Folgende Warnungen sind aufgetreten:
Warning [2] count(): Parameter must be an array or an object that implements Countable - Line: 871 - File: showthread.php PHP 7.2.34 (Linux)
File Line Function
/showthread.php 871 errorHandler->error




[Folk / Piraten] "Captain" McHeightz - Werd Pirat...haben sie gesagt (2024)
#1
[Bild: werdpirat.jpg]


Release: 28. April 2024
Label: Eigenvertrieb
Laufzeit: ca. 133 Minuten


Tracklist:
CD 1:
01. Auf Kaperfahrt I
02. Hoch die Gläser
03. Werd Pirat…haben sie gesagt
04. Alles Verhurt, Versoffen und Verzockt
05. Auf Kaperfahrt II
06. Gossencrew
07. Die Rote aus Galway Bay
08. Tinte in der Haut
09. In den Nebelheymer Gassen
10. Auf Kaperfahrt III
11. Wir Segeln Mit Dem Tod
12. Galgengang
13. Carpe Noctem
14. Nie mehr Drunken Sailor
CD 2:
01. Auf Kaperfahrt IV
02. Volle Breitseite
03. Tortuga Inn
04. Voodoo Island
05. Spiel ein letztes Lied von Mary
06. Auf Kaperfahrt V
07. Unter falscher Flagge
08. Küstenschipper
09. Priester und Pirat
10. Herren der Winde
11. Tortuga
12. Auf Kaperfahrt VI
13. Cutthroat Island
14. Dunkle Tage in Port Royal
15. Kartoffeln (Bonus)


Facebook - Hier und unter michael_heitz[aet]t-online.de kann man das Album direkt beim "Captain" bestellen. (25€ + Versandkosten)
Youtube


Beteiligte Musiker/innen:
Michael Heitz: Gesang
Michael H.: Akustik- und E-Gitarre, Mandoline & Banjo
Wayne Beselt: E-Gitarre
Roman Beselt: Geige
M. Heitz: Akkordeon & Klavier
Le Compte Caspar: Klarinette
M. Heitz: Bass, Flöten & Mundharmonikas
Teddy Nadj: Gesang (In den Nebelheymer Gassen)
Sophia Partsos: Weiblicher Gesang
Mr. John Kanaka: Gesang (Nie mehr Drunken Sailor)
Mr.H.: Drums &Percussion
Hörspielsprecher/innen (In Reihenfolge des Erscheinens):
Thorsten Senger als Der ruhige Roger
Mr. John Kanaka als Der Wirt
Teddy Nadj als Old Gerrish
Michael Heitz als "Captain" McHeightz
Roman Beselt als Gevatter Tod
Sebastian Barwinek als Blackbeard
Marc Maurer als Captain Robert Gilbert
Sophia Partsos als Leutnant Bläserich
Christian Reiter als Tourist


Michael Heitz alias "Captain" McHeightz hat über mehrere Jahre musikalische Ideen gesammelt, komponiert und gelegentlich bei Sessions live gespielt. Als es dazu kam, dass aus gelegentlichen Kompositionen immer mehr Lieder entstanden sind, wurde der Gedanke an eine CD geboren. Was als kleines Album mit acht Liedern geplant war, entwickelte sich letztendlich zu dem hier vorliegenen Werk, das weit mehr als nur ein Doppelalbum geworden ist. Zur Musik kam ein Hörspiel und um alles perfekt zu machen, kamen noch Zeichnungen ins Booklet, die im typischen Comicstil von Michael Heitz dafür sorgen, dass die Geschichten auch optisch miterzählt werden können. Wie persönlich das Album tatsächlich geworden ist, erkennt man durch Easter Eggs, die aus den verschiedensten Interessensbereichen von Michael Heitz stammen. Bevor ich nun also in das Album eintauche, möchte ich kurz die Hörspielkapitel ansprechen. Ich werde die Geschichte des Hörspiels nicht zu hart spoilern, denn es wäre eine Schande, würde ich euch zu viel verraten. Wer wirklich alle Details erfahren möchte, kommt um den Kauf des Albums nicht herum, da auch das Booklet und die enthaltenen Zeichnungen Teil der Geschichte von "Captain" McHeightz sind. 

Los geht es mit dem ersten Hörspielkapitel "Auf Kaperfahrt I", in dem wir die ersten Rollen des Hörspiels kennenlernen, zwischen denen es auch direkt zu einer kleinen Schlägerei kommt. Gerüchte um "Captain" McHeightz machen die Runde, bis dieser persönlich in Erscheinung tritt. Anschließend heißt es "Hoch die Gläser", eine Aufforderung, der man nur zu gerne nachkommt. Der flotte Beat und die eingängige Melodie machen gute Laune und so erhebt man gern die Gläser auf Freunde, Gold, Fortuna (die größte Hure von allen) und auf viele weitere Dinge. Während Mr. Hurley & die Pulveraffen auffordern, zur Marine zu gehen, hat "Captain" McHeightz auf den Rat gehört, Pirat zu werden. Die Erkenntnis, dass auch dieser Weg nicht nur Vorteile hat, führt zum Ausruf "Werd Pirat...haben sie gesagt". Der Chorus ist ein echter Ohrwurm, der es sich sehr gemütlich in den Gehörgängen der Hörer macht. Viele fragen sich bestimmt, wo die eroberten und geraubten Schätze eines Piraten eigentlich so landen, nachdem er wieder im sicheren Hafen eingelaufen ist. "Alles verhurt, versoffen und verzockt" gibt schon im Titel die Antwort. Auf der Melodie von "All for me Grog" erzählt euch der "Captain", was außer dem eigenen Gold sonst noch diesen Weg gegangen ist. "Auf Kaperfahrt II" ist eine typische "am Morgen danach" Situation inklusive Kater und Filmriss. Als die Crew den Unrat entsorgen soll und die Erkenntnis folgt, dass der Unrat die Crew ist, geht es nahtlos mit "Gossencrew" weiter. Da gutes Personal schwer zu finden und dazu noch teuer ist, holt man sich eben ran, was die Gosse so zu bieten hat. Da wird ein Blinder ins Krähennest gesetzt, während ein Pferdemetzger zum Schiffsarzt ernannt wird - was kann da schon schief gehen? Die Antwort wird im Lauf des Liedes direkt mitgeliefert. Passend zu den Anspielungen fehlt eigentlich nur ein kurzer Auftritt von Knasterbart, die zurück in die Gosse wollen. "Tinte in der Haut" gehört zum Piratenleben dazu, wie das Salz in die Meere. So wundert es niemanden, dass auch ein Lied über Tattoos den Weg aufs Album gefunden hat, bei dem es diesmal recht ruhig zugeht. Was es da so für Motive zu entdecken gibt, erzählt "Captain" McHeightz ausführlich. "Die Rote aus Galway Bay" basiert auf der bekannten Melodie von "Star of the County Down". Die Geschichte einer rothaarigen Piratin ist schwungvoll erzählt und beim Akkordeonsolo mit der Melodie von "Cooley's Reel" kann man auch mal gut gelaunt das (Holz)Tanzbein schwingen.

[Bild: mh1.png]

Dass "Captain" McHeightz sich seine Inspiration an den verschiedensten Orten sucht, beweist die flotte Dixielandnummer "In den Nebelheymer Gassen". Tales of Nebelheym haben auf ihrem Album "Chapter 2 - The Way Ahead" ein Lied namens "Brothel Of The Blazing". Was der "Captain" dort so erlebt, hat für einige Lacher und das ein oder andere gedankliche "UIUIUI" gesorgt. Um den Text vollständig zu hören, musste ich das Lied allerdings mehrfach abspielen, da die Melodie und der Rhythmus zu sehr zum Tanzen eingeladen haben. "Auf Kaperfahrt III" ist dann genau die richtige Gelegenheit, wieder durchzuatmen. Beim Durchzählen der Mannschaft fällt auf, dass ein Crewmitglied zu viel an Bord ist. Dieses erweist sich als der Sensenmann höchstpersönlich. "Wir segeln mit dem Tod" lässt dann nicht nur Piraten aufhorchen, sondern auch Fans des amerikanischen Wrestlers The Undertaker. Die weltbekannte Melodie seines Wrestlingthemes (basierend auf den „Marche funèbre“ (Trauermarsch) von Chopin), passt aber auch perfekt zur Thematik. Allerdings hätte der Tod wahrscheinlich nicht damit gerechnet, dass er zu Arbeiten an Bord und noch vielen anderen Dingen verdonnert wird, da er als blinder Passagier betrachtet wird. Am Ende weigert sich der Tod auch nur einen der Crew zu holen, weil keiner die Ewigkeit mit ihnen aushalten würde. Mit dem "Galgengang" ändert sich die Stimmung von fröhlich und belustigt schlagartig zu melancholisch und düster. Denn am Galgen hängen Personen, die dem "Captain" sehr nahegestanden haben und deren Tod ihn hörbar mitnimmt. Hier merkt man, dass der "Captain" auch in emotionalen Situationen sehr authentisch wirkt. Selbst die Zeichnung im Booklet ist düster und schenkt keinen Trost. "Carpe Noctem" (Nutze die Nacht) könnte direkt aus einem der Fluch der Karibik Filme stammen. Kräftige Trommeln und Orgelklänge erzeugen eine gruselige Stimmung, die perfekt zum Text passt, bis der untote Kapitän sein letztes Versprechen vor seinem Tod wiederholt und zwar allen einen auszugeben. Plötzlich steckt man in einer schnellen Partynummer, bei der kein Untoter still sitzen bleibt. Das E-Gitarrensolo kommt unerwartet, klingt dafür aber sehr gut und fügt sich perfekt ins Lied ein. Erst bei Sonnenuntergang wird das Fest beendet, die Zeche bleibt natürlich unbezahlt. Mit "Nie mehr Drunken Sailor"  und der bekannten Melodie vom "Drunken Sailor" ist dann das Ende der ersten CD erreicht. Wie man dem Titel schon entnehmen kann, soll immer wieder "Drunken Sailor" gespielt werden, was dem "Captain" allerdings aus den Ohren heraushängt, weshalb er sich stark dagegen wehrt. Natürlich endet es darin, dass der Titel aufgrund gewisser Umstände dann doch gespielt wird.

[Bild: mh2.png]

Mit "Auf Kaperfahrt IV" starten wir mit einem lauten KABOOM in die zweite CD und bekommen mit "Volle Breitseite" den passenden Titel direkt hinterher. Auch hier wird musikalisch direkt wieder ordentlich Gas gegeben und aus allen Rohren geschossen, denn so trifft auch eine betrunkene Crew mal das Ziel. Doch auch beim Trinken und bei den Damen, ist "Volle Breitseite", die Standardoption von "Captain" MacHeightz und seiner Crew. Der kreative Einbau von Wagners Walkürenritt kommt unerwartet. Hier wird auch schon das "Tortuga Inn" angesprochen, auf das im gleichnamigen Folgetitel genauer eingegangen wird. "Tortuga Inn" wird Fans der "Monkey Island" Spiele gefallen, da es wie eine Hommage an den Spielsoundtrack klingt. Das feuchtfröhliche Lied lädt zum entspannten Trinken ein, bei dem mal die Seele statt eines Piraten im Wind baumeln darf.  Ähnlich wie bei "Carpe Noctem" wird bei "Voodoo Island" erst eine düstere Atmosphäre aufgebaut. Doch auch hier ist nicht alles so, wie es der erste Eindruck vermitteln mag, denn "Voodoo Island" ist durch Tourismus nicht mehr das, was es einmal war. Wer schon länger in der Mittelalterszene unterwegs ist, könnte in dem Lied auch Kritik an durch "Touris" überrannte Veranstaltungen heraushören. Ein Glockenspiel leitet "Spiel ein letztes Lied von Mary" ein. Die düstere und traurige Geschichte von Mary zeigt erneut, dass "Captain" McHeightz viele unterschiedliche Emotionen glaubhaft darstellen kann, wodurch "Spiel ein letztes Lied von Mary" für die ein oder andere Gänsehaut sorgt. "Auf Kaperfahrt V" setzt die Hörspielgeschichte mit der Lektion fort, dass man auch auf dem Meer nicht auf seine Vor(see)fahrt bestehen sollte, vor allem wenn die Royal Navy in der Nähe ist. Da die Crew dann auch noch "Unter falscher Flagge" unterwegs war, geht es thematisch direkt entsprechend weiter. Mit falschen Flaggen und enorm guter Laune schunkelt man sich durch ein sehr partytaugliches Piratenlied, bei dem der Jolly Roger durch die Luft gewirbelt werden darf. Die "Küstenschipper" kommen im rockigen Bluesgewand mit E-Gitarre und Mundharmonika daher und erinnern ein wenig an den Stil von Torfrock. Auch der Text könnte durchaus von den norddeutschen Rockern stammen und ist besticht durch viel Charme und Humor. Wer hier keine Lust auf ein kühles Bier und ein wenig Headbangen Lust bekommt, hat einfach keinen Blues im Blut.

[Bild: mh3.png]

Eine weitere Ballade folgt mit "Priester und Pirat", in dem der Chorus auf der Melodie von "Rolling down to old Maui" basiert. Vor der Vollstreckung seines Todes durch den Galgen, erzählt der Verurteilte einem Priester seine tragische Lebensgeschichte, die dieser nach dem Tod des Mannes niederschreibt. Wie schon Feuerschwanz nutzt auch "Captain" McHeightz den bekannten Schandmaul Songtitel "Herren der Winde" dafür, um Winde der anderen Art anzusprechen. Im Gegensatz zu Feuerschwanz, wurde hier aber eigenes Stück komponiert, statt einfach nur den Text zu ändern. Das Ergebnis dürfte ähnlich riechen, klingt aber origineller und um ein Schmunzeln kommt man auch nicht herum. Das Intro von "Tortuga" ist wieder etwas für die Nerds, zu denen der "Captain" auch selbst gehört, da es an viele alte Computerspiele erinnert. Die Melodie bleibt dann auch unauffällig im Hintergrund eingebaut, während es im Text typisch piratisch zugeht und "Tortuga" als Ort voller normaler Leute gefeiert wird. Für Alestorm Fans ist Tortuga DER Song, den sie sich auf jeden Fall anhören sollten. Im letzten Hörspielkapitel "Auf Kaperfahrt VI" erfährt man mehr Hintergründe zur Geschichte des "Captains", die hier nicht verraten werden. Dafür gibt es einige schöne Easter Eggs, die für ein Grinsen sorgen. Bei "Cutthroat Island" würden bei einem Film sehr wahrscheinlich die Credits über den Screen rollen, denn es klingt schon sehr nach einem Song, der gezielt für den Abspann geschrieben worden ist. Eine sehr schöne rockige Nummer mit Blues im Sound, die viel Spaß macht. Den wirklichen Abschluss gibt es mit "Dunkle Tage in Port Royal". Mit diesem Tango tanzt man dem Ende des Albums entgegen, während der "Captain" sich an alte Zeiten erinnert, die nicht zurückkehren werden. Ein sehr stilvoller Abschied, den man nicht nur einmal anhören mag. Doch was hört man da? Es folgt noch ein Song, der irgendwie bekannt klingt, aber von "Kartoffeln" handelt. Tatsächlich gibt es nämlich noch einen Bonussong im Stil von Rammstein. Harte Gitarren, Synthiesound und rollende R's - wer Rammstein mag, wird auch dieses Lied mögen. Darauf erstmal eine Tüte Pommes - Palim, palim!

[Bild: mh4.png]

Wenn man das Album zum ersten Mal in den Händen hält, weiß man nicht, was man erwarten soll. Das Hardcover-Buch mit der goldenen Aufschrift wirkt zwar edel, könnte so aber auch auf einer Kirchenbank liegen. Wenn man es dann aufschlägt und die Texte und vor allem die Zeichnungen auf sich wirken lässt, erkennt man nach und nach, wie liebevoll und aufwändig "Werd Pirat...haben sie gesagt" gestaltet wurde, ohne auch nur ein Lied gehört zu haben. Diese Liebe spiegelt sich auch im Sound wider, denn das Album klingt hervorragend und muss sich hinter keiner Produktion anderer Bands verstecken. "Captain" McHeightz und seine musikalischen Begleiter*innen haben wirklich hart abgeliefert und das Ergebnis ist wirklich hervorragend. Daumen hoch und ein großes Lob an alle Beteiligten.

Mein Fazit: "Werd Pirat...haben sie gesagt" ist ein Album, das auf drei Ebenen stattfindet, die zusammen ein großes Ganzes ergeben. Daher ist es auch gut, dass "Captain" McHeightz das Album auch nur im Hardcover anbietet und es nicht auf Streamingportalen hochgeladen hat. Das erreichte Publikum ist so kleiner, dafür weiß es zu schätzen, wie viel Arbeit und Liebe ins Album hineingeflossen sind. Die Sprecher im Hörspiel haben ihren Job wirklich gut gemacht und passen von Klang her auch super zu ihren Rollen. Je öfter man das Album hört, umso mehr Anspielungen und Seitenhiebe auf Kollegen und das Piratenleben findet man als normaler Hörer. Nerds werden sogar noch mehr Dinge finden, die sie für sich feiern werden. Für die Zeichnungen im Booklet zählt dies natürlich auch, denn die Liebe zum Detail ist grandios. Zum Glück ist der "Captain" schon mit der Produktion der Fortsezung seiner Geschichte beschäftigt, denn "Werd Pirat...haben sie gesagt" macht Lust auf mehr und Meer. Die Geschichte auf eine Bühne zu bringen wäre wahrscheinlich sehr schwierig, da die Anzahl der Beteiligten schon eine Herausforderung darstellt. Wenn man ein gesundes Kopflkino besitzt, wird man die passenden Bilder auch so schnell vor dem inneren Auge genießen können. Solltet ihr auf Bands wie Mr. Hurley & die Pulveraffen und Knasterbart stehen, seid ihr definitiv die Zielgruppe für dieses Album. Aber auch jeder Nerd mit einem Herz für Piraten wird viel Freude an diesem Album haben. 

[Bild: bewertung4_5.png]
Zitieren


Nachrichten in diesem Thema
[Folk / Piraten] "Captain" McHeightz - Werd Pirat...haben sie gesagt (2024) - von Tommy2Rock - 07.02.2026, 19:15

Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste