[Folk-Metal] Vera Lux - Supernova (2026)
#1
[Bild: supernova.jpg]

Release: 24. Juli 2026 
Label: Eigenvertrieb
Laufzeit: 38:02 Minuten


Tracklist:
01. Aurora
02. Supernova
03. Lass mich fliegen
04. Abyss
05. Zeit
06. Jetzt und hier
07. Polaris
08. Lucifer
09. Lauf!
10. Dornenreich


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Vera Lux sind:
Inara: Lead Vocals
Felix: Hurdy Gurdy, Pipes
Ronja: Geige
Matthias: E-Gitarre, Shouts
Jako: Drums


Termine:
09.08.26 - DGT - Aach am Bodensee
16.08.26 - Räuber und Narren Open Air -Fulda
29.08.26 - Hexenkessel Festival - Köln
12.09.26 - Festival Mediaval - Selb
19.09.26 - Roswitha Fest - Bad Gandersheim
03.10.26 - Aurora Fest - Nürnberg
14.11.26 - Tanzt! Festival - München


Vera Lux haben sich  mit ihren beiden Alben "Aus dem Nichts" (2020) und "Durch die Schatten" (2024) eine treue Fangemeinde aufgebaut, die den Sound der Band feiert. Nun  liegt mit "Supernova" das dritte Studioalbum vor, bei dem Simon Michael (Subway to Sally / Great Hall Studios) als Produzent mitgewirkt hat. Zusammen mit der Band hat er dafür gesorgt, dass alle Elemente, die "Supernova" ausmachen, perfekt aufeinander abgestimmt worden sind. Hörbar ist nicht nur die hohe Qualität der Aufnahmen und des Masterings, sondern auch die Weiterentwicklung der Band. Vera Lux haben beim Songwriting alles gegeben. Dies erkennt man an den epischen Melodien, der Art und Weise, wie jedes Bandmitglied sich in den Sound einbringt und auch an den Lyrics, mit denen Vera Lux ihre Geschichten erzählen. Insgesamt haben 10 neue Lieder den Weg auf das Album gefunden, die darauf warten, von euch gehört zu werden.

Als Opener haben Vera Lux "Aurora" gewählt und die besungene Göttin der Morgenröte passt hervorragend als Symbol für den Aufbruch in die neue musikalische Reise. Mit ordentlich Druck im Sound und einer mitreißenden Geigenmelodie werden die Hörer:innen empfangen. Kurz darauf ist auch schon Inara zu hören, die mit ihrer charismatischen Stimme zu fesseln weiß. Abgerundet wird der Song durch das virtuos gespielte Geigensolo, bei dem Ronja alles gibt. Ein hervorragender Start ins Album, der zurecht Lust auf mehr macht. Der Titelsong "Supernova" macht dort weiter, wo "Aurora" aufgehört hat. Hier ist Matthias zum ersten Mal mit Shouts zu hören und bildet einen grandiosen Kontrast zu Inaras Klargesang. Die Energie, die bei einer Supernova freigesetzt wird, haben Vera Lux in diesem Song sehr gut eingefangen und ich denke, live ist dieser Song ein echtes Highlight. Die Melodie von "Lass mich fliegen" schafft es schon ohne Worte ein Gefühl von Sehnsucht zu vermitteln. Fernweh, der Wunsch nach Freiheit und auch Selbstständigkeit werden sehr gefühlvoll von Inara besungen. Beim Anhören habe ich nicht nur einmal eine Gänsehaut bekommen. Viel härtere Klänge sind zu Beginn von "Abyss" zu hören. Passend dazu steigt auch Matthias hier wieder mit Shouts ein und gibt dem Song ordentlich Biss. In der ersten Strophe geht ein wenig der Härte verloren, doch ab dem ersten Refrain geben Vera Lux so richtig Gas. Zwischendurch wurde ich ein wenig an Subway To Sally zur "Engelskrieger" Zeit erinnert, was als Kompliment gemeint ist, denn es passt hervorragend zu diesem Song. Der besungene "Abyss" ist der dunkle Abgrund der menschlichen Seele, in dem man sich selbst finden, aber auch verlieren kann. "Zeit" ist ein wirklich faszinierender Song, der durch seinen Text sehr viele Interpretationsmöglichkeiten bietet. Geht es um die eigenen Wunden alter Zeiten, ist der Song eine Ermahnung, die Geschichte der Menschheit nicht zu ignorieren oder geht es darum, nicht nur eine Randnotiz seiner eigenen Geschichte zu werden? Hört den Song am besten selbst und erkennt für euch, welche Bedeutung darin liegt. Dass der Song durch seine Melodie und den Gesang die passende Atmosphäre aufbaut, brauche ich fast schon nicht mehr erwähnen, denn dies zieht sich wie ein roter Faden durch das gesamte Album.

[Bild: supernovaband.jpg]

Mit viel Schwung geht es in der zweiten Hälfte des Albums weiter. Mit treibenden Drums, druckvollen Gitarrenriffs und einer schnellen Melodie auf der Geige wird gekonnt ein Gefühl von Hektik und Unruhe aufgebaut. Dieses wird nur im Downpart kurz unterbrochen, in dem Felix mit seiner Drehleier einen sehr schönen, ruhigen Kontrast zum Rest des Songs bildet. Wer einen Song zum Headbangen und Tanzen braucht, wird hier ordentlich bedient. Während es in den Strophen darum geht, ziellos vor etwas davonzurennen, fordert der Refrain dazu auf, den Moment zu genießen und sich darin treiben zu lassen. Eine Aufforderung, der wir auch im Alltag zwischendurch nachkommen sollten, um das Leben ein wenig zu entschleunigen. Damit man nach so viel Tempo wieder ein wenig zu Atem kommen kann, folgt mit "Polaris" ein ruhigerer Song. Ein wenig kommt mir dieser Song als Gegenpol zu "Aurora" vor. Während in "Aurora" das warme Licht der Morgendämmerung als Wegweiser aus der Dunkelheit genutzt wird, soll im ewigen Eis das Strahlen des Polarsterns den Weg nach Hause zeigen. Musikalisch gehen die Songs aber eigene Wege, weshalb diese Ähnlichkeit sich nur auf Text bezieht. Für mich ist "Polaris" der Song, den ich persönlich mit episch beschreiben würde, da so viele Details in diesen  Song eingeflossen sind, die ihn für mich zu einem musikalischen Highlight des Albums macht. Die eindeutig härteste Nummer des Albums haben Vera Lux mit "Lucifer" im Gepäck. Die Geschichte des gefallenen Engels wird durch harte Gitarren, druckvolle Drums und Matthias' Shouts beherrscht. Im Refrain und Downpart singt Inara wieder mit ihrer klaren Stimme und legt sehr viel Gefühl in ihren Gesang hinein. Ronja zeigt im Downpart ein weiteres Mal, wie großartig sie ihre Geige beherrscht, ein weiterer Gänsehautmoment. Der Dudelsack hätte meiner Meinung nach etwas lauter eingemischt werden können, aber das ist Geschmackssache, da ich den Klang sehr mag. "Lauf!" fordert euch auf, euren Träumen zu folgen und euch durch nichts aufhalten zu lassen. Ich benutze das Wort Radiotauglichkeit nicht gerne, weil man diese Eigenschaft stark mit dem vorbelasteten Wort "Mainstream" verwechseln könnte. Was ich meine, ist einfach die Tatsache, dass "Lauf!" ein Song ist, der nicht aus dem Ohr gehen will und durch sein Thema auch noch viele Hörer:innen mitnehmen wird. "Dornenreich" bildet schon den Abschluss des Album und dabei will man nach diesem Song noch viel mehr hören. Den Wunsch, ein eigenes, von allen anderen Menschen abgeschottetes Reich für sich allein haben zu können, dürften sehr viele Hörer:innen nachvollziehen können. Die Melodie hat etwas sehnsuchtsvolles und ist sehr eingängig. Alle Stärken der Band, die ich vorher schon mehrfach angesprochen habe, kommen hier zum Ende noch einmal zusammen. Chapeau! 

Aufgenommen wurde das Album in Zusammenarbeit von Vera Lux, Simon Michael und Bora Öksüz. Das Mastering hat Christoph Beyerlein (Separate Sound Studio) übernommen. Wie schon geschrieben, ist der Sound des Albums hochqualitativ. Die grafische Gestaltung des Albums möchte ich natürlich nicht außen vor lassen. Das Coverartwork und die Photos stammen von Artem Selenov. Das Grafikdesign stammt von Linda Luitz. 

Mein Fazit: Eigentlich ist gar nicht mehr viel übrig, was ich noch ergänzend schreiben könnte. "Supernova" ist ein rundum gelungenes Album, mit dem Vera Lux einen großen Schritt nach vorne gehen werden, wenn das Album die Reichweite bekommt, die es verdient. Die Songs sind allesamt sehr gut und Lückenfüller gibt es entsprechend auch nicht. Mit Inaras Stimme hat die Band einen großen Wiedererkennungswert und der Sound der Band sollte Fans von Bands wie zum Beispiel Subway To Sally und Letzte Instanz sehr gefallen. Streamt das Album oder kauft es bei der Band auf CD, wenn euch meine Rezension neugierig gemacht hat und schaut euch ein Konzert bei den oben genannten Terminen an. Vergesst dabei aber nicht, das Album auch weiterzuempfehlen. Zuletzt noch ein Glückwunsch an Vera Lux für dieses starke Album und meine Anspieltipps "Aurora", "Supernova", "Hier und Jetzt", "Polaris" und "Lauf!". 


[Bild: bewertung5.png]
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