[Modern-Metal] Dymytry Paradox - Born From Chaos (2026)
#1
[Bild: bornfromchaos.jpg]


Release: 16. Januar 2026
Label: Reaper Entertainment.
Laufzeit: ca. 37 Minuten


Tracklist:
01. Red Sky Remains
02. War Beneath My Skin
03. Born From Chaos
04. Sun Of A Broken God
05. Reignite Me
06. Empire Of The Fallen
07. Overmind
08. Oxygen Is Not Included
09. Grave With No Name


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Dymytry Paradox sind sind:
Alen "Al Paradox" Ljubic: Gesang
Jan "Gorgy" Görgel:Gitarre
Miloš „Mildor“ Meier: Schlagzeug
Jiří „Dymo“ Urban: Gitarre
Artur „R2R“ Mikhaylov: Bass


Dymytry Paradox aus Tschechien sind bereit, Europas Bühnen zu erobern. Ihre Masken sind ebenso ein Markenzeichen der Band wie ihr kraftvoller Sound und die sozialkritischen Texte. Bisher waren die tschechischen Jungs einfach als Dymytry unterwegs und haben hauptsächlich tschechische Texte geschrieben. Damit Fans direkt auf den ersten Blick sehen können, welches Programm geboten wird, bleibt die Band als Dymytry ihren Wurzeln treu und geht mit Dymytry Paradox in die englischsprachige und damit internationale Richtung. "Born from Chaos" heißt das neueste Album der Band. Mit insgesamt neun Liedern und einer Laufzeit von knapp 37 Minuten wirkt das Album recht kurz, doch es kommt natürlich auch auf den Inhalt an.

Mit "Red Sky Remains" zeigen Dymytry Paradox direkt eine gute Mischung ihrer Stärken. Harte Gitarrenriffs, treibende Drums und die markante Stimme von Alen Ljubic und neben einer ordentlichen Portion Härte auch sehr viel Gefühl. Fans von Bands wie Five Finger Death Punch werden hier auf jeden Fall direkt mitgenommen. Auch "War Beneath My Skin" startet mit einem harten Brett aus Gitarren und Drums. Dymytry Paradox treten etwas mehr aufs Gaspedal, was auch sehr gut zum Thema des Songs passt. Die Sucht nach digitaler Befriedigung durch soziale Medien und Netzwerken lässt Zeit unglaublich schnell vergehen, während man sich selbst immer mehr in ihr verliert. "Born From Chaos" handelt sowohl von inneren als auch globalen Konflikten. Der aggressive Sound spiegelt das Gefühl wider, erst hilflos zwischen Konflikten zu stehen und dabei ignoriert oder unterdrückt zu werden, nur um am Ende gestärkt aus diesem Chaos neu zu entstehen. Der Chorus steht mit Alens gefühlvollen Gesang und dem hoffnungsvollen Unterton im Kontrast zum Rest des Songs. "Sun Of A Broken God" beginnt relativ ruhig und baut durch seinen Text eine düstere Atmosphäre auf. Die Menschheit steht am Rand ihres Untergangs, während Mitgefühl für falschen Stolz auf Flaggen und Heimatländer ausgetauscht werden. Ein Blick in die USA zeigt aktuell sehr gut, wie so eine Welt aussieht. "Sun Of A Broken God" ist ein Song, der stark unter die Haut geht, wenn man sich wirklich mit dem Text beschäftigt, aber auch die Grundstimmung des Songs ist sehr düster. "Reignite me" beschreibt den Moment, in dem man sich aus einer toxischen Beziehung befreien möchte. Was verbrannt werden soll, sind also alle Verbindungen und Lasten, die mit dieser Beziehung zusammenhängen, damit man selbst wieder den Funken entzünden kann, um weiterzumachen. Verpackt wird das Ganze in eine Ballade, in der sich viele wiedererkennen werden. Obwohl er nicht die Härte anderer Songs bietet, kann ich mir gut vorstellen, dass "Reignite Me" bei Konzerten und Festivals sehr gut ankommen wird.


[Bild: dpbandfoto.jpg]


Sehr sozialkritisch wird es mit "Empire of the Fallen". Korruption, Manipulation der Bevölkerung und die Lügen von Regierungen werden angesprochen und auch die Notwendigkeit, sich gegen diese Systeme und Regime zu wehren und sie zu stürzen, wird aus dem Text deutlich. Für alle, die sich durch Politiker und Lobby betrogen und ausgenutzt fühlen, haben Dymytry Paradox mit "Empire Of The Fallen" die richtige Hymne erschaffen. Bei "Overmind" hatte ich zum ersten Mal das Problem, dass Dymytry Paradox sich nicht sicher waren, in welche Richtung sie nun gehen wollten. Zu Beginn ist "Overmind" sehr ruhig und bedrückend, was zum psychischen Zustand des Protagonisten passt. Dann wird der Song sehr viel härter, der Gesang aggressiver, nur um dann als Kontrast zu den harten Gitarren und Drums wieder gefühlvoll zu klingen. Vom Text her sehr stark, aber die Umsetzung hat mich jetzt nicht so mitgenommen, auch wenn der Song live wahrscheinlich sehr gut ankommen wird. "Oxygen Is Not Included" hingegen ist wieder ein Beweis dafür, wie gut das Songwriting der Band ist. Auch wenn viele bei Themen wie Umweltverschmutzung und Klimawandel genervt die Augen verdrehen, bringen Dymytry Paradox ihre Botschaft sehr deutlich rüber. Weder wirtschaftlicher Wachstum, noch Kriege oder der Glaube an welche Götter auch immer, werden uns am Ende am Leben erhalten, wenn Sauerstoff nicht mehr genügend in der Luft vorhanden ist. Die Härte des Songs passt zum Thema und auch die ruhigeren Passagen fügen sich hier perfekt ins Gesamtbild des Songs ein. Zum Abschluss gibt es mit "Grave With No Name" noch eine sehr persönliche Ballade, in der es um den Verlust geliebter Menschen geht. Man kann den Schmerz über diese Verluste aus Alens Gesang heraushören und wer diese Erfahrung schon selbst machen musste, wird bei diesem Song an diese Personen denken. "Born From Chaos" endet so mit einer sehr emotionalen Ballade, die einen nicht so schnell loslässt. 

Passend zum recht düsteren Unterton des Albums ist auch das Artwork gestaltet. Auf dem Cover ist eine Maske in dem Stil zu sehen, wie sie auch von der Band getragen wird. Der dunkle Hintergrund und der Schriftstil des Albumtitels werden auch im Booklet weiter verwendet. Dort wechseln sich Bilder der Bandmitglieder mit den Texten der Songs ab. Insgesamt alles sehr schlicht gehalten, wodurch der Fokus eindeutig mehr auf die Musik gerichtet wird. Da wurde umso mehr Wert darauf gelegt, dass der Sound und die Power der Band perfekt aus dem Studio eingefangen werden. Die Lieder haben alle ordentlich Druck, der Gesang ist zu jeder Zeit perfekt abgemischt und ich habe jetzt nichts raushören können, was unpassend oder störend gewesen wäre.

Mein Fazit: Dymytry Paradox haben mit "Born From Chaos" ein sehr solides und modernes Metal Album abgeliefert. Nicht alle Songs haben mich persönlich überzeugt, was aber auch Geschmackssache ist. "Grave With No Name", "Reignite Me", "Born From Chaos" und "Sun Of A Broken God" sind meine persönlichen Highlights des Albums und auch meine Anspieltipps. Da ich die Band schon live erlebt habe und weiß, wie stark die Energie der Songs dabei auf die Fans übergeht, muss ich einfach wiederholen, was für gute Arbeit bei den Aufnahmen geleistet worden ist, um diese Energie auch ohne Publikum auf das Album zu übertragen. Wer die Band bisher nicht kennt, aber auf Modern Metal steht, sollte dem Album auf jeden Fall eine Chance geben. Fans der Band werden es lieben. 


[Bild: bewertung4.png]
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