Gestern, 20:05
![[Bild: lautenfeynvuv.png]](https://durchgehoert.de/images/reviews/lautenfeynvuv.png)
Release: 06. März 2026
Label: Magic Mile Music
Laufzeit: ca. 25 Minuten
Tracklist:
01. Sors Libertalis
02. Das fahrende Volk
03. Vogelfrey
04. Verdammt und vergessen
05. Stille Weis Lieder
06. Kettenbrecher
07. Excalibur
Lautenfeyn verbinden die rohe Wucht von E-Gitarre, Bass und Drums mit den archaischen Klängen von Cello und Drehleier. Drei Sänger*innen verleihen dem Sound besondere Tiefe und sorgen für kraftvolle Mehrstimmigkeit sowie wechselnde Klangfarben. So entsteht unverwechselbarer, deutschsprachiger Folk-Metal zwischen ausgelassener Partystimmung und epischen Momenten voller Freiheitsdrang – mal dreckig und direkt, mal episch und getragen. (Quelle: Pressetext)
Homepage
Amazon
Spotify
Youtube
Lautenfeyn sind:
Weißbart zu Lautenfeyn alias Oliver Oppermann: Gesang, Gitarren & Irish Bouzouki
Saskia Schrand: Gesang, Cello, Drehleier, Klavier & Blockflöte
Angelique Roehse: Gesang, Bass & Gitarre
Julius Rinke: Schlagzeug
Obwohl Lautenfeyn erst 2024 gegründet wurde, konnte die junge Band bereits 2025 auf sich aufmerksam machen. Mit ersten Singles und Auftritten beim Sternenklang Festival, sowie dem Mittelalterlich Phantasie Spectaculum konnten sie schon viele Fanherzen erobern. Lautenfeyns Stil ist eine Mischung aus Folk- und Mittelalterrock und durch den mehrstimmigen Gesang der drei Sänger*innen hat der Sound der Band auch noch einen hohen Wiedererkennungswert. Mit "Verdammt und vergessen" ist nun das erste Album der Band erschienen, mit dem sie ihren Platz in der deutschen Musikszene festigen wollen. Mit "Sors Libertalis" gibt es einen sehr stimmungsvollen instrumentalen Einstieg ins Album. Obwohl das Stück recht kurz ist, hört man dennoch sehr gut, wie verspielt und detailreich Lautenfeyn ihre Lieder arrangieren. "Das fahrende Volk" bestätigt diesen ersten Eindruck und durch den wunderschönen und sehr harmonischen Gesang hört man der Geschichte des Liedes gespannt zu. Während "Das fahrende Volk" sich recht ruhig präsentiert, setzt "Vogelfrey" mehr Energie frei und gibt im Chorus ordentlich Gas. Während E-Gitarre und Drums ein ordentliches Brett an Härte und Tempo vorlegen, verzaubert Saskia die Hörer*innen mit ihrer Drehleier. Weißbarts Stimme passt perfekt zur Geschichte des Liedes und er bringt das Gefühl gehetzt zu werden sehr authentisch rüber und Saskias und Angeliques Chorgesang sorgt für eine angenehme Gänsehaut. Bei "Verdammt und vergessen" finde ich es fast schade, dass die Tavernenatmosphäre nur am Anfang zu hören ist. Durch das akustische Gewand des Titelliedes kann ich mir sehr gut vorstellen, in einer Taverne zu sitzen und der Band live zuzuhören. Der Chorus lädt zum Mitsingen ein, die Drehleier klingt erneut wunderschön und das großartige Gitarrensolo soll hier auch nicht unerwähnt bleiben.
![[Bild: bandfotolautenfeyn.jpg]](https://durchgehoert.de/images/bandfotolautenfeyn.jpg)
"Stille Weis Lieder" beginnt mit einem traumhaften Intro. Bei den Klängen der Gitarre und des Cellos schließt man automatisch die Augen und Saskias Stimme fügt sich perfekt in dieses Klangbild ein. Da kommt der Wechsel zum Chorus, der von E-Gitarren und harten Drums getragen wird, ziemlich überraschend. Was im ersten Moment wie ein merkwürdiger Stilbruch wirkt, verleiht dem Lied jedoch mehr Tiefe und hilft dabei, die Emotionen der Protagonisten zu betonen. Das E-Gitarrensolo klingt auch hier wieder genial und über den Gesang kann ich nichts mehr schreiben, was ich nicht schon erwähnt hätte. Zum Schluss wird es dann wieder ruhiger, wodurch sich der Kreis innerhalb des Liedes schließt. Danach ist es dann allerdings erstmal vorbei mit Ruhe, denn mit "Kettenbrecher" folgt das härteste Lied des Albums. Hier ist auch zum ersten Mal das Gefühl vorhanden, dass man schon beim Songwriting das Publikum vor Augen hatte, denn die lauten "Hey" Rufe sind eindeutig eine Aufforderung selbst laut zu werden. Vom Aufbau her wirkt "Kettenbrecher" gerade im Vergleich zu "Stille weis Lieder" recht einfach und das Ende kommt abrupt. Wer Lust hat beim Hören von Lautenfeyn überschüssige Energie loszuwerden, braucht das Lied nur laut aufzudrehen und mitzusingen. Melodisch geht es dann mit "Excalibur" dem Ende entgegen. Wie der Namen schon verrät, geht es um die Artussage und dem legendären Schwert, das ihn zum König gemacht hat. Lautenfeyn erzählen die Geschichte mit viel Gefühl und erneut sehr fesselnd. Damit beenden sie ihr Debütalbum mit einer Hymne, die noch lange im Ohr bleibt.
"Verdammt und vergessen" besteht natürlich nicht nur aus der Musik, denn das Album überzeugt auch durch sein Artwork und Design des Booklets und des Digipacks. Mit stimmungsvollen Fotos der Band und der einzelnen Bandmitglieder und allen Liedtexten lohnt sich der Kauf einer CD auf jeden Fall. Dies erledigt man am besten beim Besuch eines Konzertes, wodurch man die Band auch gleich live erleben kann. Doch auch aus dem Studio klingen Lautenfeyn sehr gut. Sowohl bei den Aufnahmen im Magic Mile Studio, wie auch beim Abmischen und Mastering im Institut für Wohlklangsforschung, wurde großartige Arbeit geleistet.
Mein Fazit: Wenn es stimmt, dass der erste Eindruck zählt, dann haben Lautenfeyn mit ihrem Debütalbum alles richtig gemacht. "Verdammt und vergessen" ist zwar mit sieben Liedern recht kurz, dafür gibt es aber auch keine unnötigen Lückenfüller, die den Gesamteindruck schwächen könnten. Die Stimmen klingen hervorragend und je nach Hauptstimme bekommen die Lieder jeweils ein ganz eigenes Gefühl und wenn Lautenfeyn als Chor singen, klingt die Harmonie der Stimmen wunderschön. Das Arragement der Lieder ist abwechslungsreich und man hört die Spielfreude beim Einspielen aus den Aufnahmen heraus. Aus diesem Grund hätte "Sors Libertalis" für mich auch ruhig länger sein dürfen. Eine weitere Stärke des Albums ist die Tatsache, dass die Lieder vom Alltag ablenken und den Hörer*innen die Chance geben, in den Geschichten einzutauchen, ohne an unangenehme Themen erinnert zu werden. Beim Durchhören musste ich mehrfach an die ersten beiden Alben von Ignis Fatuu denken und Fans dieser Alben sollten sich die Lieder von Lautenfeyn auf jeden Fall mal anhören. Ich verzichte hier aufgrund der Anzahl der Lieder auf Anspieltipps, da man sich das Album problemlos in voller Länge anhören kann. "Verdammt und vergessen" macht Lust auf mehr und ich bin mir sicher, dass Lautenfeyn mit ihrem Debütalbum viele Hörer*innen überzeugen und Fans dazugewinnen werden.


