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  [Mittelalterfolk] Leonea - Freunde der alten Zeit (2022)
Geschrieben von: Tommy2Rock - 27.09.2022, 18:17 - Forum: Musik - Keine Antworten

[Bild: leonea.jpg]


Release: 16. Juni 2022
Label: Eigenvertrieb


Tracklist:
01. Wir Werden Trinken
02. Die Hexe
03. Freunde Der Alten Zeit
04. Der König Von Thule
05. Wellerman
06. Molly Mallone
07. Bella Ciao
08. Die Gedanken Sind Frei
09. Dat Du Min Leevsten Büst
10. Loch Lomond
11. Rabenballade
12. Lustig Lustig Ihr Lieben Freunde
13. Drunken Sailor
14. Herr Mannelig
15. The Parting Glass 
16. Traditionell Und Kein Klappergestell


Leonea ist eine 2019 gegründete Mittelalterfolkband. Coronabedingt haben sie sich über ihren Twitch-Kanal über Wasser halten müssen, bis Auftritte vor Publikum möglich waren. Nach dem erfolgreichen Crowdfunding für ihr erstes Album "Macht der Musik", haben sie diese Möglichkeit auch für ihr zweites Studioalbum "Freunde der alten Zeit" erneut erfolgreich für sich genutzt. Durch die Endsumme konnten nicht nur die gewünschten 16 Lieder realisiert werden, sondern auch ein Booklet mit Texten und passendem Artwork. Herausgekommen ist eine Ansammlung vieler Klassiker aus der Mittelalter- und Folkszene, die mit vielen eigenen Ideen umgesetzt worden sind.


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Album als CD kaufen
Amazon
Twitch


Leonea sind:
Malte Willenberg: E-Gitarre & E-Bass
Madita Meier: Background Vocals
Valbona Göbel: Background Vocals
Silja Hoppe: Gesang & Songwriting
Alvo "der Liederkönig" Hillbeck: Gesang, Songwriting & Akustikgitarre
Gastmusiker:
Vincente Ferreira: Schlagzeug


Schon nach dem Debütalbum "Macht der Musik" haben sich Leonea von einem Geheimtipp zu einer Band entwickelt, die einen immer größeren Fankreis aufbauen konnte. Mit einigen Veränderungen im Klang, hörbarem Spielspaß und der geschickten Verwendung von sozialen Netzwerken und der Möglichkeit des Crowdfundings ist der Kurs weiter auf Erfolg gesetzt. Die erste hörbare Veränderung ist der Schritt von Folk zu Folkrock. E-Gitarre und E-Bass geben der Musik einen satteren Sound und das Schlagzeug gibt den Takt mit ordentlich Druck an. Durch Veränderungen innerhalb der Band ist keine Drehleier mehr zu hören. Diese war bei "Macht der Musik" noch eines der Hauptinstrumente. Die Auswahl der Lieder ist wieder sehr gut gelungen und enthält sowohl aktuelle Szenehits wie "Wellerman" als auch echte Klassiker wie "Molly Malone". Die Umsetzung von "Dat Du Min Leevsten Büst" klingt nicht nur wunderschön, auch der niederdeutsche Text wird wunderbar gesungen. Insgesamt sind die Melodien und der Gesang ein echter Hörgenuss. Wer Leonea bei Twitch verfolgt, weiß wie gut diese Band auch live ist. Nach dem Anhören von "Freunde alter Zeiten" ist der Wunsch, die Lieder auf einem Markt oder Festival zu hören, merkbar vorhanden. Ein großes Lob für die Studioarbeit geht an Vincente Ferreira, der nicht nur das Schlagzeug eingespielt hat, sondern auch für das Mixing und Mastering verantwortlich gewesen ist. Das Artwork des Albums und des Booklets stammt unter anderem von Annika Heilman, die zum Beispiel für die Gestaltung der stilisierten Instrumente verantwortlich ist.

Mein Fazit: Mit ihrem zweiten Album geben Leonea richtig Gas. Die Musik ist rockiger geworden und dieser Sound steht der Band richtig gut. Aus meiner Sicht ist es sehr schade, dass die Drehleier weggefallen ist, die den Klang bei den ersten Studioaufnahme noch sehr bestimmt hat. Dafür gefällt mir der abwechselnde Gesang von Silja und Alvo sehr gut, da die Einsätze der beiden immer eine passende Atmosphäre für die Lieder schaffen. Für mich war zum Release des Albums der "Wellerman" eigentlich schon totgespielt, aber die hier vorliegende Version hat wieder richtig Spaß gemacht. Auch das vielgecoverte "Bella Ciao" klingt frisch und unverbraucht. Mit "Traditionell Und Kein Klappergestell" gibt es eine echte Hitliste der bekanntesten Mittelalter- und LARP-Lieder. Sie besingen aber auch, dass man ständig die gleichen Lieder hören möchten, da Klassiker ein vertrautes und wohliges Gefühl vermitteln. "Freunde der alten Zeit" richtet sich also an alle alten Szenehasen und an die Neuankömmlinge, die sich direkt ein breites Bild der gebotenen Musik verschaffen möchten. Meine Anspieltipps sind "Bella Ciao", "Wellerman", "Molly Malone" und "The Parting Glass".

[Bild: bewertung4_5.png]

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  47 - Atomgespenster (Classic)
Geschrieben von: Tommy2Rock - 25.09.2022, 18:45 - Forum: Larry Brent - R&B Company - Keine Antworten

[Bild: atomgespenster22.jpg]


Release: 23. September 2022
Buch: Jürgen Grasmück
Regie: Simeon Hrissomallis
Regiesupervisor: Wolfgang Strauss
Skriptsupervisor & Redaktion: Simeon Hrissomallis
Sprachschnitt: Thomas Mrochen
Soundmixing & Mastering: Wolfgang Strauss
Musikscore: R&B Company, Michael Donner
Illustration & Design: Timo Wuerz
Layout: Wolfgang Strauss
Sprachaufnahmen: 2day production Berlin, Audioengineering W.S.


Wie eine Bombe hatten die letzten Worte in Jacquelines Kopf eingeschlagen. Jetzt würde das passieren, was sie schon lange befürchtete. Ihre beste Freundin, eine begnadet hervorragende Tänzerin, sollte eingewiesen werden. Jacqueline fehlten die Worte. Der Arzt ließ sie ohne weitere Worte im Flur stehen. Paralysiert ging Jacqueline mit hängenden Armen in das Krankenzimmer, in das Mandy gebracht wurde. Das Grauen wartete auf sie!


Zauberstern-Records
Amazon


Sprecher:
Erzähler: Jo Jung
Morna Ulbrandson: Karen Schulz Vobach
Chronist: Nils Weyland
Larry Brent: Jaron Löwenberg
Tom Sullivan: Jannis Memmersheim
Mrs. Sullivan: Dagmar Dreke
Clay Braighton: Kevin Kasper
Ernie Winewood: Nico Nothnagel
Mandy Gorling: Anja Taborsky
Dr. Funner: Thomas Kästner
Jacqueline Canven: Victoria Sturm
Pfleger: David Riedel
Ben-Amir: Simeon Hrissomallis
Arbeiter: Sven Brieger
Dr. Ingram: Santiago Ziesmer
Durchsage: Nadine Flöper


Warnung: Dieser Absatz der Rezension enthält Spoiler! Verbrecher versuchen Uran aus dem stillgelegten Atomkraftwerk Mealburg zu entwenden. Als sie in das Atomkraftwerk eindringen, gibt es einen Zwischenfall mit tödlichen Konsequenzen. In der nicht weit entfernten Stadt Knoxville leidet Mandy Gorling seit sieben Jahren an dem Gefühl, dass ihre bei der Geburt verstorbene Tochter noch lebt und sie beschuldigt Dr. Funner, der im städtischen Krankenhaus arbeitet, der Kindesentführung. Durch die Ereignisse im Atomkraftwerk alarmiert ermittelt Larry Brent alias X-Ray 3 in Knoxville und lernt dort den siebenjährigen Tom Sullivan und seine Mutter kennen. Diese war wie auch Mandy Gorling hochschwanger, als das Atomkraftwerk Mealburg havarierte. Während des Gesprächs mit Tom merkt Larry schnell, dass der Junge kein normales Kind ist. Beim Verlassen des Hauses kommt es zu einer gefährlichen Situation bei den Sullivans, die Larry ins Krankenhaus von Knoxville führt, wo die Geschichten der Frauen sich zu einem Gesamtbild verbinden. Als Larry für weitere Ermittlungen selbst auf das Gelände des Atomkraftwerks fährt, kommt es zum dramatischen Höhepunkt und Enthüllungen, mit denen er niemals gerechnet hätte.


Mein Fazit: Hätte dieses Hörspiel nicht das Problem, dass die Europa-Version so einen Kultstatus hat, dann wäre es gefühlt wahrscheinlich um einiges besser. So fallen einige Schwächen aber sehr stark auf. Die Sprecher wirken recht emotionslos. Dies merkt man besonders bei Tom und seiner Mutter. Die Angst, die Mrs. Sullivan vor ihrem Sohn verspürt, kommt in der Stimme nicht rüber. Sie wirkt eher kalt und viel zu sachlich, wenn sie über ihn spricht. Dadurch geht viel des Schreckens der Situation verloren. Die beste Leistung kommt von Simeon Hrissomallis, der hörbar Spaß an seiner Rolle als Bösewicht hat. Interessant ist, dass das Vorwort im Booklet sich im Prinzip dafür entschuldigt, sich beim Hörspiel sehr an die Romanvorlage zu halten. So hat man zwar einige Schockmomente in der Geschichte, Spannung kommt aber erst gegen Ende auf. Sie erreicht jedoch keinen wahren Höhepunkt, sondern wirkt sehr abrupt und deprimierend. Im Vergleich zur Europa-Version fehlt auch die bedrückende Stimmung, die durch die bedrohliche Strahlung allgegenwärtig ist. Die Illustration auf dem Cover schafft dies allerdings problemlos. Der dampfende Kühlturm, von dem man weiß, dass Strahlung austritt, wirkt tatsächlich bedrohlich und die vier Atomgespenster erscheinen verstörend und unheimlich. Der Soundtrack wird an einigen Stellen sehr gut eingesetzt, fungiert aber die meiste Zeit eher als Untermalung und fällt kaum auf. Ohne jetzt zu viel von der Story zu verraten, ist insgesamt festzuhalten, dass die Neuvertonung gut hörbar ist, es aber durchaus bessere Hörspiele mit einer ähnlichen Thematik gibt. Für Larry Brent Fans lohnt es sich dennoch auf jeden Fall, allen anderen empfehle ich die klassische Europa Version aus dem Jahr 1984, die zwar stark von der Romanhandlung abweicht, dafür aber Spannung, viel bessere Sprecher und durch eigene Ideen eine deutlich bedrückendere Atmosphäre bietet.

[Bild: bewertung3_5.png]

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  [Mittelalterrock / Folkrock] Drachenreyter - Origo (2022)
Geschrieben von: Tommy2Rock - 24.09.2022, 16:39 - Forum: Musik - Keine Antworten

[Bild: origo.jpg]


Release: 05. Mai 2022
Label: Eigenvertrieb


Tracklist:
01. Wer wir sind
02. Lautere Wahrheit
03. Von der Jagd
04. Kriegsrecht
05. Eva Maria
06. Teufelstanz
07. Werwolf
08. Ich komm in schwarz


Die Drachenreyter haben sich seit anno 2013 dem mittelalterlichen Folkrock verschrieben. Über viele Jahre sammelten sie Erfahrungen an den unterschiedlichsten Folkinstrumenten und schrieben Songs über aktuelle, tiefsinnige und zeitlose Themen. Dabei kamen der rockige Einfluss wie auch musikalische Einflüsse aus anderen Stilrichtungen nie zu kurz. Neben der Grundbesetzung einer Rockband erklingen Folkinstrumente wie Dudelsack, Schalmei und Drehleier bei den Drachenreytern. Ihr aktuelles Album „Origo“ ist das Ergebnis einer langen Reise der Band mit vielen neuen musikalischen Einflüssen. Die Songs laden schnell zum Feiern ein und sorgen zudem für eine spannende mystische Atmosphäre. (Quelle: Drachenreyter)


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Drachenreyter sind:
Nestor: Gesang
Fagur: Drehleier, Gesang & Dudelsack
Eskel: Gitarre
Gunna: Bass & Gesang
Ryoth: Schlagzeug


Beim Namen Drachenreyter werden einige langjährige Hörer meiner Sendungen wahrscheinlich kurz innehalten, vor allem in Verbindung mit dem Titel "Wer wir sind". Dies ist nicht verwunderlich, da ich schon vor einigen Jahren eine Demoversion des Liedes bekommen habe. Nun ist mit "Origo" ein Album erschienen, auf dem die Band ihre Weiterentwicklung demonstriert. Der mittelalterliche Folkrock klingt sehr gut und erzählt viele verschiedene Geschichten. Mit "Wer wir sind" stellt sich die Band selbst vor und lädt direkt zum Tanzen ein. "Teufelstanz" klingt düster und die harten Gitarren vermischen sich mit einer sehr eingängigen Melodie. Über Werwölfe gibt es schon einige Lieder und der "Werwolf" von den Drachenreytern braucht sich vor den Artgenossen nicht verstecken. Harte Riffs, dazwischen ein melodisches Zwischenstück und der Chorus eignet sich hervorragend zum Mitgröhlen. Auf die gestellte Frage "Hört ihr die Wölfe heulen", kann ich mir live sehr gut einen Wolfschor als Antwort vorstellen. Zum Abschluss kommt die Pest mit "Ich komm in schwarz". Damit verabschieden sich die Drachenreyter sehr stilvoll und noch einmal mit all ihren Stärken. Einen Schwachpunkt stellt allerdings das Mastering dar. Teilweise gehen Instrumente unter oder sind im Vergleich zum Rest zu laut. Auch beim Gesang fällt dies auf. Vom Klang her ist Nestor ein guter Sänger mit einer Stimme, die einen hohen Wiedererkennungswert hat. Leider besteht auch hier die Problematik, dass er entweder schlecht zu verstehen ist oder etwas zu laut wirkt. Wenn man das Album mehrfach hört, versteht man es nach und nach zwar immer besser, aber einige Hörer werden sich diese Zeit nicht nehmen. Somit zeigen die Drachenreyter und auch "Origo", dass viel Potential da ist und man sich schon auf dem richtigen Weg befindet. Noch etwas Feinschliff bei den Aufnahmen und einer höheren Bewertung steht nichts mehr im Weg.

Mein Fazit: Die Drachenreyter haben mit "Origo" ein Album aufgenommen, das abwechslungsreich und sehr unterhaltsam ist. Thematisch bewegen sie sich zwischen Mythen, Legenden und ihrer eigenen Geschichte. Die Lieder enthalten Rock- und Metalelemente, die historischen Instrumente sorgen für den melodischen Part und der Gesang klingt sehr angenehm. Hier und da müsste man die Lieder vielleicht etwas anders abmischen, damit der Dudelsack zum Beispiel nicht im Klang der E-Gitarre verloren geht und der Gesang nicht so wirkt, als wenn er über der Musik erklingt oder zu leise klingt. Insgesamt ist "Origo" aber ein sehr guter Einstieg, um die Drachenreyter besser kennenzulernen. Mit Liedern wie "Teufelstanz", "Werwolf", "Wer wir sind" und "Ich komm in schwarz", die auch meine Anspieltipps sind, kann die Band ganz sicher neue Fanherzen erobern. Wenn es mal über eine digitale Veröffentlichung hinaus geht und für eine CD noch ein wenig am Mastering geschraubt wird, kann ich mir sehr gut vorstellen, das Album dann auch in physischer Form in mein Regal zu stellen. Lust auf mehr ist nach dem Anhören des Albums auf jeden Fall vorhanden.

[Bild: bewertung4.png]

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  [Metalcore-/Trancecore] Electric Callboy - TEKKNO (2022)
Geschrieben von: Tommy2Rock - 22.09.2022, 17:00 - Forum: Musik - Keine Antworten

[Bild: ectekkno.jpg]


Release: 16. September
Label: Century Media Records (Sony Music)


Tracklist:
01. Pump It (Video)
02. We Got The Moves (Video)
03. Fuckboi feat. Conquer Divide (Video)
04. Spaceman feat. Finch (Video)
05. Mindreader
06. Arrow Of Love (Video)
07. Parasite
08. Tekkno Train
09. Hurrikan (Video)
10. Neon


Electric Callboy melden sich endlich mit ihrem mit Spannung erwarteten neuen Studioalbum "TEKKNO" zurück. Mit jeder Menge Energie und Spaß an Bord liefert die Band aus Castrop-Rauxel ein beispiellos fulminantes Metalcore-Feuerwerk ab, das seinesgleichen sucht. Auf zehn unglaublich starken Tracks, darunter die bereits veröffentlichten Hit-Singles "We Got The Moves" und "Pump It", zeigen Electric Callboy auf ihrem bisher zweifellos besten Album, was in ihnen steckt. (Quelle: Pressetext)


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Electric Callboy sind:
Nico Sallach: Gesang
Kevin Ratajczak: Gesang & Keyboard
Daniel „Danskimo“ Haniß: Gitarre
Pascal Schillo: Gitarre
Daniel Klossek: Bass
David Friedrich: Schlagzeug


Electric Callboy haben 2021 und 2022 gezeigt, dass Metalcore made in Germany in der Lage ist, Partyhits rauszuhauen, die weit über die Genregrenzen hinaus gefeiert werden. "We Got The Moves", "Pump It", "Fuckboi", "Hurrikane" und "Spaceman" wurden vorab als Singles veröffentlicht, um die Fans auf das neue Album "TEKKNO" einzustimmen. Seit dem 16. September ist das Album nun erhältlich und es zeigt alle Stärken der Bands auf. "Mindreader" ist ein Track, wie aus dem Electric Callboy Lehrbuch. Eingeleitet durch elektronische Klänge, wird der Song schon nach wenigen Sekunden zu einer harten Nummer, die sich im Chorus melodisch gibt. Bei "Arrow Of Love" hätte man sich die Effekte auf den klaren Gesang sparen können, ansonsten ist es ebenfalls ein Abriss-Song vom Feinsten. Der Anfang von "Parasite" erinnert kurz an den berühmtem Techno-Song "New Order" aus dem Film Blade. Ist insgesamt aber auch ein typischer Electric Callboy Song, wie die Fans ihn erwarten. "Tekkno Train" ist ein Partysong, der sehr stark an die Eurodance-Hymnen der 90er Jahre erinnert und bei dem es sich sehr lohnt, auf den Text zu achten. Den Abschluss bildet "Neon", bei dem die Jungs mal etwas ruhigere Töne erklingen lassen und ein grandioses Finale für "TEKKNO" damit hinlegen. Über die fünf vorab veröffentlichten Singles muss man nichts mehr sagen, denn diese sind zum Zeitpunkt des Releases teilweise über ein ganzes Jahr alt und damit sind wir an dem Punkt angekommen, der das Album etwas madig macht. Das Gefühl, die Lieder schon zu lange zu kennen, ist gerade zu Beginn sehr stark, da vier der Singles die ersten vier Slots der Tracklist belegen. Wer neues will, skippt also erstmal. Bei den neuen Songs angekommen, stellt sich wie beschrieben sehr schnell Party- und Pogolaune ein, echte Überraschungen gibt es aber nicht wirklich, da alle Songs eben typisch nach Electric Callboy klingen. Wer die Singles nicht kennt, wird definitv den meisten Spaß mit der Scheibe haben, alle anderen freuen sich vermutlich eher, die größten Hits, mit Ausnahme von Hypa Hypa, auf einer CD versammelt zu haben.

Mein Fazit: Starten wir mit dem Elefanten im Raum, das Album fühlt sich nicht neu an. Die ersten vier Songs habe ich gelangweilt mit "kenn ich schon" weggeklickt, denn ich wollte selbstverständlich neue Songs hören. Zum Glück ist "Mindreader" ein richtiger Abreißer, ansonsten hätte ich das Album wahrscheinlich nicht weiter gehört. Auch die anderen neuen Songs sind keine Enttäuschung gewesen und gerade "Neon" als Schlusslicht ist eine sehr angenehme Überraschung. Trotzdem sind bei gerade 30 Minuten Spielzeit knapp 16 Minuten neue Musik schlicht zu wenig. Entweder man hätte mehr Songs für das Album schreiben müssen, oder nicht so viele Songs vorab veröffentlichen dürfen. Insgesamt ist das Album richtig klasse, was die negativen Aspekte noch bedauerlicher macht, aber die eigentlich verdienten 5 Punkte sind so einfach nicht drin. Anspieltipps sind schlicht die neuen fünf Songs, da man den Rest halt schon hoch und runter gehört hat. Auch die grandiose CD-Box, die für sich gesehen fünf Punkte wert ist, überspielt nicht das Gefühl, eine überteuerte EP gekauft zu haben. Die "MMXX Hypa Hypa Edition" EP mit 13 Tracks und knapp 42 Minuten Laufzeit kostet zum Beispiel nur 13,99€. So leid es mir als Fan auch tut, weniger ist nicht immer mehr und so gibt es nur sehr schwache vier Punkte.

[Bild: bewertung4.png] 

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  [Dark Rock / Goth Folk] Phoenix Barde - Lieder aus der Dunkelheit
Geschrieben von: Tommy2Rock - 19.09.2022, 17:14 - Forum: Musik - Keine Antworten

[Bild: phoenixbarde.jpg]


Release: 19. August 2022
Label: Eigenvertrieb


Tracklist:
01. Prolog
02. Verflucht
03. Hast du geglaubt
04. Vampir
05. Rache
06. Totenlied
07. Aus der Asche
08. Rabenkönig
09. Aufstieg des Phoenix
10. Teufel und Geister


Lasst Euch auf eine Reise ein und begleitet den "Phoenix Barde" durch seine Sage. Singer/Songwriter Marcel Wittler erzählt die Geschichte bereits seit 2014 - und diese wurde nun seit November 2020 neu arrangiert. Mit kompletter Band und diversen musikalischen Einflüssen wurde die neueste Single "Teufel & Geister" am 6. Mai 2022 veröffentlicht. In klassischer Rockbesetzung liefert die Band aus dem Münsterland den Soundtrack für eine komplette Welt, in die die Hörer unweigerlich durch eingängige Melodien hineingezogen werden. "Phoenix Barde" ist Deutschrock, aber eben nicht nur. Es ist eine Hommage an gute Geschichten und Schicksalen, und eben dem alten Bösen und neuen Guten. Was wäre besser geeignet all dies zu erzählen und fühlen zu lassen, als mit ordentlichen Liedern, die das Fantasy-Leben schrieb? (Quelle: Pressetext)



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Phoenix Barde sind:
Marcel "Phoenix Barde" Wittler: Komposition, Text & Gesang
Diego Trotzke: Komposition, Gitarre & Backingvocals
Dietmar Berberich: 2. Gitarre
Bernhard Dechering: Bass
Fabian: Drums

Wenn ein passionierter Musiker eine Geschichte vor Augen hat, die er musikalisch umsetzen möchte, ist es immer spannend das Endergebnis zu hören. Mit "Lieder aus der Dunkelheit" hat "Phoenix Barde" Marcel Wittler genau dies umgesetzt und nun mit einer kompletten Band an seiner Seite veröffentlicht. Schon beim "Prolog" wird man in die Geschichte hineingezogen und vom charismatisch eingesprochenem Text, bis hin zum Einsetzen der Gitarren, baut sich der Spannungsbogen hervorragend auf. Die Erzählweise des Albums macht es nicht zwingend nötig, die Lieder im Zusammenhang zu hören. Auch ohne den Kontext der Geschichte ist aufgrund des guten Songwritings jeder Song für sich hörenswert. Marcel Wittler hat eine sehr angenehme Stimme, die in der Lage ist, die Stimmung der Lieder sehr gut einzufangen. Die Gitarren, der Bass und die Drums sorgen für einen richtig guten Rocksound. Neben der positiven Punkte gibt es aber auch ein paar Schwächen. Die offensichtlichste ist die Aufnahmequalität. Der Sound klingt stellenweise sehr stumpf, nicht immer ist die Stimme ideal eingemischt worden. Schade ist auch, dass es keinen physischen Release gibt. Die Wahl ist bei den Kosten einer CD-Pressung inklusive Case und Design durchaus verständlich. Durch die Veröffentlichung auf den bekannten Streamingdiensten ist die Möglichkeit, sich so einen größeren Fankreis aufzubauen, auf jeden Fall gegeben. Phoenix Barde haben mit ihrem Debüt gezeigt, dass die Band viel Potential besitzt und die Geschichte macht Lust auf mehr.


Mein Fazit: Phoenix Barde haben mit "Lieder aus der Dunkelheit" ein solides Debüt hingelegt. Die Geschichte des Albums wird musikalisch sehr gut erzählt und auch der "Prolog" ist wirklich gut eingesprochen. Santiano sollten sich den Prolog mal anhören, falls sie mal wieder eine Geschichte zur Musik erzählen möchten, dann wären die Fans über eine angekündigte Saga nicht so enttäuscht. Die merkbare Schwäche des Debütalbums ist wie erwähnt leider die Tonqualität, die dumpf klingt und mehr Feintuning gebraucht hätte. Als Debüt und digitales Release ist es trotzdem ein schöner Einblick, der Lust auf mehr Geschichten aus der Welt von Phoenix Barde macht. Vielleicht sollte man sich in ein oder zwei Jahren überlegen, eine Neuaufnahme über ein Crowdfunding zu finanzieren und dann ein richtiges CD Release anzusteuern. Das Potential und das musikalische Können sind auf jeden Fall vorhanden und hörbar. Mit der vorhandenen Luft nach oben ist es sehr interessant, was zukünftig von Phoenix Barde kommen wird. Meine Anspieltipps sind der sehr atmosphärische "Prolog" zur Einstimmung und dazu "Aufstieg des Phoenix", "Rabenkönig" und "Totenlied".


[Bild: bewertung4.png]

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  12: Dan Shocker - Larry Brent - Atomgespenster
Geschrieben von: Tommy2Rock - 18.09.2022, 17:50 - Forum: Larry Brent - EUROPA - Keine Antworten

[Bild: atomgespenster.jpg]



Eine Studio EUROPA-Produktion
Hörspiel nach dem gleichnamigen Roman von Dan Shocker, erschienen beim Zauberkreis-Verlag
Laufzeit ca. 48 Minuten
Buch: Charly Graul
Musik und Effekte: Phil Moss
Produktionsjahr: 1984

Um ein verlassenes Atomkraftwerk in Mealburg ranken sich seltsame Geschichten. Dort soll es umgehen, heißt es. Und der kleine Tom Sullivan, der mit seinen Eltern in der Nähe von Mealburg wohnt, ist völlig verändert: Er entwickelt übersinnliche Fähigkeiten, mit denen er ein Inferno entfesseln kann. Was weiß er von den seltsamen Wesen, die in den verlassenen, radioaktiv verseuchten Hallen hausen? Steht er mit ihnen in geistiger Verbindung? Die Atomgespenster ziehen Larry Brent und seinen kauzigen Freund Iwan Kunaritschew in ihren Bann..


Kapitel:
01. Radioaktiver Wasserdampf
02. Morphium
03. Geisteskrank
04. Mord-Anschlag
05. Blutwäsche
06. Strahleneinwirkung
07. Mutation
08. Von Krämpfen geschüttelt


Sprecher:
Erzähler: Günter König
Zeitansager: Michael Harck
Larry Brent alias X-Ray 3: Rainer Schmitt
David Gullen alias X-Ray 1: Rüdiger Schulzki
Iwan Kunaritschew alias X-Ray 7: Henry König
Wachmann Jim Barnes: F.-J. Steffens
Wachmann Cliff Morton: Edgar Bessen
Chef, ein Gangster: Michael Harck
Blacky, ein Gangster: Edgar Bessen
Jerome: Günther Flesch
Mandy Gorling: Katja Brügger
Schwester Martha: Brigitte Kollecker
Chefarzt Dr. James Funner: Günter Pfitzmann
Mrs. Sullivan: Renate Pichler
Tom Sullivan: Wanja Mues
Passant: Richard Lauffen
Wachmann Bob: Horst Stark
Bobs Kollege: Günther Flesch


Warnung: Dieser Absatz der Rezension enthält Spoiler! - Da der Rückklappentext der Hörspiele nur an die eigentliche Handlung angelehnt ist, gebe ich hier eine genauere, wenn auch nur grobe Zusammenfassung, um nicht zu viel zu verraten. Verbrecher versuchen das vor sieben Jahren havarierte Atomkraftwerk in Mealburg City zu besetzen, um die Freilassung eines inhaftierten Gangsterbosses zu erpressen. Beim Versuch, Uran-235 ins Atomkraftwerk zu bringen, geschehen unheimliche Dinge. Die PSA beginnt zu ermitteln und Larry Brent alias X-Ray 3 wird zum Ort des Geschehens geschickt. Dabei erfährt er nicht nur die tragische Geschichte von Mandy Gorling, die zum Zeitpunkt des Unglücks hochschwanger war. Ebenso lernt er Tom Sullivan kennen, der als Baby im Bauch seiner Mutter verstrahlt wurde. Doch welche Rolle spielt Dr. Funner, der für ein Geheimnis um die Katastrophe über Leichen geht? Larry Brent steckt mitten in einem Fall, bei dem es nicht nur um sein eigenes Leben geht. Zusammen mit seinem Kollegen Iwan Kunaritschew alias X-RAY 7 versucht er alles, um eine weltweite Gefahr zu verhindern und stößt dabei auf das Geheimnis hinter den Atomgespenstern.


Mein Fazit: Folge 12 der klassischen Larry Brent Reihe behandelt ein Thema, das auch ohne Geister oder unheimliche Vorkommnisse für eine unangenehme Gänsehaut sorgt - ein Super-GAU in einem Atomkraftwerk. Auch wenn es hier nur um das Gelände in unmittelbarer Nähe sowie die nächstgelegene Stadt handelt, können Assoziationen mit Tschernobyl nicht vermieden werden. Dabei ist es erstaunlich, dass die Aufnahme knapp 2 Jahre vor der realen Katastrope erschienen ist. Neben der Geschichte erschafft vor allem der Soundtrack eine Atmosphäre, die auch heute noch ihre Wirkung zeigt. Die Geschichte fängt mit der Idee an, dass man ein havariertes Atomkraftwerk als Waffe gegen die Welt einsetzen könnte. Allein diese Vorstellung macht mir seit meiner Kindheit Angst und daran ist dieses Hörspiel mitverantwortlich. Dass Strahlung auf das menschliche Erbgut Auswirkungen hat, ist auch bekannt und wird hier an Kindern vorgeführt, die genetische Mutationen entwickelt haben. Zu dieser Mischung kommt noch ein wahnsinniger Arzt, der am Tag der Katastrophe im Dienst war und eine psychisch belastete Frau, die den strahlenbedingten Verlust ihrer Tochter nicht glauben will. Spannung, Drama und hervorragende Sprecher machen dieses Hörspiel zu einem wahren Klassiker, der sich vor keinem modernen Hörspiel verstecken muss. Wie eine moderne Umsetzung klingt, kann man ab dem 23. September 2022 hören und dann einen direkten Vergleich ziehen. Denn diese Folge erhält eine Neuauflage in der laufenden Larry Brent Serie bei der R&B Company. Wer Horrorhörspiele aus dem Hause EUROPA mag, kommt um die "Atomgespenster" nicht herum.

[Bild: bewertung5.png]

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  [Mittelaltermetal / Folkmetal] Vogelfrey - Titanium (2022)
Geschrieben von: Tommy2Rock - 17.09.2022, 19:06 - Forum: Musik - Keine Antworten

[Bild: titanium.jpg]


Release: 16. September 2022
Label: Metalville


Tracklist:
01. Flammenvogel (Video)
02. Stahlhammer
03. Nicht A (Video)
04. Nie Wieder Met
05. Legenden
06. Gott Gegen Gott
07. Sawney Bean
08. Samael Hilf
09. 1000 Jahre Bier (Video)
10. Unsterblich
Bonus CD "Folksnah":
01. Legenden (Akustik Version)
02. Ära des Stahls (Akustik Version)
03. Lindwurm Massaker (Akustik Version)
04. Schuld ist nur der Met (Akustik Version)
05. Heldentod (Akustik Version)
06. Bonustrack: Walhalla (Piano Version)


Aus Asche geboren - zur Sonne gewandt - VOGELFREY sind zurück und breiten flammend ihre Flügel aus. Nach der pandemiebedingten Stille erheben sich die sechs Vaganten nun zu einem musikalischen Höhenflug, der ohne Zweifel alle Hörerinnen und Hörer mit sich reißen wird. Metallisch hart und doch voll folkiger Spielfreude lassen VOGELFREY auf ihrem sechsten Studioalbum "Titanium" kräftig die Funken sprühen und veredeln einmal mehr ihre einzigartige Legierung aus Mittelalter und Moderne. "Titanium" betont machtvoll die musikalischen und textlichen Stärken aus achtzehn Jahren Bandgeschichte, ohne vor neuen kreativen Ideen zurück zu schrecken. (Quelle: Pressetext)


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Amazon


Vogelfrey sind:
Jannik Schmidt: Gesang, Rauschpfeife, Irische Bouzouki und Gitarre
Alexander Suck: Violine
Johanna Heesch: Cello
Christopher Plünnecke: Bass & Backing Vocals
Dennis Wolkusch: Gitarre & Backing Vocals
Dominik Christiansen: Schlagzeug
Gastmusiker:
Mr. Hurley: Gesang (1000 Jahre Bier)


Vogelfrey sind schon seit vielen Jahren ein fester Begriff in der Mittelalterszene und haben mit "Titanium" nun ihr sechstes Studioalbum veröffentlicht. In den 18 Jahren ihrer Bandgeschichte haben sie schon einige Hits wie "Schuld ist nur der Met", "Heldentod", "Walhalla" und "Hörner hoch" abgeliefert, die in keiner gut sortierten Playlist fehlen sollten. Trotzdem scheint es bisher so, dass die Band nie die Beachtung gefunden hat, die sie verdient. Dies könnte sich mit "Titanium" ändern, denn die zehn Lieder des Albums sind allesamt mit genialen Melodien und Texten zum Mitsingen ausgestattet. "Nicht A" zeigt sich humorvoll-bissig gegen die A-Päpste der Mittelalterszene und man muss genau hinhören, um zu erkennen, wie viele Anspielungen an typische Szenen auf den Märkten enthalten sind. "Nie wieder Met" ist die typische Hymne, die man nach einem hartem Gelage von sich geben kann, mit dem Wissen, dass der nächste Met mit Sicherheit bald kommen wird. "Legenden" hat das Potential bei Liveterminen laute Fanchöre und ein Händemeer zu entfesseln. Bei "Samael hilft" wird es dann auch noch höllisch, wenn Samael seine Dienste gegen die Seelen seiner Beschwörer eintauscht. Bei "1000 Jahre Bier", im Original ein Lied von Deichkind, haben sich Vogelfrey Verstärkung in Form von Mr. Hurley geholt. Gemeinsam wird das nächste Zeitalter des Bieres besungen und zum Mittrinken animiert. Technisch überzeugt das Album auch. Der Sound klingt glasklar, hat den richtigen Druck durch Schlagzeug, Bass und Gitarre und der Gesang ist perfekt eingemischt worden. Ein Highlight für sich ist das Cover von Thomas Ewerhard, das auch im Booklet, auf den inneren Seiten des CD-Cases und auf der Box zu sehen ist.



[Bild: vtbox.jpg]

Da ich die Box besitze, möchte ich auch diese kurz ansprechen. Die Bonus-CD "Folksnah" zeigt, dass die Band auch akustisch überzeugen kann und vielleicht wäre es mal eine Idee, ein Album als Live-Akustik-Event aufzunehmen. Jan Hegenberg als Gastsänger bei "Legenden" passt einfach wie die Faust aufs Auge. Mein persönlicher Favorit ist die neue Version von "Heldentod", die dem Lied ein anderes Gefühl verleiht und gleichzeitig noch genauso episch klingt. Das Horn ist klein aber fein und der Schriftzug darauf ist sehr schön gemacht. Der passende Halter fehlt natürlich auch nicht, aber das war's. Mehr als die Bonus-CD und das Horn plus Halter ist nicht in der Box. Eine Autogrammkarte oder Bandfotos wären noch eine gute Ergänzung gewesen, da die Box für knapp 40 Euro etwas leer wirkt für diesen Preis. Dafür ist das Artwork auf der Box, die sehr hochwertig ist, ein weiterer Grund diese zu kaufen. Für die Box, ohne das Album in die Bewertung einfließen zu lassen, würde ich deshalb 4 von 5 Punkten geben. Nicht immer ist weniger mehr, aber das was vorhanden ist, kann sich wirklich sehen und hören lassen.

Mein Fazit: Zu sagen, dass Vogelfrey mit "Titanium" den Vogel abgeschossen haben, klingt vielleicht sehr ironisch, ist aber genau das Gefühl, das ich beim Hören des Albums hatte. Von Anfang bis Ende hat mich die Musik begeistert und als ich dann noch die Akustik-CD "Folksnah" als Bonus gehört habe, war ich überzeugt, dass es die richtige Entscheidung war, die Fanbox zu kaufen. Die ausgewählten Singles vor dem Release waren genau die richtigen Anheizer für das Album, ohne zu viel zu spoilern. Die Spieldauer von knapp 43 Minuten von "Titanium" plus den zusätzlichen 26 Minuten von "Folksnah" sind kurzweilig und machen enorm viel Spaß. Selbst wenn man sich "nur" für "Titanium" entschieden hat, wird man es lange immer wieder hören. Ich bin gespannt, welchen Platz das Album in den Albumcharts erreichen wird, für mich hat es aufgrund aller positiven Punkte mindestens Top 3 Potential. Wer Mittelalter- und Folkrock mit vielen Metaleinflüssen mag, kommt an diesem Album nicht vorbei. Mein Tipp: Schaut euch die Videos zu den Singles an und geht zum Händler eurer Wahl. "Titanium" ist ein echter Gewinn für jede Musiksammlung.

[Bild: bewertung5.png]

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  [Vagantenmusik] Totus Gaudeo - Der IV. Streich (2022)
Geschrieben von: Tommy2Rock - 15.09.2022, 18:50 - Forum: Musik - Keine Antworten

[Bild: vierterstreich.jpg]



Release: 09. Februar 2022
Label: Zerberus Music


Tracklist:
01. Hausdrachentanz
02. Sakrisch guad
03. Enchanté
04. Schachmatt
05. Insel
06. Dunkle Wolken
07. d'Welt is rund (bayerisch)
08. Sommer
09. Bal Ar Zon
10. Der Tanz
11. Totus 2.0
Bonustracks:
12. Geistahochzeit feat. Rapkalibur
13. d'Welt is rund (fast hochdeutsch)


Totus Gaudeo kommen aus der Gegend um Landshut und sind bereits seit 2003 aktiv. Der Bandname bedeutet frei übersetzt „Ich freu mich so“. Ein Motto, dass beim Hören der Musik deutlich wird. Nach den Alben „Vagantenstreich“ (2007), „Aus der Bredouille“ (2009) und „Spieler“ (2012), ist im Frühjahr 2022 mit „Der IV. Streich“ schon das vierte Studioalbum aufgenommen worden. Seit ihrer Gründung spielte die Band bereits auf vielen Veranstaltungen, wie zum Beispiel dem Festival Mediaval in Selb, Europas größtem Mittelalter Festival und konnte auf jeder Bühne die Zuschauer begeistern. Auch wenn als Oberbegriff für die Musik „Vagantenmusik“ durchaus zutrifft, kann man dennoch kein festes Genre bestimmen, da zu viele verschiedene Einflüsse genutzt werden. Diese hört man auch bei „Der IV. Streich“, für den man den Ex-Schandmaul Bassisten Hubert „Hubsi“ Widmann als Produzenten gewinnen konnte. Mit Michl aus dem Sack ist die Band nun auch fest mit einem zweiten Dudelsackspieler ausgestattet, der eigentlich als vorübergehender Ersatz für Majestro Totus Floreo ausgeholfen hat.


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Totus Gaudeo sind:
Wernhard zu Hedinpach: Gesang, Schalmei, Flöten & Gitarre
Don Pedro del rio della pasqua: Gitarre, Bouzouki & Gesang
Ekatarina: Bratsche & Drehleier
Majestro Totus Floreo: Dudelsäcke, Clarino, Tin Whistle & Ukulele
Michl aus dem Sack: Dudelsack, Clarino, Akkordeon & Flöte
Stephanovic der ruhende Pole: Bass
Van Benningen: Schlagzeug & Percussion
Gastmusiker:
Sascha "Rapkalibur" Hummel: Sprechgesang (Geistahochzeit)


Wie der Titel des Albums schon vermuten lässt, handelt es sich bei "Der VI. Streich" um das vierte Studioalbum von Totus Gaudeo. Wie schon bei den Vorgängern ist die Band in bester Spiellaune und hat mit den elf Liedern und den zwei Bonustracks wieder eine abwechslungsreiche Tracklist zusammengestellt. Die meisten Lieder haben ein flottes Tempo und laden geradezu zum Tanzen ein, aber auch ein paar ruhigere Töne sind vorhanden. Dass ausgerechnet "Der Tanz" eine Ballade ist, überrascht im ersten Moment, aber die Ballade ist wirklich schön und der Chorus sitzt sehr schnell, wodurch man spätestens beim zweiten Mal schon mitsingt. "d'Welt is rund" zeigt, dass die Band auch sozialkritische Texte umsetzen kann, ohne dabei zu politischen Klischees greifen zu müssen. Bei den Melodien und Rhythmen haben sich Totus Gaudeo von vielen Musikstilen insprieren lassen. Bei "Sommer" geht es Richtung Reggae und beim Bonustrack "Geistahochzeit" ist durch Rapkalibur auch noch Sprechgesang zu hören. Dieser Bonustrack funktioniert so gut, dass er eines der vielen Kaufargumente darstellt. Was für hervorragende Musiker*innen bei Totus Gaudeo zusammengefunden haben, hört man besonders in den instrumentalen Stücken. Egal ob Dudelsäcke, Akkordeon, Bratsche, Drehleier oder Schlagzeug, man hört die Leidenschaft zur Musik einfach raus. Dazu ist das Mastering des Albums sehr hochwertig und die Aufnahmen klingen einwandfrei. Musikalisch und technisch ein rundum gelungenes Gesamtpaket.

Mein Fazit: Totus Gaudeo verstehen es enorm gut, für gute Laune zu sorgen. Dies beweisen sie mit "Der IV. Streich" mit ihren Texten und den fabelhaft tanzbaren Melodien. Neben guter Laune steigt auch der Wunsch, die Band auf einem Mittelaltermarkt live zu erleben und vor der Bühne mitzufeiern. Den bayrischen Akzent im Gesang empfinde ich nicht als störend, sondern als Wiedererkennungsmerkmal der Band. Dass sie "d'Welt is rund" in bayrisch und fast hochdeutsch umgesetzt haben, ist für mich dann auch ein Augenzwinkern der Band in Richtung ihrer Fans. Die Zusammenarbeit mit Sascha "Rapkalibur" Hummel klingt ebenfalls sehr gut und ist ein gelungener Stilbruch zum Rest des Albums. Wie es bei vielen guten Alben der Fall ist, wirkt das Album viel zu kurz und dass trotz seiner 48 Minuten Spielzeit. Ich bin auch beim vierten Studioalbum der Band vollauf begeistert von soviel Spielfreude und dem Spaß beim Zuhören, so dass es hier nur die volle Punktzahl geben kann. Meine Anspieltipps sind "Geistahochzeit", "Der Tanz", "Bal Ar Zon" und "d'Welt is rund" in beiden Versionen.

Wer die Band dieses Jahr noch live sehen möchte, um sich direkt von ihrer Musik begeistern zu lassen, hat noch folgende Termine zur Auswahl:

Fr. 07. Oktober 2022 - Zauberberg - Passau
Sa. 10. Dezember 2022 - Münchner Adventsspektakel - Wittelsbacher Platz


[Bild: bewertung5.png]

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  [Folk] Fior - Manuskript (2022)
Geschrieben von: Tommy2Rock - 13.09.2022, 17:18 - Forum: Musik - Keine Antworten

[Bild: fior.jpg]


Release: 27. Mai 2022
Label: Eigenvertrieb


Tracklist:
01. Ach Elslein, liebes Elslein
02. Nordluft
03. Verstohlen Geht der Mond auf
04. Polskalarm
05. Allgemeines Wandern
06. Menuett In A-Moll
07. Engländer VII/766
08. Die schöne Zeit
09. Herr von Ribbeck
10. Das Fischermädchen
11. Bestensee Bahnhof
12. Schottisch nach H.N. Philipp
13. Bei Der Stillen Mondeshelle


Mit Fior (althochdeutsch, „Vier“) betritt ein neues Quartett aus Süddeutschland die Bühne, welches sich dem modernen Folk verschrieben hat. Fior macht Musik für den Tanzboden und Konzertsäle, bringt die Leute zum Tanzen und Träumen. Fior - das sind Regina Kunkel, Rick Krüger, Sebastian Elsner und Björn Kaidel. Nachdem Regina, Rick und Björn bereits mit ihren instrumentalen Duo-Projekten Akleja und Airu für Aufsehen gesorgt haben, entstand die Idee eine Band zu gründen, die sich auch Liedern und Texten widmet. Mit dem Drehleierspieler Sebastian Elsner haben sie dabei die perfekte Ergänzung gefunden. Im stillen Kämmerlein haben sie ein neues Konzertprogramm geschmiedet, welches sie nun auf die Welt loslassen. Alle vier MusikerInnen gehören in Deutschland zu den führenden Vertretern ihrer Instrumente, können auf langjährige Bühnenerfahrung zurückblicken und sind neben ihrer Musikertätigkeit auch gefragte DozentInnen bei Kursen und Workshops im In- und Ausland. (Quelle: Fior)


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Fior sind:
Regina Kunkel: Nyckelharpa
Rick Krüger: Gesang, Schäferpfeife, Säckpipa, Klarinette, Concertina & Tin Whistle
Sebastian Elsner: Drehleier & Begleitgesang
Björn Kaidel: Gitarre & Nyckelharpa


Wer die bereits vorhandenen Werke von Rick Krüger, Akleja und Airu kennt und mag, wird die Musik von Fior als durchaus vertraut empfinden. Da sich hier alle Elemente der genannten Projekte vereinen und deren Stärken betonen, sollte dies auch nicht verwunderlich sein. Erstaunlich ist dabei, wie viele Instrumente zum Einsatz kommen, obwohl hier gerade einmal vier Musiker*innen am Werk sind. Rick Krüger, der auch solo als Sänger agiert, ist als Leadsänger als die Stimme der Band zu hören. Die Texte stammen unter anderem von Wilhelm Busch (Die schöne Zeit), Joseph von Eichendorff (Allgemeines Wandern) und Theodor Fontane (Herr von Ribbeck). Die Melodien stammen sowohl aus eigener Feder, sowie aus den Manuskripten "Tanzmusiksammlung Dahlhoff", "Dantz Büchlein Dreyßer" und "Die Handschrift des Heinrich Nicol Phillip". Durch die Nutzung dieser Quellen ist auch der Name des Albums "Manuskript" entstanden. Die traditionellen Stücke vermischen sich nahtlos mit den Eigenkompositionen und ergeben so das Gesamtbild, das Fior ausmacht. Regina Kunkel und Björn Kaidel beweisen wieder, was für hervorragene Musiker*innen an der Nyckelharpa sie sind und wie schnell man durch den Klang verzaubert wird, spricht schon für sich. Sebastian Elsner schafft dieses spielerisch leicht wirkende Kunststück mit seiner Drehleier ebenfalls. Rick Krüger erzeugt nicht nur wunderschöne Melodien mit der erstaunlichen Menge seiner Instrumente. Seine Stimme passt perfekt zum Klangbild des Quartetts und sorgt noch einmal für eine ganz eigene Atmosphäre. Das Design von Björn Kaidel gibt dem Album und insbesondere dem Booklet das passende, edel wirkende Aussehen eines Manuskripts. Zu jedem Lied sind Informationen und, falls vorhanden, die Texte enthalten. Dadurch lernt man etwas über die Herkunft und die Geschichte der Lieder. Insgesamt also ein Rundumpaket, das die Liebe zur Musik widerspiegelt, die durch Fior in dieses Album eingeflossen ist.

Mein Fazit: Fior erschaffen mit ihrer Musik eine ganz eigene Welt, in der man sich als Hörer sehr schnell verlieren kann. Mit Drehleier und Nyckelharpa sind zwei Instrumente zu hören, deren Klang immer wieder wunderschöne Melodien hervorbringt, die zwischen verträumt und mystisch hin und her wechseln. Dazu kommt Ricks virtuose Spiel an den Whistles, Säcken und Pfeifen. Abgerundet durch Björns hervorragendes Gitarrenspiel, ergibt sich dann ein Klangbild, das man so in Deutschland sehr selten hört. Die eigenen Projekte der Bandmitglieder*innen kommen dem noch am Nächsten. Doch nicht nur die Melodien und das Arrangement überzeugen, denn in einigen Liedern gibt es auch Texte, die von Rick gesungen werden und durch seine Stimme ebenfalls etwas Verträumtes verliehen bekommen. Auch wenn "Manuskript" kein wildes Partyalbum ist, laden die Melodien immer wieder zum Tanzen ein. Für alle, die den Klang der Instrumente lieben und dazu gesungene Geschichten hören möchten, ist dieses Album sehr empfehlenswert. Da man auf bandcamp die Lieder kostenlos anhören kann, ist mein Tipp zum Schluss, diesen Link zu nutzen und sich selbst verzaubern zu lassen. Wie immer der Hinweis, dass man mit dem Kauf der Musik dafür sorgen kann, dass es zukünftig vielleicht mehr von diesem grandiosen Quartett zu hören geben könnte.

[Bild: bewertung4_5.png]

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  Tommy Krappweis nach dem Buch von Max Kruse - Lord Schmetterhemd CD Box 1 (2021)
Geschrieben von: Tommy2Rock - 11.09.2022, 19:11 - Forum: Lord Schmetterhemd - Keine Antworten

[Bild: schmetterhemd1.jpg]



Label: EDEL Kids
Ein Hörspiel von Tommy Krappweis nach dem Buch von Max Kruse
3 CD Box mit 189 Minuten Laufzeit


Besuch von der Familie kann schon sehr speziell ausfallen. Insbesondere, wenn die Anverwandten aus dem Jenseits zurückkehren – und das auch noch in überlebensgroßer Tiergestalt. Lord Mac Shnatterman auf Bloodywood Castle nimmt diese Überraschung vergleichsweise gelassen, während sich sein treuer Diener Cookie Pott erst noch gewöhnen muss an Tante Turkie (eine Truthenne), Onkel Bernie (ein Bernhardiner) und Onkel Rabbit (ein, wenigstens nach eigener Einschätzung, musikalisches Kaninchen mit pikanter Vergangenheit). Nun gut, irgendwelche seltsamen Verwandten haben wir ja alle – aber diese drei sind zum Helfen gekommen! Denn um Bloodywood Castle, seit Generationen Familiensitz der Shnattermans, steht es schlecht: Der Reeder Tom Coolwater hat dem Lord die letzten Bauern abgeluchst, um ihn zum Schlossverkauf zu zwingen. Doch Mac Shnatterman und seine tierisch-untote Verwandtschaft schmieden einen Plan, der fast zu verrückt ist, um schief zu gehen – schließlich muss der Familiensitz gesichert werden, und dann wäre da noch die gemeinsame Reise in den Wilden Westen.  (Quelle: Pressetext)


Amazon - CD Box
Thalia - CD Box
audible


Sprecher:
Kai Taschner: Erzähler
Stefan Günther: Lord Mc Shnatterman / Mac
Pascal Breuer: Cookie Pott
Dana Geissler: Tante Turkie
Oliver Kalkofe: Onkel Bernie
Bastian Pastewka: Onkel Rabbit / Onkel Rab
Kathrin Fricke aka Coldmirror: Rosie McVee
Götz Otto: Mr. Coolwater
Sabine Bohlmann: Maggie Coolwater
Michael Schwarzmaier: Samuel Pinch
Detlev Tams: Aleister

Tommy Krappweis: Autor und Produzent


Folgenbeschreibungen der Rückklappentexte - Achtung Spoiler!

Lord Schmetterhemd – Spuk auf Bloodywood Castle (Folge 1)
Ein schottisches Schloss, seit Jahrhunderten im Besitz ihrer Lord- und Ladyschaften Shnatterman, jetzt bewohnt von Lord Mac Shnatterman und seinem Diener Cookie Pott. Neben viel zu vielen Giebeln verfügt Bloodywood Castle heute leider auch über Löcher im Dach und morsche Türen und Fensterrahmen – ganz zu schweigen von einer lebensgefährlichen Treppenstufe. Geschuldet ist der beklagenswerte Zustand Shnattermans chronischem Geldmangel. Für den begüterten Werftbesitzer Coolwater ist klar: Bloodywood Castle gehört praktisch schon ihm. Doch Shnatterman, bestens vertraut mit den Ureinwohnern Nordamerikas und einer neuartigen Technik namens Fotografie, hat eine Idee. Vorher muss aber geklärt werden, wer Shnattermans Tabakspfeife permanent verkehrt herum in ihr Silberkästchen legt. Cookie sieht längst Gespenster und liegt damit gar nicht so falsch.

Lord Schmetterhemd – Besuch aus dem Jenseits (Folge 2)
Cookie behält Recht. Es spukt in Bloodywood Castle. Wobei er zunächst glaubt, zu träumen, als er angesäuselt von seiner wöchentlichen Dartrunde ins Schloss zurückkehrt. Besitzt der Lord nun auch diese schrecklichen ausgestopften Tiere, die gerade so en vogue sind? Und dann fangen sie auch noch an zu sprechen. Was daran liegt, dass die gigantische Truthenne, der mannshohe Bernhardiner und das riesige Kaninchen Shnattermans aus dem Jenseits zurückgekehrte Vorfahren sind, denn leider wurde ihnen die Rückkehr nur in Tierform gestattet. Kaum ist der Butler halbwegs beruhigt, schmiedet der Lord mit Tante Turkie, Onkel Bernie und Onkel Rab(bit) einen Plan: Er wird mit seinem Kontrahenten Coolwater um Bloodywood Castle wetten. Überstehen Coolwater und Frau eine Nacht im Spukschloss, gehört es ihnen. Wenn nicht, gewinnt Shnatterman Coolwaters Dampfschiff um in Amerika eine Fotoreportage über die Ureinwohner zu machen und um das Rästel einer alten Schatzkarte zu lösen. Butler Cookie ist wie immer skeptisch, doch die untoten Ahnen sind, natürlich, be-geistert!

Lord Schmetterhemd – Eine gruselige Wette (Folge 3)
Die Coolwaters werden in Bloodywood Castle übernachten. Das erfordert natürlich einiges an Vorbereitung, aber Bernie und Rab sind schon kräftig dabei und leihen kurzerhand einen Sarg aus der verborgenen Folterkammer des Schlosses (die es selbstverständlich gar nicht gibt, wie sie versichern). Für die bevorstehende Reise in den Wilden Westen werden einige Gegenstände aus Shnattermans Besitz magisch »optimiert«, zum Beispiel gewinnt eine piekfeine Hemdbrust erstaunliche Eigenschaften, Stichwort: Schmetterhemd. Kaum eingetroffen entwickeln die Coolwaters schon Ideen für ein umfassendes Umstyling des Schlosses. Können sie sich ihrer Sache wirklich so sicher sein?
Zu allem Überfluss schleicht auch noch ein geheimnisvolles Tier durch das Moor: Der „Große Koyote“ ist ebenfalls aus dem Jenseits zurückgekehrt, weil er mit Onkel Rab noch eine Rechnung aus der Vergangenheit begleichen will.

Mein Fazit: Was für ein genialer Start in eine wunderbare Hörspielserie. Von Anfang an werden die Lachmuskeln stark beansprucht und allein die Dialoge zwischen Lord Mc Shnatterman und seinem Buttler Cookie Pott sind schon ein Grund diese Hörspiele zu lieben. Sowohl das Drehbuch, als auch die beiden Sprecher bekommen für diese charmante und witzige Art der Beiden ein sehr großes Lob. Richtig hart wird es erst, als Tante Turkie, Onkel Bernie und Onkel Rabbit auftauchen, denn dann ist es nicht mehr die recht ruhige Art des Lords und seines Buttlers, die für ein Gagfeuerwerk sorgt. Dana Geissler und Oliver Kalkofe punkten mit vielen Wortwitzen, liebenswerten Charakteren und auch Situationskomik. Bastian Pastewka entfesselt mit seiner Rolle allerdings ein Comedychaos und feuert Witze teilweise im Sekundentakt ab. Daher kommt es nicht selten vor, dass Onkel Rabbit von Tante Turkie und Onkel Bernie gebremst werden muss, was den Hörer*innen ein paar Sekunden zum Durchatmen bringt. Götz Otto als Tom Clearwater, der unliebsame Gegenspieler von Lord Mc Shnatterman, ist ebenfalls perfekt für diese Rolle. Doch auch die restlichen Sprecher*innen, die jede noch so kleine Rolle mit viel Liebe und Spaß eingesprochen haben, darf man beim Loben nicht vergessen, denn erst alle zusammen bilden diese wunderschöne, skurrile Welt von Lord Schmetterhemd.

Tommy Krappweis beweist ja schon seit vielen Jahren, dass er das richtige Händchen für charmant-liebevolle Hörspielproduktionen hat, bei denen der Comedy-Anteil eine große Rolle spielt. Die Ghostsitter Reihe und das Spin-Off Die phantastischen Fälle des Rufus T. Feuerflieg begeistern nicht nur deutsche Hörer'*nnen, die Mara Hörspiele sind ebenfalls gefüllt mit liebenswerten Charakteren und das Pummeleinhorn hat auch als Hörspielfigur eine stets wachsende Fangemeinde. Bei den Aufnahmen zu Lord Schmetterhemd wäre ich gern dabei gewesen, allein wegen der Outtakes und den Lachern, die man in den fertigen Folgen nicht mitbekommt. Durch den bewusst gewählten Abstand zum Begriff "Indianer", vermeidet Tommy Krappweis vorausschauend, dass Lord Schmetterhemd irgendwann als unpassend bezeichnet werden kann. Statt den Begriff aber ganz zu streichen, erklärt er durch die Rolle des Lords geschickt, warum man lieber indigene Völker oder Ureinwohner Nordamerikas sagen sollte. Dadurch und auch durch andere Erklärungen, hat die Serie auch noch einen pädagogischen Wert. Zum Glück ist mittlerweile nicht nur die erste Box erhältlich, denn so kann man die Reise schnell fortführen, anstatt lange warten zu müssen. Für Kinder und Erwachsene kann ich eine bedenkenlose Empfehlung aussprechen. Mein Tipp ist dabei die CD-Variante zu wählen, weil man so auch noch in den kompletten Genuss des wunderbaren Artworks der Box und der CDs kommt.

[Bild: bewertung5.png]

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