Mit seinen telepathischen Kräften versucht es die Gruppen gegeneinander aufzubringen und sie so aus dem Haus zu zwingen, was allerdings missglückt. Bei den weiteren Überlegungen kommt Arno auf die Idee, das Monster mit Pflanzenschutzmitteln, die der Verwalter in einem Eimer aufbewahrt, zu töten. Mit einem Seil gesichert, rennt Arno nach draußen und stellt sich dem Monster entgegen, wobei er den Eimer ins Maul des Monsters wirft. In letzter Sekunde kann Arno wieder ins Haus gezogen werden. Das Monster zieht sich ins Meer zurück und der Nebel löst sich auf. Am Strand entdecken Karl und der Verwalter später den leblosen Körper des Monsters, doch auch mit dieser gebannten Gefahr bleibt doch die Angst vor neuen Mutationen.

Mein Fazit: Thematisch ist das Hörspiel immer noch am Puls der Zeit, wenn man zum Beispiel bedenkt, wie viel atomares Material nach dem GAU in Fukushima ins Meer gelangt ist. Die Langzeitfolgen sind immer noch nicht absehbar. Genetische Veränderungen durch Strahlung sind keine Fiktion, sondern grausame Realität, wenn auch bisher in anderer Form, als es in solchen Geschichten der Fall ist. Das Monster ist hier eine Mischung aus Hai und Kraken, wenn man so mag eine frühe Form des Sharktopus, der 2010 als Filmmonster zum Leben erweckt worden ist. Die Art und Weise wie es angreift und agiert, sorgt für Spannung und Schrecken. Im Gegensatz zur Monsterspinne aus Folge 9, tötet es gnadenlos und das trotz erhöhter Intelligenz und geistiger Fähigkeiten. Die Intelligenz der Urlauber ist allerdings in Frage zu stellen. Bei der Gleichgültigkeit und Ignoranz, die am Anfang der Geschichte das Verhalten beherrschen, ist es schon ein Wunder, dass überhaupt jemand überlebt. Ein versunkenes Boot - sie denken nicht drüber nach. Ein Fotobeweis, dass es das Monster gibt - ist bestimmt eine Fälschung und man denkt nicht weiter drüber nach. Immerhin löst sich dieses Verhalten nach einer Weile auf und der Überlebensinstinkt tritt in den Vordergrund. Auch die Ursache des Problems wird dabei entdeckt. Immerhin geben sich die Sprecher alle Mühe, eine glaubhafte Atmosphäre zu erschaffen und so werden die Schwächen des Drehbuchs an vielen Stellen ausgeglichen. Insgesamt ist das "Ungeheuer aus der Tiefe" ein gutes Hörspiel, das auch heute noch überzeugen kann und sogar einige Produktionen der letzten Jahre, die sich mit Haien und Seeungeheuern beschäftigen, weit hinter sich lässt.


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