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  [Folkrock / Mittelalterrock] Lautenfeyn - Verdammt und vergessen (2026)
Geschrieben von: Tommy2Rock - 12.03.2026, 20:05 - Forum: Musik - Keine Antworten

[Bild: lautenfeynvuv.png]


Release: 06. März 2026
Label: Magic Mile Music
Laufzeit: ca. 25 Minuten


Tracklist:
01. Sors Libertalis
02. Das fahrende Volk
03. Vogelfrey
04. Verdammt und vergessen
05. Stille Weis Lieder
06. Kettenbrecher
07. Excalibur


Lautenfeyn verbinden die rohe Wucht von E-Gitarre, Bass und Drums mit den archaischen Klängen von Cello und Drehleier. Drei Sänger*innen verleihen dem Sound besondere Tiefe und sorgen für kraftvolle Mehrstimmigkeit sowie wechselnde Klangfarben. So entsteht unverwechselbarer, deutschsprachiger Folk-Metal zwischen ausgelassener Partystimmung und epischen Momenten voller Freiheitsdrang – mal dreckig und direkt, mal episch und getragen. (Quelle: Pressetext)


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Lautenfeyn sind:
Weißbart zu Lautenfeyn alias Oliver Oppermann: Gesang, Gitarren & Irish Bouzouki
Saskia Schrand: Gesang, Cello, Drehleier, Klavier & Blockflöte
Angelique Roehse: Gesang, Bass & Gitarre
Julius Rinke: Schlagzeug


Obwohl Lautenfeyn erst 2024 gegründet wurde, konnte die junge Band bereits 2025 auf sich aufmerksam machen. Mit ersten Singles und Auftritten beim Sternenklang Festival, sowie dem Mittelalterlich Phantasie Spectaculum konnten sie schon viele Fanherzen erobern. Lautenfeyns Stil ist eine Mischung aus Folk- und Mittelalterrock und durch den mehrstimmigen Gesang der drei Sänger*innen hat der Sound der Band auch noch einen hohen Wiedererkennungswert. Mit "Verdammt und vergessen" ist nun das erste Album der Band erschienen, mit dem sie ihren Platz in der deutschen Musikszene festigen wollen. Mit "Sors Libertalis" gibt es einen sehr stimmungsvollen instrumentalen Einstieg ins Album. Obwohl das Stück recht kurz ist, hört man dennoch sehr gut, wie verspielt und detailreich Lautenfeyn ihre Lieder arrangieren. "Das fahrende Volk" bestätigt diesen ersten Eindruck und durch den wunderschönen und sehr harmonischen Gesang hört man der Geschichte des Liedes gespannt zu. Während "Das fahrende Volk" sich recht ruhig präsentiert, setzt "Vogelfrey" mehr Energie frei und gibt im Chorus ordentlich Gas. Während E-Gitarre und Drums ein ordentliches Brett an Härte und Tempo vorlegen, verzaubert Saskia die Hörer*innen mit ihrer Drehleier. Weißbarts Stimme passt perfekt zur Geschichte des Liedes und er bringt das Gefühl gehetzt zu werden sehr authentisch rüber und Saskias und Angeliques Chorgesang sorgt für eine angenehme Gänsehaut. Bei "Verdammt und vergessen" finde ich es fast schade, dass die Tavernenatmosphäre nur am Anfang zu hören ist. Durch das akustische Gewand des Titelliedes kann ich mir sehr gut vorstellen, in einer Taverne zu sitzen und der Band live zuzuhören. Der Chorus lädt zum Mitsingen ein, die Drehleier klingt erneut wunderschön und das großartige Gitarrensolo soll hier auch nicht unerwähnt bleiben.


[Bild: bandfotolautenfeyn.jpg]


"Stille Weis Lieder" beginnt mit einem traumhaften Intro. Bei den Klängen der Gitarre und des Cellos schließt man automatisch die Augen und Saskias Stimme fügt sich perfekt in dieses Klangbild ein. Da kommt der Wechsel zum Chorus, der von E-Gitarren und harten Drums getragen wird, ziemlich überraschend. Was im ersten Moment wie ein merkwürdiger Stilbruch wirkt, verleiht dem Lied jedoch mehr Tiefe und hilft dabei, die Emotionen der Protagonisten zu betonen. Das E-Gitarrensolo klingt auch hier wieder genial und über den Gesang kann ich nichts mehr schreiben, was ich nicht schon erwähnt hätte. Zum Schluss wird es dann wieder ruhiger, wodurch sich der Kreis innerhalb des Liedes schließt. Danach ist es dann allerdings erstmal vorbei mit Ruhe, denn mit "Kettenbrecher" folgt das härteste Lied des Albums. Hier ist auch zum ersten Mal das Gefühl vorhanden, dass man schon beim Songwriting das Publikum vor Augen hatte, denn die lauten "Hey" Rufe sind eindeutig eine Aufforderung selbst laut zu werden. Vom Aufbau her wirkt "Kettenbrecher" gerade im Vergleich zu "Stille weis Lieder" recht einfach und das Ende kommt abrupt. Wer Lust hat beim Hören von Lautenfeyn überschüssige Energie loszuwerden, braucht das Lied nur laut aufzudrehen und mitzusingen. Melodisch geht es dann mit "Excalibur" dem Ende entgegen. Wie der Namen schon verrät, geht es um die Artussage und dem legendären Schwert, das ihn zum König gemacht hat. Lautenfeyn erzählen die Geschichte mit viel Gefühl und erneut sehr fesselnd. Damit beenden sie ihr Debütalbum mit einer Hymne, die noch lange im Ohr bleibt.

"Verdammt und vergessen" besteht natürlich nicht nur aus der Musik, denn das Album überzeugt auch durch sein Artwork und Design des Booklets und des Digipacks. Mit stimmungsvollen Fotos der Band und der einzelnen Bandmitglieder und allen Liedtexten lohnt sich der Kauf einer CD auf jeden Fall. Dies erledigt man am besten beim Besuch eines Konzertes, wodurch man die Band auch gleich live erleben kann. Doch auch aus dem Studio klingen Lautenfeyn sehr gut. Sowohl bei den Aufnahmen im Magic Mile Studio, wie auch beim Abmischen und Mastering im Institut für Wohlklangsforschung, wurde großartige Arbeit geleistet. 

Mein Fazit: Wenn es stimmt, dass der erste Eindruck zählt, dann haben Lautenfeyn mit ihrem Debütalbum alles richtig gemacht. "Verdammt und vergessen" ist zwar mit sieben Liedern recht kurz, dafür gibt es aber auch keine unnötigen Lückenfüller, die den Gesamteindruck schwächen könnten. Die Stimmen klingen hervorragend und je nach Hauptstimme bekommen die Lieder jeweils ein ganz eigenes Gefühl und wenn Lautenfeyn als Chor singen, klingt die Harmonie der Stimmen wunderschön. Das Arragement der Lieder ist abwechslungsreich und man hört die Spielfreude beim Einspielen aus den Aufnahmen heraus. Aus diesem Grund hätte "Sors Libertalis" für mich auch ruhig länger sein dürfen. Eine weitere Stärke des Albums ist die Tatsache, dass die Lieder vom Alltag ablenken und den Hörer*innen die Chance geben, in den Geschichten einzutauchen, ohne an unangenehme Themen erinnert zu werden. Beim Durchhören musste ich mehrfach an die ersten beiden Alben von Ignis Fatuu denken und Fans dieser Alben sollten sich die Lieder von Lautenfeyn auf jeden Fall mal anhören. Ich verzichte hier aufgrund der Anzahl der Lieder auf Anspieltipps, da man sich das Album problemlos in voller Länge anhören kann. "Verdammt und vergessen" macht Lust auf mehr und ich bin mir sicher, dass Lautenfeyn mit ihrem Debütalbum viele Hörer*innen überzeugen und Fans dazugewinnen werden.


[Bild: bewertung4_5.png]

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  März 2026
Geschrieben von: Tommy2Rock - 06.03.2026, 15:20 - Forum: Durchgehört Charts Vorschläge - Antworten (7)

Hallo Freunde,

die dritte Runde der Hörercharts für 2026 steht an und auch da brauche ich eure Vorschläge. Sobald die 60 Bands erreicht sind wird das Voting gestartet, spätestens aber am Sonntag nach 12 Uhr. 

Aufgrund der begrenzten Plätze zählt wie immer die Reihenfolge der Vorschläge, solange sie den Regeln entsprechen - also nicht zu lange warten mit euren Ideen.

Hier die Regeln für Vorschläge:

- Jeder User darf einmalig im Monat von maximal 5 verschiedenen Bands je einen Song vorschlagen. IPs und Sessions werden gespeichert und wer mehr als einmal postet,  findet seine Vorschläge nicht in den Charts.

-Jede Band wird nur einmal ins Voting aufgenommen, Ausnahme sind Features bei anderen Bands, deshalb macht es keinen Sinn mehrere Lieder der gleichen Band vorzuschlagen.

- Wenn mehrere Hörer verschiedene Lieder einer Band vorschlagen, entscheiden wir welches genommen wird.

- Da es sich um Hörercharts handelt sind Vorschläge von MusikerInnen, die sich selbst vorschlagen nur in den Charts zu finden, wenn noch Plätze frei sind.

- Die Vorschläge sind in folgender Weise zu machen: Band - Song (Beispiel: dArtagnan - Griechischer Wein). Sollte der Vorschlag nicht erkennbar sein, zum Beispiel weil einfach ein Textausschnitt als Titel angegeben wird, wird er ignoriert.

- Die Songs müssen bereits im Programm von Durchgehört gespielt werden, da die Charts das Beste aus den Streams repräsentieren sollen. Falls euch etwas im Programm fehlt, könnt ihr dies über die Wunschbox ins Programm einbringen, solange die Bands nicht auf der internen Sperrliste stehen.

- Songs, die es nur als Youtube Video gibt, exklusiv zu einem Streamingdienst gehören (z.B.: Spotify singles) usw. werden nicht ins Voting aufgenommen.

- Wird für eine Band kein neuer Song vorgeschlagen, kann die Songauswahl für das anstehende Voting von Durchgehört getroffen werden und kann im Folgemonat wieder durch Vorschläge verändert werden.

- KI generierte Lieder werden nicht für die Charts aufgestellt.

Sollten Vorschläge nicht aufgenommen werden, waren sie entweder gegen die genannten Regeln, es sind von der gleichen Band auch andere Lieder genannt worden, die Liste war schon voll oder sie sind von Durchgehört als unpassend eingestuft worden (FSK Freigabe, politisch nicht vertretbar usw.).

Die Bands der letzten Charts und auch die nicht veränderbaren Neuvorstellungen findet ihr > Hier <

Also ran an die Tasten und neue Vorschläge machen.

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  [Fantasy-Folk] Kaspar und die Anderen - Einhörner sind fabelhaft (2026)
Geschrieben von: Tommy2Rock - 05.03.2026, 17:16 - Forum: Musik - Keine Antworten

[Bild: kudaesf.png]


Release: 31. Januar 2026
Label: Eigenvertrieb
Laufzeit: ca. 69 Minuten


Tracklist:
01. Wenn ich schonmal hier bin
02. Vorspiel
03. Wir sind die Musik
04. Böse Menschen
05. Wiedergänger Liedersänger
06. Werwölfe vom Düsterwald
07. Blatt im Wind
08. Lindenbaum
09. Vergeigt
10. Einhörner sind fabelhaft
11. Spielmann, spiel!
12. Zieh mit dem Wind
13. Kennst Du den Moment


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Kaspar und die Anderen sind:
Kaspar: Gesang, Gitarre & Komposition
Fendar: Bass, Gitarre & Gesang
Pathos: Schlagwerk & Gesang
Hinz: Violine & Gesang
Isol: Flöte, Harfe & Gesang
Johann: Add. Schlagwerk


Kaspar und die Anderen sind seit über 10 Jahren auf Mittelaltermärken und LARP Events unterwegs und begeistern mit ihrer Musik, die sie selbst als fantastischen Folk bezeichnen. Selbstgeschriebene Texte mit viel Charme und Humor sind ebenso ihr Markenzeichen, wie vielfältige und kreative Arrangements der Lieder. Dabei sind die Anderen immer wieder andere Musiker'innen, die je nach Auftritt und Anlass die Band ergänzen. Für die Liveaufnahme waren Fendar, Pathos, Hinz, Isol und Johann als die Anderen dabei. "Einhörner sind fabelhaft" ist das erste Album als Band. Live aufgenommen wurde es am 22. März 2025  vor eingeladenem Publikum, das sich vorher zu diesem Termin anmelden konnte.

Die Liveaufnahme beginnt mit "Wenn ich schon mal hier bin", in dem Kaspar zufällig an einem alten Gasthaus ankommt und diese Gelegenheit direkt nutzt, um ein wenig Musik zu machen. Das alte Gasthaus ist "links begrünt und ein klein wenig versifft", was es für mich direkt sympathisch macht, da ich selbst auch schon so beschrieben worden bin. Die ausgezeichnete Qualität der Aufnahme ist von Anfang an zu hören. Gesang und Instrumente sind wunderbar abgemischt, wodurch auch recht leise Details trotzdem zu hören sind. Wären die Ansagen und das Publikum nicht vorhanden, könnte man es auch für eine Studioaufnahme halten. Diesen Punkt schreibe ich jetzt, damit ich es nicht bei jedem Lied wiederholen muss. Im "Vorspiel" beweisen Kaspar und die Anderen, dass sie über sich selbst lachen können und stellen sich dabei noch dem Publikum vor. Auch wenn das "Vorspiel" sehr kurz ist, geht die Melodie trotzdem direkt ins Ohr und macht Lust auf mehr. "Wir sind die Musik" erzählt davon, dass Kaspar und die Anderen eigentlich keine Helden sind, sondern aus ganzem Herzen Spielleute, die ihre Musik und das Leben als Musiker'in lieben. Dennoch treten sie tapfer vor einen Drachen, um eine Prinzessin zu retten und spielen ihm ihre Lieder vor. An dieser sehr tanzbaren Nummer dürfte nicht nur der Drache seine Freude haben, denn still sitzen bleiben geht dabei nicht. Etwas ruhiger und ernster wird es bei "Böse Menschen", bei dem der bekannte Spruch "Böse Menschen kennen keine Lieder" auf die Probe gestellt wird. Während die ersten beiden Begegnungen mit singenden Menschen gut ausgehen, beweist die dritte Begegnung, dass auch böse Menschen Lieder kennen. Eine Tatsache, die man zur Zeit leider auf diversen Musikplattformen beobachten kann, auf denen fast täglich KI-generierte Lieder mit rechten und menschenverachtenden Texten hochgeladen werden. Von bösen Menschen wechseln Kaspar und die Anderen zu untoten Menschen oder besser gesagt einem "Wiedergänger Liedersänger". Aus der Not heraus, keine Musik in der Taverne zu haben, wird unter dem Einfluss von Alkohol beschlossen, dass man doch einen Barden exhumieren und wiederbeleben könnte, der dann dauerhaft für Unterhaltung sorgen kann. Dass dabei auch ein Hauch von Gefahr (und Tod) in der Luft liegt, dürfte nicht überraschen, und wenn man mal einen neuen "Wiedergänger Liedersänger" brauchen sollte, holt man eben einen neuen aus seinem Grab. "Wiedergänger Liedersänger" ist so wunderbar vollgepackt mit Wortspielen, dass man dieses Gutelaunelied allein deswegen schon mehrfach hören muss. Dass der Chorus ein sehr starkes Potenzial hat, euer nächster Ohrwurm zu werden, verstärkt den Wunsch es wiederholt zu hören enorm. Nachdem nun Zombies besungen worden sind, geht es im nächsten Stück um die "Werwölfe vom Düsterwald". Im Prinzip wird einfach nur eine Runde des fast gleichnamigen Spiels besungen, bei dem die Dorfbewohner von Düsterwald die Werwölfe enttarnen wollen, während diese die Dorfbewohner umbringen möchten. Laut Anmerkung im Booklet, von denen es viele gibt und die man selbst lesen sollte, basiert die Geschichte übrigens auf Kaspars Leben. "Werwölfe vom Düsterwald" ist ein flotter Song, der besonders bei Fans des Spiels ein Grinsen ins Gesicht verursachen wird. Ein kleiner Kritikpunkt muss an dieser Stelle aber genannt werden, denn die Stimme der Seherin im Lied ist leider sehr leise aufgenommen worden. Dadurch musste ich mir die Stelle mehrfach anhören, um sie zu verstehen.  Melancholisch und recht ernst für Kaspar und die Anderen geht es mit "Blatt im Wind" weiter. Während der Protagonist einen Strick um den Hals hat, weil er sein Leben beenden möchte, sieht er wie ein Blatt im Wind zu Boden fällt. Er hebt das Blatt auf und wirft es wieder in die Luft und durch die Schönheit dieses Anblick erkennt er, dass es auch in verzweifelten Situationen Dinge gibt, die es wert sind weiter zu leben. Trotz des ernsten Themas ist "Blatt im Wind" eine wunderschöne Ballade, die mit einer positiven Botschaft endet und die den Blick auf die einfachen, aber schönen Dinge im Leben öffnen möchte.


[Bild: kudaband.jpg]
(Foto: Klaas P. Oostlander)

"Lindenbaum" erinnert von der Geschichte her zuerst ein wenig an "Wir sind die Musik", denn auch hier geht es um einen Spielmann, der in Begleitung einer Gruppe zu Heldentaten aufbricht, auch wenn es sich hier am Ende nur um einen Traum handelt. So ergreift er seine Laute und zieht von da an durchs Land, um den Menschen durch Musik Mut zu machen, Hoffnung zu bringen und ihnen einen Lächeln zu schenken. Wer verträumte Balladen mag, kommt hier auf jeden Fall auf seine Kosten. Wirklich jeder, der schon einmal ein Instrument lernen wollte, kennt die Frustration, wenn man irgendwie nicht besser wird, obwohl man sich alle Mühe gibt. Da ist es doch praktisch, dass bei "Vergeigt" eine Fee auftaucht und Fähigkeiten per Wunsch verbessern kann. Blöd hingegen ist es, den Wunsch gleich dreimal zu äußern und so übers Ziel hinauszuschießen und am Ende wieder schlecht zu spielen. Die Gitarre als Alternative zur Geige ist dann auch gar nicht so verkehrt und macht auch Spaß. Kaspar hat tatsächlich und ganz ohne Fee von Geige auf Gitarre gewechselt. Zum Glück ist ja Hinz mit seiner Geige dabei, der er wunderschöne Melodien entlocken kann. "Einhörner sind fabelhaft" ist eine Ode an Einhörner, die etwas anders verläuft als ich es erwartet hatte. Allerdings hätte ich dieses Lied vor ein paar Jahren gebraucht, als Einhörner wirklich überall waren und das "wie süß" zu einem "ich kotze Regenbögen" verwandelt hat, weil's einfach zu viel war. "Einhörner sind fabelhaft" ist wirklich ganz großes Kino und sollte jedem Einhornfan mal vorgespielt werden. Dass Kaspar und die Anderen das Zusammenspiel mit dem Publikum lieben, merkt man im Lauf des Albums immer wieder. So ergibt es natürlich Sinn, dass mit "Spielmann, spiel" auch eine direkte Aufforderung zum Mitsingen und -klatschen in der Setlist zu finden ist. Für gute Laune ist so bestens gesorgt und der Ruf für Zugaben ist so auch direkt festgelegt. "Zieh mit dem Wind" ist die Geschichte eines jungen Mannes, der jeden Abend in der Taverne sitzt und den Sagen und Legenden von Helden lauscht und dabei davon träumt, selbst solche Abenteuer zu erleben. Dies ändert sich, nachdem ein alter Mann ihn auffordert, sein Leben nicht nur in den Träumen zu erleben, sondern wirklich hinauszuziehen und seine Zeit zu nutzen. So zieht er mit dem Wind durch die Welt, um später selbst als Geschichtenerzähler andere zum Träumen zu bringen. "Zieh mit dem Wind" ist ein weiteres Beispiel dafür, was für ein hervorragender Geschichtenerzähler Kaspar ist. Auch hier wird sein Text wieder durch eine wunderschöne Melodie getragen. Den passenden Abschluss des Konzerts bildet "Kennst du den Moment". Während des Hörens musste ich an viele Abende auf Mittelaltermärkten denken, nachdem die Konzerte vorbei waren, die Mehrheit des Publikums schon gegangen ist, und wenn man dann gemeinsam am Lagerfeuer sitzt und jeder seinen Gedanken nachgeht. Genau dieses Gefühl fängt "Kennst du den Moment" sehr schön ein. Während man gedanklich schon darauf wartet, dass der Applaus langsam leiser wird und das Album so endet, kommt plötzlich noch eine Ansage, denn es gibt einen Bonustrack, der nicht erwähnt wird und auch nicht auf Streamingplattformen zu finden ist. Ein Grund mehr, sich das Album als CD zu kaufen. Kaspar und die Anderen erzählen von ihrem Traum, einmal beim Festival Mediaval dabei sein zu können und es fallen einige bekannte Namen. So endet das Album mit einem Schmunzeln und gedrückten Daumen, damit dieser Traum Wirklichkeit wird. 

Wie ich zu Beginn schon erwähnt haben, ist die Qualität dieser Liveaufnahme wirklich beeindruckend. Ein großes Lob geht deshalb an Fabian Kahlich, der die Aufnahme geleitet hat, sowie an Jannik Schmidt (Mixing) und Klaas P. Oostlander (Mastering), die ebenfalls großartige Arbeit geleistet haben. An vielen Stellen vergisst man beim Hören, dass "Einhörner sind fabelhaft" gar keine Studioaufnahme ist, bei der man viele Takes zusammenführen kann, um das beste Ergebnis zu erzielen. Doch auch optisch ist das Album ein Genuss, denn das Cover ist ein wahrer Blickfänger und erklärt außerdem auch, warum Einhörner so fabelhaft sind. Für Grafik & Design war Selina Thede verantwortlich, die zusammen mit Klaas P. Oostlander auch die Fotos im Booklet gemacht hat. Im Booklet findet man neben den Texten auch noch Anmerkungen zu den Liedern und Zeichnungen, die perfekt zum Humor der Lieder passen.

Mein Fazit: Selten hat mich eine Liveaufnahme so positiv überrascht und begeistert, wie "Einhörner sind fabelhaft" es geschafft hat. Die Aufnahme ist glasklar, das Publikum wirkt nicht wie ein Störfaktor, sondern ist Teil der Performance und Kaspar und die Anderen liefern in allen Bereichen voll ab. Die leicht nerdige Mischung aus Humor, Melancholie und Selbstironie wirkt nicht nur sehr sympathisch, sie kommt auch sehr authentisch rüber und das ganze mit Publikum aufzunehmen, trägt sehr zum Charme des Albums bei. Dies gilt auch für Momente, in denen kleine Fehler passieren oder etwas in der Aufnahme mal technisch nicht ganz passt. Da diese kleinen Kritikpunkte aber nichts am Hörerlebnis ändern und das Album von vorne bis hinten Spaß macht, habe ich deswegen keinen Punkt abgezogen. Die Texte sind großartig und alle Beteiligten dieser Aufnahme haben gezeigt, dass sie großartige Musiker'innen sind. Da man den Bonustrack nur auf der CD hören kann und auch das grafische Design für mich zum Komplettpaket gehört, ist meine Empfehlung ganz klar, das Album nicht nur zu streamen. "Einhörner sind fabelhaft" ist für mich jetzt schon eine der großen Überraschungen des Jahres und wird aus meinen Playlisten nicht so schnell verschwinden. Meine Anspieltipps sind "Wiedergänger Liedersänger", "Werwölfe vom Düsterwald", "Lindenbaum" und "Einhörner sind fabelhaft".

[Bild: bewertung5.png]

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  Februar
Geschrieben von: Tommy2Rock - 02.03.2026, 07:45 - Forum: 2026 - Keine Antworten

01. Subway to Sally – Kleid aus Rosen (Nackt III Version)
02 . Versengold - Eingenordet
03. Schandmaul - In der Hand

04. Amaranthe – Chaos Theory
05. Powerwolf - 1589 (Live At Olympiahalle)
06. Faun – Drei Tage
07. Mr. Hurley & die Pulveraffen – Le Corsaire
08. Saltatio Mortis - Ich schrei deinen Namen in die Nacht
09. Santiano - Doggerland
10. Harmony Glen - Last Shanty

11. ASP - Werben (Dunkelromantische Mainächte)
12. Alissa White-Gluz - The Room Where She Died
13. Engst - Sag mir warum
14. dArtagnan – Farewell (feat. Patty Gurdy)
15. Fiddler's Green feat. Jimmy Kelly – Botany Bay
16. Linkin Park - Heavy is the Crown
17. Knasterbart – Muss-Ketier
18. Duivelspack - Jungs in der Taverne
19. Die Habenichtse – Waschtag
20. Feuerschwanz – Sam The Brave

21. Kilkenny Band - Seefahrt-Medley
22. Lautenfeyn - Stille Weis Lieder
23. Reigenwillig – Warum nicht die Adler?
24. Kaspar und die Anderen - Wiedergänger Liedersänger
25. Haggefug - Daheim
26. Wüstenberg – Trading Manners for the Madness
27. Katerfahrt - Mein Job
28. Hämatom – Bleibst du heute mit mir wach?
29. Vermaledeyt - Frei sein
30. Bierschmeichler – 16 Fässer

Neuvorstellung für das März Voting:
Reikas Tanz - Am Ende des Sommers
Mythemia - Land in Sicht
Ice Nine Kills & Mckenna Grace- Twisting The Knife
Arch Enemy - To The Last Breath
UNIVERSUM25 – Zeitmaschine
OMNIA - Paint My Love a Picture

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  [Modern-Metal] Dymytry Paradox - Born From Chaos (2026)
Geschrieben von: Tommy2Rock - 01.03.2026, 16:31 - Forum: Musik - Keine Antworten

[Bild: bornfromchaos.jpg]


Release: 16. Januar 2026
Label: Reaper Entertainment.
Laufzeit: ca. 37 Minuten


Tracklist:
01. Red Sky Remains
02. War Beneath My Skin
03. Born From Chaos
04. Sun Of A Broken God
05. Reignite Me
06. Empire Of The Fallen
07. Overmind
08. Oxygen Is Not Included
09. Grave With No Name


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Dymytry Paradox sind sind:
Alen "Al Paradox" Ljubic: Gesang
Jan "Gorgy" Görgel:Gitarre
Miloš „Mildor“ Meier: Schlagzeug
Jiří „Dymo“ Urban: Gitarre
Artur „R2R“ Mikhaylov: Bass


Dymytry Paradox aus Tschechien sind bereit, Europas Bühnen zu erobern. Ihre Masken sind ebenso ein Markenzeichen der Band wie ihr kraftvoller Sound und die sozialkritischen Texte. Bisher waren die tschechischen Jungs einfach als Dymytry unterwegs und haben hauptsächlich tschechische Texte geschrieben. Damit Fans direkt auf den ersten Blick sehen können, welches Programm geboten wird, bleibt die Band als Dymytry ihren Wurzeln treu und geht mit Dymytry Paradox in die englischsprachige und damit internationale Richtung. "Born from Chaos" heißt das neueste Album der Band. Mit insgesamt neun Liedern und einer Laufzeit von knapp 37 Minuten wirkt das Album recht kurz, doch es kommt natürlich auch auf den Inhalt an.

Mit "Red Sky Remains" zeigen Dymytry Paradox direkt eine gute Mischung ihrer Stärken. Harte Gitarrenriffs, treibende Drums und die markante Stimme von Alen Ljubic und neben einer ordentlichen Portion Härte auch sehr viel Gefühl. Fans von Bands wie Five Finger Death Punch werden hier auf jeden Fall direkt mitgenommen. Auch "War Beneath My Skin" startet mit einem harten Brett aus Gitarren und Drums. Dymytry Paradox treten etwas mehr aufs Gaspedal, was auch sehr gut zum Thema des Songs passt. Die Sucht nach digitaler Befriedigung durch soziale Medien und Netzwerken lässt Zeit unglaublich schnell vergehen, während man sich selbst immer mehr in ihr verliert. "Born From Chaos" handelt sowohl von inneren als auch globalen Konflikten. Der aggressive Sound spiegelt das Gefühl wider, erst hilflos zwischen Konflikten zu stehen und dabei ignoriert oder unterdrückt zu werden, nur um am Ende gestärkt aus diesem Chaos neu zu entstehen. Der Chorus steht mit Alens gefühlvollen Gesang und dem hoffnungsvollen Unterton im Kontrast zum Rest des Songs. "Sun Of A Broken God" beginnt relativ ruhig und baut durch seinen Text eine düstere Atmosphäre auf. Die Menschheit steht am Rand ihres Untergangs, während Mitgefühl für falschen Stolz auf Flaggen und Heimatländer ausgetauscht werden. Ein Blick in die USA zeigt aktuell sehr gut, wie so eine Welt aussieht. "Sun Of A Broken God" ist ein Song, der stark unter die Haut geht, wenn man sich wirklich mit dem Text beschäftigt, aber auch die Grundstimmung des Songs ist sehr düster. "Reignite me" beschreibt den Moment, in dem man sich aus einer toxischen Beziehung befreien möchte. Was verbrannt werden soll, sind also alle Verbindungen und Lasten, die mit dieser Beziehung zusammenhängen, damit man selbst wieder den Funken entzünden kann, um weiterzumachen. Verpackt wird das Ganze in eine Ballade, in der sich viele wiedererkennen werden. Obwohl er nicht die Härte anderer Songs bietet, kann ich mir gut vorstellen, dass "Reignite Me" bei Konzerten und Festivals sehr gut ankommen wird.


[Bild: dpbandfoto.jpg]


Sehr sozialkritisch wird es mit "Empire of the Fallen". Korruption, Manipulation der Bevölkerung und die Lügen von Regierungen werden angesprochen und auch die Notwendigkeit, sich gegen diese Systeme und Regime zu wehren und sie zu stürzen, wird aus dem Text deutlich. Für alle, die sich durch Politiker und Lobby betrogen und ausgenutzt fühlen, haben Dymytry Paradox mit "Empire Of The Fallen" die richtige Hymne erschaffen. Bei "Overmind" hatte ich zum ersten Mal das Problem, dass Dymytry Paradox sich nicht sicher waren, in welche Richtung sie nun gehen wollten. Zu Beginn ist "Overmind" sehr ruhig und bedrückend, was zum psychischen Zustand des Protagonisten passt. Dann wird der Song sehr viel härter, der Gesang aggressiver, nur um dann als Kontrast zu den harten Gitarren und Drums wieder gefühlvoll zu klingen. Vom Text her sehr stark, aber die Umsetzung hat mich jetzt nicht so mitgenommen, auch wenn der Song live wahrscheinlich sehr gut ankommen wird. "Oxygen Is Not Included" hingegen ist wieder ein Beweis dafür, wie gut das Songwriting der Band ist. Auch wenn viele bei Themen wie Umweltverschmutzung und Klimawandel genervt die Augen verdrehen, bringen Dymytry Paradox ihre Botschaft sehr deutlich rüber. Weder wirtschaftlicher Wachstum, noch Kriege oder der Glaube an welche Götter auch immer, werden uns am Ende am Leben erhalten, wenn Sauerstoff nicht mehr genügend in der Luft vorhanden ist. Die Härte des Songs passt zum Thema und auch die ruhigeren Passagen fügen sich hier perfekt ins Gesamtbild des Songs ein. Zum Abschluss gibt es mit "Grave With No Name" noch eine sehr persönliche Ballade, in der es um den Verlust geliebter Menschen geht. Man kann den Schmerz über diese Verluste aus Alens Gesang heraushören und wer diese Erfahrung schon selbst machen musste, wird bei diesem Song an diese Personen denken. "Born From Chaos" endet so mit einer sehr emotionalen Ballade, die einen nicht so schnell loslässt. 

Passend zum recht düsteren Unterton des Albums ist auch das Artwork gestaltet. Auf dem Cover ist eine Maske in dem Stil zu sehen, wie sie auch von der Band getragen wird. Der dunkle Hintergrund und der Schriftstil des Albumtitels werden auch im Booklet weiter verwendet. Dort wechseln sich Bilder der Bandmitglieder mit den Texten der Songs ab. Insgesamt alles sehr schlicht gehalten, wodurch der Fokus eindeutig mehr auf die Musik gerichtet wird. Da wurde umso mehr Wert darauf gelegt, dass der Sound und die Power der Band perfekt aus dem Studio eingefangen werden. Die Lieder haben alle ordentlich Druck, der Gesang ist zu jeder Zeit perfekt abgemischt und ich habe jetzt nichts raushören können, was unpassend oder störend gewesen wäre.

Mein Fazit: Dymytry Paradox haben mit "Born From Chaos" ein sehr solides und modernes Metal Album abgeliefert. Nicht alle Songs haben mich persönlich überzeugt, was aber auch Geschmackssache ist. "Grave With No Name", "Reignite Me", "Born From Chaos" und "Sun Of A Broken God" sind meine persönlichen Highlights des Albums und auch meine Anspieltipps. Da ich die Band schon live erlebt habe und weiß, wie stark die Energie der Songs dabei auf die Fans übergeht, muss ich einfach wiederholen, was für gute Arbeit bei den Aufnahmen geleistet worden ist, um diese Energie auch ohne Publikum auf das Album zu übertragen. Wer die Band bisher nicht kennt, aber auf Modern Metal steht, sollte dem Album auf jeden Fall eine Chance geben. Fans der Band werden es lieben. 


[Bild: bewertung4.png]

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  [Fantasy-Folk] Reigenwillig - Helden von heute (2026)
Geschrieben von: Tommy2Rock - 22.02.2026, 17:15 - Forum: Musik - Keine Antworten

[Bild: rwhvhcover.jpg]



Release: 17. Januar 2026
Label: Eigenvertrieb
Laufzeit: ca. 48 Minuten


Tracklist:
01. Lockruf
02. Eine lang erwartete Reise
03. Warum nicht die Adler
04. Der lausigste Dieb der Welt
05. Von den Blumen auf der Heide
06. Es läuten schon die Glocken
07. Ent und Entin
08. Die Helden von heute
09. Am alten Weiher
10. Es brennt
11. Der Spielmann und der Soldat


Reigenwillig ist eine Fantasy Folk Band, die ursprünglich als Trio unterwegs war und sich "Frauengold" nannte. Kurz vor Veröffentlichung der ersten CD "Was schönes" wurde der Name 2023 in Reigenwillig geändert, da der Name "Frauengold" bereits vergeben war. 2023 wurde spontan auf dem Burgspektakel gespielt, da eine andere Band verhindert gewesen ist. Ende 2023 wurde aus dem Trio dann nach und nach eine komplette Band und es kam 2024 zu einen Auftritt bei den Tolkien Tagen in Geldern (Pont). Für diesen Termin wurde auch das Lied "Warum nicht die Adler" geschrieben, das bei den Besuchern sehr gut angekommen ist. Von da an wurde auch an den Liedern für das zweite Album "Helden von heute" gearbeitet. 2025 verließ Geiger Hugo aus privaten Gründen die Band, ist aber auf "Helden von heute" noch als Gastmusiker zu hören. 


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CD bestellen: reigenwillig[at]mail.de


Reigenwillig sind:
Alexandra Janzen: Harfe & Gesang
Andrea Garner: Geige & Gesang
Friederike Schild: Flöten & Gesang
Leander Sumpmann: Gitarre & Gesang
Michael Witt: Schlagwerk & Gesang
Wolf Lüerßen: Gitarren & Gesang
Gastmusiker:
Hugo Graepel: Fiddle


Nachdem Reigenwillig mit "Was fröhliches" bereits auf sich aufmerksam gemacht haben, hat die 2023 gegründete Band mit "Helden von heute" zum zweiten Schlag ausgeholt. Elf neue Songs mit einer Laufzeit von knapp 48 Minuten warten darauf, von euch gehört zu werden. Mit dem "Lockruf" möchten Reigenwillig die Aufmerksamkeit ihrer Hörer gewinnen, um sie anschließend mit ihren Geschichten zu begeistern. Gleichzeitig beweisen die Bandmitglieder direkt zu Beginn, wie gut sie ihre Instrumente beherrschen. Die Melodie wird im nächsten Lied "Eine lang erwartete Reise" weiter verwendet. Besungen wird eine anstehende Quest, die durchs Auenland führt. Wer sich mit Tolkien und seinen Geschichten aus Mittelerde auskennt, wird viele der genannten Orte wiedererkennen. Mit guter Laune und reichlich Alkohol wird auf das Auenland angestoßen und mitsingen ist eindeutig erwünscht. "Warum nicht die Adler" ist eine Frage, mit der man Tolkien Fans wunderbar auf die Nerven gehen kann. Schließlich könnte man so viel einfacher den Einen Ring nach Mordor bringen, wenn man sich nur auf die Rücken der Adler gesetzt hätte. Es wäre nicht nur allen "manche Landschaft" erspart geblieben. Betrachtet man die vielen Opfer, die in den Schlachten von Mittelerde gefallen sind, wäre die Reise auf den Adlern sicher die bessere Wahl gewesen, als der mühsame Fußweg. Da es sich allerdings bei "Herr der Ringe" um die allseits bekannte klassische Heldenreise handelt, könnte man es mit einem Wort klären - darum! Statt zu streiten könnte man auch einfach den frisch eingezogenen Ohrwurm genießen und zum Takt mittanzen. "Der lausigste Dieb der Welt" erklärt in seiner Geschichte selbst, weshalb er diesen Titel nicht gestohlen, sondern verdient hat. Auch diese Geschichte wird durch eine wunderschöne Melodie und harmonischen Gesang getragen. Melancholischer geht es mit "Von den Blumen auf der Heide" weiter. Besungen wird die Schönheit vieler Blumen und der Wunsch, dass diese nicht für einen Blumenstrauß gepflückt werden, damit sie ihre Schönheit lebend präsentieren können. Zugleich wird ein Blick in die Vergangenheit geworfen, bei dem die bunte Heide betrachtet worden ist. Eine sehr schöne Ballade, bei der Versengoldfans an den Text von "Haut' mir kein Stein" denken werden, in dem es heißt "Legt mir bitte, bitte keine toten Blumen auf mein Grab. Ihr wisst doch, dass ich tote Blumen nicht mag". Bei "Es läuten schon die Glocken" könnte man denken, dass es nun sehr romantisch wird. Damit das Lied seine Wirkung nicht verliert, gehe ich nicht zu stark auf die Handlung ein. Es haben sich auf jeden Fall zwei Menschen getroffen, die zueinander passen und im Bund der Ehe vereint werden. Bei der flotten Melodie darf das Tanzbein auf jeden Fall geschwungen werden und das Grinsen im Gesicht kommt von allein dazu.


[Bild: rwbandfoto.jpg]
(Quelle: Facebook)

"Ent und Entin" heißt die nächste Ballade, die im Booklet als "Ent und Entfrau" betitelt ist. Ents sind große, baumähnliche Wesen, die in Mittelerde über die Pflanzen wachen und dabei mehrere Zeitalter überdauern können. Im Text geht es darum, wie ein Entpaar über die Jahreszeiten hinweg beobachtet, wie die Landschaft sich verändert und was sie an den einzelnen Jahreszeiten mögen. Der Rhythmus von "Ent und Entin" wird durch schwere Trommelschläge bestimmt, wodurch man die Ents fast an sich vorbeiwandern sehen kann. Im titelgebenden Lied des Albums "Die Helden von heute" geht es um den Unterschied zwischen den sagenumwobenen Helden von damals und dem, was davon noch geblieben ist. Statt Heldentaten geht es um Träume von diesen und der Erkenntnis, dass man vielleicht auch lieber dabei bleiben sollte. "Am alten Weiher" erzählt die Geschichte eines Ehepaares und einer Nymphe. Während der Ehemann am Abend melancholisch den ewig gleichen Alltag betrachtet, gibt seine Frau ihm tröstende Worte und spricht ihm Mut zu, auf das Gute zu achten, als das Lied der Nymphe erklingt und beginnt, ihn zum alten Weiher zu locken. Seine Frau versucht ihn von den verlockenden Worten der Nymphe loszureißen, doch ihr graut schon vor dem nächsten Morgen und was sie am alten Weiher vorfinden wird. Nach diesen ruhigen Tönen nimmt "Es brennt" wieder mehr Fahrt auf und lädt mit einer schönen Melodie zum Schunkeln ein. Der Text handelt vom Aufkommen einer unstillbaren Leidenschaft, die den Protagonisten des Liedes wie Feuer verzehrt und nicht mehr aufgehalten werden kann. Der Chorus geht unglaublich schnell ins Ohr und fordert geradezu zum Mitsingen auf. Das Gitarrensolo hätte ruhig etwas länger dauern können, denn es klingt wirklich sehr schön - gerne mehr davon beim nächsten Album. Mit "Der Spielmann und der Soldat" haben wir auch schon das Ende des Albums erreicht. Der Spielmann erklärt dem Soldaten, warum auch sein Job kein Zuckerschlecken ist und selbst Vorteile seines Lebens stets mit der Sorge verbunden sind, was ihm an nächsten Tag erwartet. Damit gewährt uns Reigenwillig einen anderen Blickwinkel auf eine Berufsgruppe, die man sonst nur mit Wein, Weib und Gesang verbindet.

"Helden von heute" bietet aber nicht nur musikalische Unterhaltung. Das Coverdesign von Manfred "Manni" Altenschmitt ist sehr schön anzusehen und ist ein großer Pluspunkt für den Kauf einer CD. Das Booklet mit Illustrationen von Friederike Schild ist ebenfalls ein echter Hingucker. Jedes Lied hat eine eigene Zeichnung bekommen, die zur Thematik passt und die Texte findet man ebenfalls alle im Booklet. Ähnlich wie beim Titel von "Ent und Entin" merkt man aber hier und da, dass es ein paar kleine Abweichungen gibt. Diese sind jedoch nicht allzu störend und man korrigiert es beim Mitsingen automatisch. Für den hervorragenden Klang des Albums ist Sound-Editor Mathias Heydeck von den Salvador Studioz in Münster verantwortlich. 

Mein Fazit: Reigenwillig haben mit "Helden von heute" ein sehr hörenswertes und wohlklingendes zweites Studioalbum abgeliefert. Tolkien Fans werden die vielen Anspielungen und Handlungen von und in Mittelerde lieben und bei "Warum nicht die Adler" erst empört, dann belustig reagieren. Sollte man mit dieser Welt nicht vertraut sein, wird man die gesungenen Geschichten nichtsdestotrotz genießen können. Wo wir gerade beim Gesang sind möchte ich nicht unerwähnt lassen, dass dieser wirklich hervorragen kling. Ob Solo, Duett oder im Chor, Reigenwillig schaffen es immer einen gewissen Zauber in ihre Stimmen zu legen.  Romantik, Melancholie und die Lust auf einen frisch gefüllten Humpen, haben Reigenwillig sehr gefühlvoll vom Studio auf die CD gebracht. Beim Hören merkt man immer wieder, dass die Lieder live vor Publikum gespielt werden wollen. Es gibt Stellen zum Mitklatschen und auch der ein oder andere Chor wäre live beim ein oder anderen Chorus zu hören. Von mir gibt es eine Kaufempfehlung für alle, die handgemachten Folk mögen und lieber Eigenkompositionen als die hundertste Version eines Klassiker hören möchten. Um Reigenwillig bestmöglich zu unterstützen, sollte man sich die CD nach Hause holen, da man mit ihr auch das Gesamtpaket genießen kann. Meine Anspielttipps sind "Eine lang erwartet Reise", "Warum nicht die Adler", "Am alten Weiher" und "Es brennt", denn so bekommt man direkt einen Einblick in das Werk von Reigenwillig.

[Bild: bewertung4_5.png]

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  [Folk / Piraten] "Captain" McHeightz - Werd Pirat...haben sie gesagt (2024)
Geschrieben von: Tommy2Rock - 07.02.2026, 19:15 - Forum: Musik - Keine Antworten

[Bild: werdpirat.jpg]


Release: 28. April 2024
Label: Eigenvertrieb
Laufzeit: ca. 133 Minuten


Tracklist:
CD 1:
01. Auf Kaperfahrt I
02. Hoch die Gläser
03. Werd Pirat…haben sie gesagt
04. Alles Verhurt, Versoffen und Verzockt
05. Auf Kaperfahrt II
06. Gossencrew
07. Die Rote aus Galway Bay
08. Tinte in der Haut
09. In den Nebelheymer Gassen
10. Auf Kaperfahrt III
11. Wir Segeln Mit Dem Tod
12. Galgengang
13. Carpe Noctem
14. Nie mehr Drunken Sailor
CD 2:
01. Auf Kaperfahrt IV
02. Volle Breitseite
03. Tortuga Inn
04. Voodoo Island
05. Spiel ein letztes Lied von Mary
06. Auf Kaperfahrt V
07. Unter falscher Flagge
08. Küstenschipper
09. Priester und Pirat
10. Herren der Winde
11. Tortuga
12. Auf Kaperfahrt VI
13. Cutthroat Island
14. Dunkle Tage in Port Royal
15. Kartoffeln (Bonus)


Facebook - Hier und unter michael_heitz[aet]t-online.de kann man das Album direkt beim "Captain" bestellen. (25€ + Versandkosten)
Youtube


Beteiligte Musiker/innen:
Michael Heitz: Gesang
Michael H.: Akustik- und E-Gitarre, Mandoline & Banjo
Wayne Beselt: E-Gitarre
Roman Beselt: Geige
M. Heitz: Akkordeon & Klavier
Le Compte Caspar: Klarinette
M. Heitz: Bass, Flöten & Mundharmonikas
Teddy Nadj: Gesang (In den Nebelheymer Gassen)
Sophia Partsos: Weiblicher Gesang
Mr. John Kanaka: Gesang (Nie mehr Drunken Sailor)
Mr.H.: Drums &Percussion
Hörspielsprecher/innen (In Reihenfolge des Erscheinens):
Thorsten Senger als Der ruhige Roger
Mr. John Kanaka als Der Wirt
Teddy Nadj als Old Gerrish
Michael Heitz als "Captain" McHeightz
Roman Beselt als Gevatter Tod
Sebastian Barwinek als Blackbeard
Marc Maurer als Captain Robert Gilbert
Sophia Partsos als Leutnant Bläserich
Christian Reiter als Tourist


Michael Heitz alias "Captain" McHeightz hat über mehrere Jahre musikalische Ideen gesammelt, komponiert und gelegentlich bei Sessions live gespielt. Als es dazu kam, dass aus gelegentlichen Kompositionen immer mehr Lieder entstanden sind, wurde der Gedanke an eine CD geboren. Was als kleines Album mit acht Liedern geplant war, entwickelte sich letztendlich zu dem hier vorliegenen Werk, das weit mehr als nur ein Doppelalbum geworden ist. Zur Musik kam ein Hörspiel und um alles perfekt zu machen, kamen noch Zeichnungen ins Booklet, die im typischen Comicstil von Michael Heitz dafür sorgen, dass die Geschichten auch optisch miterzählt werden können. Wie persönlich das Album tatsächlich geworden ist, erkennt man durch Easter Eggs, die aus den verschiedensten Interessensbereichen von Michael Heitz stammen. Bevor ich nun also in das Album eintauche, möchte ich kurz die Hörspielkapitel ansprechen. Ich werde die Geschichte des Hörspiels nicht zu hart spoilern, denn es wäre eine Schande, würde ich euch zu viel verraten. Wer wirklich alle Details erfahren möchte, kommt um den Kauf des Albums nicht herum, da auch das Booklet und die enthaltenen Zeichnungen Teil der Geschichte von "Captain" McHeightz sind. 

Los geht es mit dem ersten Hörspielkapitel "Auf Kaperfahrt I", in dem wir die ersten Rollen des Hörspiels kennenlernen, zwischen denen es auch direkt zu einer kleinen Schlägerei kommt. Gerüchte um "Captain" McHeightz machen die Runde, bis dieser persönlich in Erscheinung tritt. Anschließend heißt es "Hoch die Gläser", eine Aufforderung, der man nur zu gerne nachkommt. Der flotte Beat und die eingängige Melodie machen gute Laune und so erhebt man gern die Gläser auf Freunde, Gold, Fortuna (die größte Hure von allen) und auf viele weitere Dinge. Während Mr. Hurley & die Pulveraffen auffordern, zur Marine zu gehen, hat "Captain" McHeightz auf den Rat gehört, Pirat zu werden. Die Erkenntnis, dass auch dieser Weg nicht nur Vorteile hat, führt zum Ausruf "Werd Pirat...haben sie gesagt". Der Chorus ist ein echter Ohrwurm, der es sich sehr gemütlich in den Gehörgängen der Hörer macht. Viele fragen sich bestimmt, wo die eroberten und geraubten Schätze eines Piraten eigentlich so landen, nachdem er wieder im sicheren Hafen eingelaufen ist. "Alles verhurt, versoffen und verzockt" gibt schon im Titel die Antwort. Auf der Melodie von "All for me Grog" erzählt euch der "Captain", was außer dem eigenen Gold sonst noch diesen Weg gegangen ist. "Auf Kaperfahrt II" ist eine typische "am Morgen danach" Situation inklusive Kater und Filmriss. Als die Crew den Unrat entsorgen soll und die Erkenntnis folgt, dass der Unrat die Crew ist, geht es nahtlos mit "Gossencrew" weiter. Da gutes Personal schwer zu finden und dazu noch teuer ist, holt man sich eben ran, was die Gosse so zu bieten hat. Da wird ein Blinder ins Krähennest gesetzt, während ein Pferdemetzger zum Schiffsarzt ernannt wird - was kann da schon schief gehen? Die Antwort wird im Lauf des Liedes direkt mitgeliefert. Passend zu den Anspielungen fehlt eigentlich nur ein kurzer Auftritt von Knasterbart, die zurück in die Gosse wollen. "Tinte in der Haut" gehört zum Piratenleben dazu, wie das Salz in die Meere. So wundert es niemanden, dass auch ein Lied über Tattoos den Weg aufs Album gefunden hat, bei dem es diesmal recht ruhig zugeht. Was es da so für Motive zu entdecken gibt, erzählt "Captain" McHeightz ausführlich. "Die Rote aus Galway Bay" basiert auf der bekannten Melodie von "Star of the County Down". Die Geschichte einer rothaarigen Piratin ist schwungvoll erzählt und beim Akkordeonsolo mit der Melodie von "Cooley's Reel" kann man auch mal gut gelaunt das (Holz)Tanzbein schwingen.

[Bild: mh1.png]

Dass "Captain" McHeightz sich seine Inspiration an den verschiedensten Orten sucht, beweist die flotte Dixielandnummer "In den Nebelheymer Gassen". Tales of Nebelheym haben auf ihrem Album "Chapter 2 - The Way Ahead" ein Lied namens "Brothel Of The Blazing". Was der "Captain" dort so erlebt, hat für einige Lacher und das ein oder andere gedankliche "UIUIUI" gesorgt. Um den Text vollständig zu hören, musste ich das Lied allerdings mehrfach abspielen, da die Melodie und der Rhythmus zu sehr zum Tanzen eingeladen haben. "Auf Kaperfahrt III" ist dann genau die richtige Gelegenheit, wieder durchzuatmen. Beim Durchzählen der Mannschaft fällt auf, dass ein Crewmitglied zu viel an Bord ist. Dieses erweist sich als der Sensenmann höchstpersönlich. "Wir segeln mit dem Tod" lässt dann nicht nur Piraten aufhorchen, sondern auch Fans des amerikanischen Wrestlers The Undertaker. Die weltbekannte Melodie seines Wrestlingthemes (basierend auf den „Marche funèbre“ (Trauermarsch) von Chopin), passt aber auch perfekt zur Thematik. Allerdings hätte der Tod wahrscheinlich nicht damit gerechnet, dass er zu Arbeiten an Bord und noch vielen anderen Dingen verdonnert wird, da er als blinder Passagier betrachtet wird. Am Ende weigert sich der Tod auch nur einen der Crew zu holen, weil keiner die Ewigkeit mit ihnen aushalten würde. Mit dem "Galgengang" ändert sich die Stimmung von fröhlich und belustigt schlagartig zu melancholisch und düster. Denn am Galgen hängen Personen, die dem "Captain" sehr nahegestanden haben und deren Tod ihn hörbar mitnimmt. Hier merkt man, dass der "Captain" auch in emotionalen Situationen sehr authentisch wirkt. Selbst die Zeichnung im Booklet ist düster und schenkt keinen Trost. "Carpe Noctem" (Nutze die Nacht) könnte direkt aus einem der Fluch der Karibik Filme stammen. Kräftige Trommeln und Orgelklänge erzeugen eine gruselige Stimmung, die perfekt zum Text passt, bis der untote Kapitän sein letztes Versprechen vor seinem Tod wiederholt und zwar allen einen auszugeben. Plötzlich steckt man in einer schnellen Partynummer, bei der kein Untoter still sitzen bleibt. Das E-Gitarrensolo kommt unerwartet, klingt dafür aber sehr gut und fügt sich perfekt ins Lied ein. Erst bei Sonnenuntergang wird das Fest beendet, die Zeche bleibt natürlich unbezahlt. Mit "Nie mehr Drunken Sailor"  und der bekannten Melodie vom "Drunken Sailor" ist dann das Ende der ersten CD erreicht. Wie man dem Titel schon entnehmen kann, soll immer wieder "Drunken Sailor" gespielt werden, was dem "Captain" allerdings aus den Ohren heraushängt, weshalb er sich stark dagegen wehrt. Natürlich endet es darin, dass der Titel aufgrund gewisser Umstände dann doch gespielt wird.

[Bild: mh2.png]

Mit "Auf Kaperfahrt IV" starten wir mit einem lauten KABOOM in die zweite CD und bekommen mit "Volle Breitseite" den passenden Titel direkt hinterher. Auch hier wird musikalisch direkt wieder ordentlich Gas gegeben und aus allen Rohren geschossen, denn so trifft auch eine betrunkene Crew mal das Ziel. Doch auch beim Trinken und bei den Damen, ist "Volle Breitseite", die Standardoption von "Captain" MacHeightz und seiner Crew. Der kreative Einbau von Wagners Walkürenritt kommt unerwartet. Hier wird auch schon das "Tortuga Inn" angesprochen, auf das im gleichnamigen Folgetitel genauer eingegangen wird. "Tortuga Inn" wird Fans der "Monkey Island" Spiele gefallen, da es wie eine Hommage an den Spielsoundtrack klingt. Das feuchtfröhliche Lied lädt zum entspannten Trinken ein, bei dem mal die Seele statt eines Piraten im Wind baumeln darf.  Ähnlich wie bei "Carpe Noctem" wird bei "Voodoo Island" erst eine düstere Atmosphäre aufgebaut. Doch auch hier ist nicht alles so, wie es der erste Eindruck vermitteln mag, denn "Voodoo Island" ist durch Tourismus nicht mehr das, was es einmal war. Wer schon länger in der Mittelalterszene unterwegs ist, könnte in dem Lied auch Kritik an durch "Touris" überrannte Veranstaltungen heraushören. Ein Glockenspiel leitet "Spiel ein letztes Lied von Mary" ein. Die düstere und traurige Geschichte von Mary zeigt erneut, dass "Captain" McHeightz viele unterschiedliche Emotionen glaubhaft darstellen kann, wodurch "Spiel ein letztes Lied von Mary" für die ein oder andere Gänsehaut sorgt. "Auf Kaperfahrt V" setzt die Hörspielgeschichte mit der Lektion fort, dass man auch auf dem Meer nicht auf seine Vor(see)fahrt bestehen sollte, vor allem wenn die Royal Navy in der Nähe ist. Da die Crew dann auch noch "Unter falscher Flagge" unterwegs war, geht es thematisch direkt entsprechend weiter. Mit falschen Flaggen und enorm guter Laune schunkelt man sich durch ein sehr partytaugliches Piratenlied, bei dem der Jolly Roger durch die Luft gewirbelt werden darf. Die "Küstenschipper" kommen im rockigen Bluesgewand mit E-Gitarre und Mundharmonika daher und erinnern ein wenig an den Stil von Torfrock. Auch der Text könnte durchaus von den norddeutschen Rockern stammen und ist besticht durch viel Charme und Humor. Wer hier keine Lust auf ein kühles Bier und ein wenig Headbangen Lust bekommt, hat einfach keinen Blues im Blut.

[Bild: mh3.png]

Eine weitere Ballade folgt mit "Priester und Pirat", in dem der Chorus auf der Melodie von "Rolling down to old Maui" basiert. Vor der Vollstreckung seines Todes durch den Galgen, erzählt der Verurteilte einem Priester seine tragische Lebensgeschichte, die dieser nach dem Tod des Mannes niederschreibt. Wie schon Feuerschwanz nutzt auch "Captain" McHeightz den bekannten Schandmaul Songtitel "Herren der Winde" dafür, um Winde der anderen Art anzusprechen. Im Gegensatz zu Feuerschwanz, wurde hier aber eigenes Stück komponiert, statt einfach nur den Text zu ändern. Das Ergebnis dürfte ähnlich riechen, klingt aber origineller und um ein Schmunzeln kommt man auch nicht herum. Das Intro von "Tortuga" ist wieder etwas für die Nerds, zu denen der "Captain" auch selbst gehört, da es an viele alte Computerspiele erinnert. Die Melodie bleibt dann auch unauffällig im Hintergrund eingebaut, während es im Text typisch piratisch zugeht und "Tortuga" als Ort voller normaler Leute gefeiert wird. Für Alestorm Fans ist Tortuga DER Song, den sie sich auf jeden Fall anhören sollten. Im letzten Hörspielkapitel "Auf Kaperfahrt VI" erfährt man mehr Hintergründe zur Geschichte des "Captains", die hier nicht verraten werden. Dafür gibt es einige schöne Easter Eggs, die für ein Grinsen sorgen. Bei "Cutthroat Island" würden bei einem Film sehr wahrscheinlich die Credits über den Screen rollen, denn es klingt schon sehr nach einem Song, der gezielt für den Abspann geschrieben worden ist. Eine sehr schöne rockige Nummer mit Blues im Sound, die viel Spaß macht. Den wirklichen Abschluss gibt es mit "Dunkle Tage in Port Royal". Mit diesem Tango tanzt man dem Ende des Albums entgegen, während der "Captain" sich an alte Zeiten erinnert, die nicht zurückkehren werden. Ein sehr stilvoller Abschied, den man nicht nur einmal anhören mag. Doch was hört man da? Es folgt noch ein Song, der irgendwie bekannt klingt, aber von "Kartoffeln" handelt. Tatsächlich gibt es nämlich noch einen Bonussong im Stil von Rammstein. Harte Gitarren, Synthiesound und rollende R's - wer Rammstein mag, wird auch dieses Lied mögen. Darauf erstmal eine Tüte Pommes - Palim, palim!

[Bild: mh4.png]

Wenn man das Album zum ersten Mal in den Händen hält, weiß man nicht, was man erwarten soll. Das Hardcover-Buch mit der goldenen Aufschrift wirkt zwar edel, könnte so aber auch auf einer Kirchenbank liegen. Wenn man es dann aufschlägt und die Texte und vor allem die Zeichnungen auf sich wirken lässt, erkennt man nach und nach, wie liebevoll und aufwändig "Werd Pirat...haben sie gesagt" gestaltet wurde, ohne auch nur ein Lied gehört zu haben. Diese Liebe spiegelt sich auch im Sound wider, denn das Album klingt hervorragend und muss sich hinter keiner Produktion anderer Bands verstecken. "Captain" McHeightz und seine musikalischen Begleiter*innen haben wirklich hart abgeliefert und das Ergebnis ist wirklich hervorragend. Daumen hoch und ein großes Lob an alle Beteiligten.

Mein Fazit: "Werd Pirat...haben sie gesagt" ist ein Album, das auf drei Ebenen stattfindet, die zusammen ein großes Ganzes ergeben. Daher ist es auch gut, dass "Captain" McHeightz das Album auch nur im Hardcover anbietet und es nicht auf Streamingportalen hochgeladen hat. Das erreichte Publikum ist so kleiner, dafür weiß es zu schätzen, wie viel Arbeit und Liebe ins Album hineingeflossen sind. Die Sprecher im Hörspiel haben ihren Job wirklich gut gemacht und passen von Klang her auch super zu ihren Rollen. Je öfter man das Album hört, umso mehr Anspielungen und Seitenhiebe auf Kollegen und das Piratenleben findet man als normaler Hörer. Nerds werden sogar noch mehr Dinge finden, die sie für sich feiern werden. Für die Zeichnungen im Booklet zählt dies natürlich auch, denn die Liebe zum Detail ist grandios. Zum Glück ist der "Captain" schon mit der Produktion der Fortsezung seiner Geschichte beschäftigt, denn "Werd Pirat...haben sie gesagt" macht Lust auf mehr und Meer. Die Geschichte auf eine Bühne zu bringen wäre wahrscheinlich sehr schwierig, da die Anzahl der Beteiligten schon eine Herausforderung darstellt. Wenn man ein gesundes Kopflkino besitzt, wird man die passenden Bilder auch so schnell vor dem inneren Auge genießen können. Solltet ihr auf Bands wie Mr. Hurley & die Pulveraffen und Knasterbart stehen, seid ihr definitiv die Zielgruppe für dieses Album. Aber auch jeder Nerd mit einem Herz für Piraten wird viel Freude an diesem Album haben. 

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  Februar '26
Geschrieben von: Tommy2Rock - 05.02.2026, 14:00 - Forum: Durchgehört Charts Vorschläge - Antworten (5)

Hallo Freunde,

die zweite Runde der Hörercharts für 2026 steht an und auch da brauche ich eure Vorschläge. Sobald die 60 Bands erreicht sind wird das Voting gestartet, spätestens aber am Sonntag nach 12 Uhr. 

Aufgrund der begrenzten Plätze zählt wie immer die Reihenfolge der Vorschläge, solange sie den Regeln entsprechen - also nicht zu lange warten mit euren Ideen.

Hier die Regeln für Vorschläge:

- Jeder User darf einmalig im Monat von maximal 5 verschiedenen Bands je einen Song vorschlagen. IPs und Sessions werden gespeichert und wer mehr als einmal postet,  findet seine Vorschläge nicht in den Charts.

-Jede Band wird nur einmal ins Voting aufgenommen, Ausnahme sind Features bei anderen Bands, deshalb macht es keinen Sinn mehrere Lieder der gleichen Band vorzuschlagen.

- Wenn mehrere Hörer verschiedene Lieder einer Band vorschlagen, entscheiden wir welches genommen wird.

- Da es sich um Hörercharts handelt sind Vorschläge von MusikerInnen, die sich selbst vorschlagen nur in den Charts zu finden, wenn noch Plätze frei sind.

- Die Vorschläge sind in folgender Weise zu machen: Band - Song (Beispiel: dArtagnan - Griechischer Wein). Sollte der Vorschlag nicht erkennbar sein, zum Beispiel weil einfach ein Textausschnitt als Titel angegeben wird, wird er ignoriert.

- Die Songs müssen bereits im Programm von Durchgehört gespielt werden, da die Charts das Beste aus den Streams repräsentieren sollen. Falls euch etwas im Programm fehlt, könnt ihr dies über die Wunschbox ins Programm einbringen, solange die Bands nicht auf der internen Sperrliste stehen.

- Songs, die es nur als Youtube Video gibt, exklusiv zu einem Streamingdienst gehören (z.B.: Spotify singles) usw. werden nicht ins Voting aufgenommen.

- Wird für eine Band kein neuer Song vorgeschlagen, kann die Songauswahl für das anstehende Voting von Durchgehört getroffen werden und kann im Folgemonat wieder durch Vorschläge verändert werden.

- KI generierte Lieder werden nicht für die Charts aufgestellt.

Sollten Vorschläge nicht aufgenommen werden, waren sie entweder gegen die genannten Regeln, es sind von der gleichen Band auch andere Lieder genannt worden, die Liste war schon voll oder sie sind von Durchgehört als unpassend eingestuft worden (FSK Freigabe, politisch nicht vertretbar usw.).

Die Bands der letzten Charts und auch die nicht veränderbaren Neuvorstellungen findet ihr > Hier <

Also ran an die Tasten und neue Vorschläge machen.

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  Januar
Geschrieben von: Tommy2Rock - 02.02.2026, 17:37 - Forum: 2026 - Keine Antworten

01. Versengold - Eingenordet
02. Subway to Sally – Feuerkind (Nackt Version)
03. Saltatio Mortis - Ich schrei deinen Namen in die Nacht

04. Schandmaul - In der Hand
05. ASP - Werben (Dunkelromantische Mainächte)
06. Hämatom – Bleibst du heute mit mir wach?
07. Mr. Hurley & die Pulveraffen – Le Corsaire
08. Five Finger Death Punch feat. Babymetal - The End
09. Fiddler's Green feat. Jimmy Kelly – Botany Bay
10. Santiano - Doggerland

11. Electric Callboy - Tanzneid
12. dArtagnan – Farewell (feat. Patty Gurdy)
13. J.B.O. - Hause of the rising Fun
14. Dämmerland und Hämatom - Lauter Lügen
15. Linkin Park - Heavy is the Crown
16. Engst - Sag mir warum
17. Feuerschwanz – Sam The Brave
18. Die Habenichtse – Waschtag
19, SDP - Brenn! (featuring Saltatio Mortis)
20. Knasterbart – Muss-Ketier

21. Gabria – How many Eyes
22. Vermaledeyt - Frei sein
23. Kilkenny Band - Seefahrt-Medley
24. Kupfergold – Der Klügere kippt nach
25. Annie Hurdy Gurdy feat. Alexander Wilms – Promentory/The Gael
26. Lautenfeyn – Das fahrende Volk
27. Alissa White-Gluz - The Room Where She Died
28. Deus Vult - Rauhnacht
29. Katerfahrt - Mein Job
30. Bierschmeichler – 16 Fässer

Neuvorstellungen für das Februar Voting:
Fjordvind x SoulHikers – Nordstern
Reigenwillig – Warum nicht die Adler?
Lyriel – The Skye Boat Song
Wüstenberg – Trading Manners for the Madness
Faun – Drei Tage
Fornhorst – Mein Scheiss Leben

Ergebnisse mit Anzahl der erhaltenen Stimmen

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  [Folk-Rock] Versengold - Eingenordet (2026)
Geschrieben von: Tommy2Rock - 11.01.2026, 14:29 - Forum: Musik - Keine Antworten

[Bild: eingenordet.jpg]


Release: 09. Januar 2026
Label: Küstenkind Records


Tracklist:
01. Der Tag mag kommen
02. Klabauterfrau
03. Falscher Leuchtturm feat. Madsen
04. Eingenordet
05. Dans op de Deel
06. Krug voll Mondenschein
07. Die halbe Welt
08. Ein neuer Morgen
09. Theaterliebe
10. Klopapier
11. Die Gonger kommen
12. Erde
13. Zwei Raben


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Versengold sind:
Malte Hoyer: Gesang & Flöte
Alexander Willms: Nyckelharpa, Violine & Concertina
Florian Janoske: Violine & Mandoline
Daniel Gregory: Gitarre
Eike Otten: Bass
Sean Lang: Schlagzeug & Klavier
Gastmusiker/innen:
Sebastian Madsen: Gesang (Falscher Leuchtturm)
Hauke Horst Rüdiger Ludwig Quaer: Saxophone (Klopapier)
Felix Nolte: Trompete (Klopapier)


Versengold haben mit "Eingenordet" ihr zehntes Studioalbum veröffentlicht und zeigen erneut, dass man modernen Folkrock machen kann, ohne die eigenen Wurzeln zu vergessen. Die 13 neuen Songs nehmen die Hörer mit auf eine spannende Reise, auf der man nicht nur tanzen und feiern kann. Denn wie immer erfährt man auch viel über Dinge, die Versengold in den letzten Monaten beschäftigt haben.

Mit "Der Tag mag kommen" gibt es direkt einen sehr starken Einstieg ins Album. Die flotte Folkrocknummer fordert nicht nur auf, im Hier und Jetzt zu leben, sie kann auch als Motivationslied dienen, um Sorgen und Probleme nicht zum täglichen Hauptthema werden zu lassen. Der im Chor gesungene Refrain klingt selbst aus dem Studio schon sehr energiegeladen und Sean verleiht dem ganzen am Schlagzeug auch noch ordentlich Druck. Die "Klabauterfrau" ist bereits seit Juli 2025 als Single veröffentlicht worden, wodurch das Lied nun nicht mehr so ganz frisch wirkt. Rhythmus und Melodie eigenen sich gut zum Feiern und der Text ist schnell gelernt. Nicht tiefgründig, aber für gute Laune und Spaß beim Zuhören und Singen sorgt die Nummer auf jedem Fall. Wer lieber Texte hört, die eine tiefere Bedeutung haben, wird bei "Falscher Leuchtturm" voll mitgenommen. Falsch entzündete Leuchtfeuer wurden früher dafür genutzt, um Schiffe in eine Falle zu locken. Versengold beschreiben mit dem Symbol des falschen Leuchtturms Personen, die andere Menschen täuschen wollen und warnen vor diesen "Lichtgestalten", die man zur Zeit überall auf der Welt findet. Weiter geht es mit dem Titellied des Albums "Eingenordet". Schlagzeug und Bass bilden hier den Grundstein für ein Lied, bei dem live vor der Bühne auf jeden Fall gefeiert wird. Passend zur Liebeserklärung an den Norden geht es dann mit "Dans op de Deel" weiter. Den plattdeutschen Text versteht man vielleicht nicht beim ersten Mal vollständig, aber das wird mit jedem Durchgang einfacher. Versengold selbst haben gesagt, dass Flos Violinenspiel an "Cotton Eye Joe" von Rednex erinnert und dieser Vergleich passt tatsächlich. Es ist schade, dass es nicht einen zusätzlichen instrumentalen zweiten Teil gibt, wie Versengold es schon bei anderen Liedern gemacht haben, denn rein von der Spielzeit her wäre der Platz dafür auf dem Album vorhanden. 

Nach den sehr temporeichen Liedern kommt die erste Ballade des Albums genau richtig, um durchzuatmen. "Krug voll Mondenschein" ist eine dieser typischen Versengoldballaden, bei der man direkt eine Gänsehaut bekommt. Schon bei den ersten Gitarrenklängen taucht man in die melancholische Atmosphäre des Liedes ein - ein großes Lob an Dan an dieser Stelle. Malte hat hier einen seiner besten Texte abgeliefert und sein gefühlvoller Gesang erzählt die Geschichte des Liedes wunderschön.Der besungene Mondenschein ist der rotwelsche Begriff für "nichts", der zum Beispiel für eine leere Truhe benutzt worden ist, die dann entsprechend Mondenschein enthielt. Da es in "Krug voll Mondenschein" um Vergänglichkeit geht, hat Malte diesen Begriff in den Text eingebaut. Nach der kurzen Atempause geben Versengold direkt wieder Vollgas. Während andere Bands einen harten Kurs gegen Rechts fahren - Mr. Hurley & die Pulveraffen sind ein sehr gutes Beispiel - gehen Versengold einen anderen Weg. Vielleicht ist "Die halbe Welt" ein wenig übertrieben, was die familiären Verbindungen angeht, aber die Hand zum Gespräch zu reichen anstatt anders Gesinnte sofort auszuschließen und zu beleidigen, ist ein Ansatz, über den man mal nachdenken sollte. "Ein neuer Morgen" ist für mich ein wenig unstimmig, was Text und Gesang angeht, denn irgendwie hätte Malte mehr Gefühl in seine Stimme einbringen können. Nicht dass es schlecht klingen würde, denn die Melodie ist wirklich schön, der Funke mag trotzdem nicht so ganz überspringen. Bei "Theaterliebe" geht es um Situationen, bei denen man sich selbst schon ein gedankliches Bild und Erwartungen aufbaut, wie sich die Begegnung mit einem Menschen entwickeln kann und wie es dann wirklich stattfindet. Musikalisch sehr stark und der Text ist auch sehr gelungen, der Chorus braucht aber ein wenig, bis er wirklich zündet. Richtig stark geht es dann mit "Klopapier" weiter, denn man hat immer Personen um sich herum, deren Name sich auf einer Rolle Klopapier sehr gut machen würde. Schon beim Lesen des Titels musste ich an Maltes Projekt Rummel Racke denken und der Text wurde auf dem Album "Liebe auf den ersten Schluck" tatsächlich schon einmal musikalisch verarbeitet. Die Versengoldversion ist um einiges schneller und klingt sehr gut, an den Charme der Rummel Rackeversion kommt sie aber nicht ran. Da ist es einfach Geschmackssache, welche man lieber hört. 

Dass Versengold Legenden und Mythen des Norden in ihren Liedern erzählen, ist ihren Fans bestens bekannt und "Die Gonger kommen" reiht sich wunderbar in diese Erzählungen ein. Der Gonger ist eine nordfriesische Sagengestalt, die als Wiedergänger erscheint, wenn jemand im Watt unschuldig ermordet wurde und dessen Geist über längere Zeit nach Gerechtigkeit verlangt. Versengold vermitteln sehr gut, wie eine Sichtung dieser Gestalt sich anfühlen würde, auch wenn sie die Gonger etwas anders beschreiben. Hier hört man auch die hervorragende Arbeit beim Mastering des Albums heraus, denn jedes Instrument ist perfekt in Szene gesetzt und aus dem Mix herauszuhören. "Erde" erinnert mich vom Arrangement an einige Lieder aus älteren Versengoldalben. Thematisch geht es um den Kreislauf des Lebens und das ein Teil von uns niemals wirklich geht. Wer "Haut' mir kein Stein" und "Lautes Gedenken" kennt und mag, wird auch "Erde" sofort ins Herz schließen. Mit "Zwei Raben" ist auch schon das Ende des Albums erreicht. Langjährige Versengoldfans werden bei diesem Lied besonders aufhorchen. Ich musste sofort an das MPS und die vielen nächtlichen Feuer denken, denn "Zwei Raben" passt einfach perfekt in diese Atmosphäre hinein. Damit verlässt man "Eingenordet" mit einer Gänsehaut und der Vorfreude auf Konzerte und die nächste Nacht der Balladen, für die sich einige Lieder schon in der Studioversion anbieten.

Wer sich das Album in physischer Form als CD holt, bekommt wie immer noch etwas mehr, als nur die Musik. Ben Urban (HYGIN GRAPHIX) hat wieder einmal für ein wunderschönes Artwork gesorgt, welches "Eingenordet" auch optisch zu einem Genuss macht. Die Bilder von Thorben Ziegler runden das Ganze dann noch ab. Dass Versengold das Album nicht nur an einem Ort aufgenommen haben, sondern zum Beispiel im Farida Studio und FatCat Studio, hat der Qualität des Album in keiner Weise geschadet. Das Mastering von Robin Schmidt (24-96 Mastering) oder im Falle von "Falscher Leuchtturm" von Christoph Beyerlein (Seperate Sound Studio) ist ebenfalls makellos. Natürlich gibt es auch für "Eingenordet" eine limitierte Fanbox und diese sogar in verschiedenen Varianten. In jeder Box enthalten sind:

- "Eingenordet" CD im Digipack
- "Eingenordet" Emaille-Tasse
- 6 handsignierte Autogrammkarten
- "Eingenordet" Münze im Samt-Säckchen
- QR-Code, über den man das Making of Video anschauen kann
- Logbuch mit Einblicken in die Entstehung des Albums

Im Küstenkindshop gab es neben der normalen Fanbox noch eine bereits ausverkaufte Variante, die exklusiv einen Küstenkind Records Patch enthielt. Bei Amazon ist statt des Patches ein Magnet enthalten, der das Albumcover im Format der Fanbox darstellt. Die Box und alle Inhalte sind sehr hochwertig produziert worden und sehen dazu auch sehr schön aus. Damit ist die Box ein tolles Sammlerstück für alle Versengoldfans und die, die es werden möchten. Wer den Inhalt der Box genauer betrachten möchte, darf gern auf mein Instagram Profil gehen und dort nachschauen.

[Bild: vgebox.png]


Mein Fazit: Versengold zeigen ein weiteres Mal, dass sie wahre Künstler darin sind, aktuelle Themen zu verarbeiten, ohne dabei den Spaß an ihrer Musik aus dem Auge zu verlieren. Dies liegt vor allem daran, dass sie in ihren Texten niemals versuchen, bestimmte Gruppen auszuschließen oder mit Nachdruck auf ihre Seite zu ziehen. Gleichzeitig fühlt und hört man, dass in jedem Lied das Herz und die Seele von Versengold stecken. Sie erzählen Geschichten, laden zum Feiern ein, regen hier und da auch zum Nachdenken an, und Balladen für die ein oder andere Gänsehaut sind auch vorhanden. Dadurch werden sowohl Fans der ersten Stunde mitgenommen als auch neue Hörer mit an Bord geholt. Für die kommende Festivalsaison ist jetzt schon vorhersehbar, dass laute Fanchöre zu den neuen Liedern erschallen werden. Die Kritik an einigen Liedern ist aufgrund der hohen Qualität des Albums fast schon Meckern auf höchstem Niveau. Insgesamt ist "Eingenordet" wieder ein hervorragendes Album, von dem ich kein Lied während des Anhörens wegdrücken würde. Versengold selbst singen, dass ihr Kompass nach Norden zeigt. Der Kurs für "Eingenordet" dürfte ohne Zweifel auch in Richtung der deutschen Albumcharts-Spitze stehen. Meine Anspieltipps sind "Der Tag mag kommen", "Falscher Leuchtturm", "Krug voll Mondenschein" und "Klopapier". Zuletzt wie immer der Hinweis, dass ihr die Band am Besten unterstützt, indem ihr euch das Album als CD holt und nicht nur streamt und wenn möglich auch zu Konzerten geht. 

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