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Momentan sind 17 Benutzer online » 1 Mitglieder » 16 Gäste Tommy2Rock
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Dezember 2024 |
Geschrieben von: Tommy2Rock - 02.12.2024, 12:41 - Forum: Durchgehört Charts Vorschläge
- Antworten (8)
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Hallo Zusammen,
die letzte Runde der Hörercharts 2024 steht an und hier gibts eine Sonderregel. Sobald die 60 Bands erreicht sind, wird das Voting gestartet, spätestens aber am Donnerstag nach 12 Uhr. Der Dezember ist für die Charts recht kurz, daher wird es diesmal hoffentlich eine Schnelle Vorschlagsrunde.
Wie immer gelten diese Punkte für Vorschläge:
- Jeder User darf einmalig im Monat von bis zu 5 verschiedenen Bands je einen Song vorschlagen. IPs und Sessions werden gespeichert und wer mehr als einmal postet, findet seine Vorschläge nicht in den Charts.
-Jede Band wird nur einmal ins Voting aufgenommen, Ausnahme sind Features bei anderen Bands, deshalb macht es keinen Sinn mehrere Lieder der gleichen Band vorzuschlagen.
- Wenn mehrere Hörer verschiedene Lieder einer Band vorschlagen, entscheiden wir welches genommen wird.
- Da es sich um Hörercharts handelt sind Vorschläge von MusikerInnen, die sich selbst vorschlagen nur in den Charts zu finden, wenn noch Plätze frei sind.
- Die Vorschläge sind in folgender Weise zu machen: Band - Song (Beispiel: dArtagnan - Griechischer Wein). Sollte der Vorschlag nicht erkennbar sein, zum Beispiel weil einfach ein Textausschnitt als Titel angegeben wird, wird er ignoriert.
- Die Songs müssen bereits im Programm von Durchgehört gespielt werden. Neuvorstellungen werden von Durchgehört selbst gewählt. Falls euch etwas im Programm fehlt, könnt ihr dies über die Wunschbox ins Programm einbringen, solange die Bands nicht auf der internen Sperrliste stehen oder die Lieder nicht jugendfrei sind. Danach können sie auch für die Charts vorgeschlagen werden.
- Songs, die es nur als Youtube Video gibt, exklusiv zu einem Streamingdienst gehören usw. werden nicht ins Voting aufgenommen.
- Wird für eine Band kein neuer Song vorgeschlagen, kann die Songauswahl für das anstehende Voting von Durchgehört getroffen werden und kann im Folgemonat wieder durch Vorschläge verändert werden.
Sollten Vorschläge nicht aufgenommen werden, waren sie entweder gegen die genannten Regeln, es sind von der gleichen Band auch andere Lieder genannt worden, die Liste war schon voll oder sie sind von Durchgehört als unpassend eingestuft worden (FSK Freigabe, politisch nicht vertretbar usw.).
Die Band der letzten Charts und auch die nicht veränderbaren Neuvorstellungen findet ihr > Hier <
Also ran an die Tasten und neue Vorschläge machen.
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November |
Geschrieben von: Tommy2Rock - 02.12.2024, 07:28 - Forum: 2024
- Keine Antworten
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01. Linkin Park - Over Each Other
02. Hämatom - Pogo Girl
03. Versengold - Rudelstrudel
04. Dämmerland Versengold - Alles hat eine Geschichte
05. Electric Callboy x BABYMETAL – Ratatata
06. Die Habenichtse - Spelunkenvagabunden (feat. Die Streuner)
07. Vermaledeyt - Schildmaid
08. ASP - Astoria verfallen
09. Gabria - Wild Child Lullaby
10. Aeverium – Living in Elysium
11. Epenklang - Seelenfluch
12. Haggefugg - Daheim
13. Harpyie – Ich will dich
14. Five finger Death Punch - Bad Company
15. dArtagnan - König der Korsaren
16. Mr. Hurley & Die Pulveraffen - Karibische Weihnachten
17. Skillet - Showtime
18. SDP & 257ers - Scheiße baut sich nicht von alleine
19. Santiano - Irish Orchid
20. Tir Nan Og – Drinking with the Reaper
21. Kupfergold – Met Kasalla uus Valhalla
22. Schandmaul - Knüppel aus dem Sack
23. Tanzwut - Leichen im Keller
24. Engst - Alle wollen Alles
25. Des Wahnsinns fette Beute - Spielmannsweihnacht
26. Patty Gurdy feat. Adaya & Pernilla Kannapinn - Find Me Some Pretty Girls
27. PurPur - Wolfskind (Orchestral)
28. Soulhikers & Epentainment - Valhalla ruft
29. Kilkenny Band – Seven Drunken Nights
30. The Feelgood McLouds – I’m still standing
Neuvorstellungen für das Dezember Voting
Storm Seeker - Gouverneur of the Coco Island
Aetas Arcana – Naida
Subway to Sally feat. Warkings – Stahl auf Stahl
Tales of tinnef – Der Bierbär
Eisbrecher – Everything is wunderbar
Rodeo 5000 – Gaspedal
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[Folk / Folkrock / Hörspiel] Dämmerland - Dämmerland (2024) |
Geschrieben von: Tommy2Rock - 28.11.2024, 19:16 - Forum: Musik
- Keine Antworten
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![[Bild: daemmerland.jpg]](https://durchgehoert.de/images/reviews/daemmerland.jpg)
Release: 22. November 2024
Label: Electrola (Universal Music)
Tracklist - Album:
01. Dämmerland (Dämmerland, Chris Harms, Anna Brunner, Alea, Malte Hoyer, Annie Hurdy Gurdy, Hannes Braun, Marina La Torraca & Tetzel) - Video
02. Verlorene Träume (Dämmerland & Saltatio Mortis) - Video
03. Was muss, dass muss (Dämmerland und Mr. Hurley & die Pulveraffen) - Video
04. Alles hat eine Geschichte (Dämmerland & Versengold) - Video
05. Licht und Schatten (Dämmerland & Chris Harms von Lords of the Lost)
06. Aber Kadabrah (Dämmerland & Anna Brunner von League of Distortion)
07. Fallender Stern (Dämmerland, Annie Hurdy Gurdy & Malte Hoyer)
08. Hunger hab ich (Dämmerland, Michael Rhein & Marco Zorzytzky von In Extremo)
09. Das Fast-Heldenepos (Dämmerland & Hannes Braun von Kissin' Dynamite)
10. Drachen machen Drachensachen (Dämmerland & Fiddler's Green)
11. Vergiss mein nicht (Dämmerland & Schandmaul)
12. Schimmer geht immer (Dämmerland & Eric Fish von Subway to Sally)
13. Brücken (Dämmerland & Tetzel von Asenblut)
14. Von Anstand und Moral (Dämmerland & Tim Bernard von dArtagnan)
15. Fallen ist ne Art zu fliegen (Dämmerland & Eike Otten von Versengold)
16. Spiegellabyrinth (Dämmerland & Annie Hurdy Gurdy)
Hörspiel - Kapitel:
CD 1:
Kapitel 1. Prolog
Kapitel 2. Alles hat eine Geschichte
Kapitel 3. Burg Rumpelstein und der Fast-Held
Kapitel 3.1
Kapitel 4. Die dampfenden Wälder
CD 2:
Kapitel 5. Der fliegende Hallimasch
Kapitel 6. In den Wurzelminen der Plackerlinge
Kapitel 7. 1
Kapitel 8. Das Labyrinth der Scherben
CD 3:
Kapitel 9. Ein Glotzkopp kommt selten allein
Kapitel 10. Fahrstuhl zum Glimmergipfel
Kapitel 11. Der Hüter der Welt
Kapitel 12. Die Geschichte der weißen Frau
Kapitel 12.1
CD 4:
Kapitel 13. Der Abersumpf
Kapitel 14. Otto und die Allianz der freien Fabelwesen
Kapitel 15. Der dunkle Graf und die Brombeerhecke
Kapitel 15.1
CD5:
Kapitel 16. Das gebrochene Herz Dämmerlands
Kapitel 16.1.
Kapitel 17. Paloma und der Sternenhimmel
Kapitel 18. Der letzte Wunsch
CD 6:
Kapitel 19. Die Schlacht an der vergessenen Brücke
Kapitel 20. Das Duell der Helden
Kapitel 21. Schloss Tränenstein
Dämmerland ist ein episches Audio-Abenteuer auf der Schnittstelle zwischen Fantasy und Musik. Konzipiert von den #1-Hitmakern Malte Hoyer (Versengold) und Hannes Braun (Kissin‘ Dynamite), ist DÄMMERLAND ein vielschichtiges Fantasy-Highlight für die ganze Familie: Buch-Debüt, inspirierendes Hörbuch-Highlight mit musikalischer Starbesetzung – und dazu ein komplettes Musikalbum mit epischen Songs, aufgenommen mit etlichen weiteren #1-Hitmachern auf der Schnittstelle zwischen Folk und Pop, Mittelalter-Rock und Metal. Gemeinsam mit rund 30 musikalischen Gästen aus 15 Bands vertonen die Köpfe von Versengold und Kissin’ Dynamite eine tiefgründige Fantasy-Geschichte, flankiert von 16 brandneuen Originalsongs. Ein Muss für Fans von „Alice im Wunderland“, „Narnia“ oder „Die unendliche Geschichte“! (Quelle: Pressetext)
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Dämmerland sind:
Malte Hoyer, Hannes Braun und Annie Hurdy Gurdy
Hörspiel:
Malte Hoyer: Autor
Hannes Braun: Musik, Toneffekte & Produktion
Sprecher:
Erzähler: Erzähler
Fiete: Hannes Braun
Paloma: Annie Hurdy Gurdy
Svepp: Eike Otten
Brummel: Stephan Benson
Ludger: Stephan Benson
Theodemir: Stephan Benson
Pleppo: Simon Erichsen
Runkelfunz: Ralf Albers
Erwin: Eric Fish
Kapuzenmann: Malte Hoyer
Mathilda: Anna Brunner
General Heinrich: Tim Bernard
Otto das Skelett: Alea
Gunther: Tetzel
Der dunkle Graf: Stephan Benson
Die weisse Frau: Julia Steele
Plackerlinge: Esther Erichsen, Johannes Erichsen und Christoph Erichsen
Spiesslinge & Glotzköpfe: Jendrik Bulk, Lars Meyer und Hannes Braun
Ein Werk wie "Dämmerland" zu rezensieren ist gar nicht so einfach. Was verrate ich euch und was entdeckt ihr lieber selbst? Falls euch also Details fehlen, die sonst völlig normal auftauchen, dann habe ich entschieden sie für den Spaß, selbst in die Geschichte einzutauchen, auszulassen. Starten wir also mit dem Album, das ohne die Geschichte auskommt und mit der Musik ins "Dämmerland" entführt. So startet das Album auch mit dem Titellied "Dämmerland" und gibt so einen Einblick, was auf den mutigen Abenteurer wartet und verrät, dass jeder selbst für seine Geschichte verantwortlich ist. Das Zusammenspiel der Stimmen klingt märchenhaft schön und die Melodie unterstreicht das Gefühl, bereits in die Geschichte eingetaucht zu sein. "Verlorene Träume" ist eine Ballade, die von den Verlusten durch einen Todesfall erzählt. Vor allem die Träume, die dadurch verloren gehen, stehen im Mittelpunkt und dass man sich in seinen noch möglichen Träumen an die Zeit erinnern soll, als all diese Träume noch lebendig waren. Alea singt mit sehr viel Gefühl und zusammen mit Annie im Duett fängt man wirklich an zu träumen. "Was muss, das muss" mit Mr Hurley und die Pulveraffen ist zwar sehr kurz, aber man erkennt sofort den typischen Stil der Band, auch wenn es dieses Mal nicht hinaus aufs Meer geht. Viel mehr geht es um harte Arbeit und das jemand sie halt erledigen muss. Mit diesem Lied fällt die Arbeit jedenfalls nicht schwer. Die nächste Gänsehaut bekommt man dann bei "Alles hat eine Geschichte". Wie in Fiete im Hörspiel erkennt man selbst bei genauerer Betrachtung, dass alles auf der Welt seine eigene Geschichte erzählen könnte und man selbst dazugehört. Düster wird es musikalisch mit "Licht und Schatten" und Chris Harms ist hier wirklich perfekt als Sänger gewählt worden. Die Art und Weise, wie er darüber singt, dass Licht und Schatten zusammengehören, ist faszinierend und fesselnd. Der Kontrast zu den bisherigen Liedern, lässt es noch unheimlicher wirken.
"Aber Kadabrah" ist kein Schreibfehler, denn es geht um den Abersumpf aus der Geschichte und Anna Brunner singt hier in ihrer Rolle der Mathilda. Hier wird das Tempo mal erhöht und man fängt automatisch an sich zu bewegen. Der euphorisch klingende Gesang macht außerdem gute Laune und man nimmt Anna Brunner komplett ab, dass sie für die Dauer des Liedes in einer eigenen, magschen Welt eingetaucht ist. "Fallender Stern" ist die nächste traumhafte Ballade und auch hier geht es wieder um neugeborene Träume im Dämmerland. Auch wenn man wieder eingeladen wird ins "Dämmerland" zu folgen, erkennt man im Text erneut Hinweise darauf, dass die Geschichte auch ihre tragische Seiten haben muss. "Hunger hab ich" verrät von allein worum es geht und wenn Michael Rhein davon singt was auf seinem Speiseplan steht, sollten sich alle Fabelwesen in Sicherheit bringen. Für ein Festmahl beim nächsten LARP Event könnte man das Lied auff jeden Fall auch anstimmen. "Das Fast-Heldenepos" des Fast-Helden Theodemir sorgt für ein breites Grinsen während man erfäht was er fast alles als Held verbracht hätte. Dadurch erfährt man schon alles, was seinen Charakter ausmacht, welche Rolle er aber genau spielt muss man selbst lesen oder hören. Dass Fiddler's Green an "Drachen machen Drachensachen" beteilgit sind, hört man dem Lied sofort an. Die Melodie macht sofort gute Laune und das Lied ist eine Einladung zum Tanzen. Was Drachen so für Drachensachen klingt ein wenig nach Smaug aus "Der Herr der Ringe", nur ohne das Einäschern des Nachbardorfes. Hier freut dich der Drache über seinen Besuch, da er meistens allein in seiner Höhle hockt. "Vergiss mein nicht" sollte man eigentlich erst hören, wenn man die Geschichte schon komplett kennt. Wenn man hier die einzelnen Hinweise in den Liedern richtig deutet, wird ein wichtiger Teil der Geschichte gespoilert. Doch auch ohne die Geschichte bekommt man hier eine Gänsehaut und wer schon einmal eine wichtige Person im Leben verloren hat, sollte sich nicht schämen, wenn er beim Hören Tränen in den Augen hat. Das Lied ist wunderschön und ich kann nur noch einmal betonen, wie schön Annies Stimme auch hier wieder klingt.
![[Bild: dldeluxe.png]](https://durchgehoert.de/images/reviews/dldeluxe.png)
"Schimmer geht immer" ist das Lied der Elstern und Eric Fish erzeugt mit seinem Gesang das perfekte Gefühl von Gier, Hinterhältigkeit und Schadenfreude, wie man es nach einem erfolgriechen Diebeszug einer Elster vorstellt. Es macht wirklich Spaß ihm zuzuhören und es macht neugierig, welche Rolle die Elstern wohl spielen. Bei "Brücken" kommt mit Tetzel von Asenblut auch mal ein wenig Folk-Metal ins Klangbild von "Dämmerland". Die Liebe zu Brücken wird hier von einem Troll beschrieben und das man seine Brücken lieber nicht zerstört, wenn man gesund weiterziehen möchte. Bei "Anstand und Moral" singt Tim Bernard von dArtagnan über die Armee Dämmerlands, die mit weißen Flaggen in die Schlacht zieht. Der epische Klang des Liedes passt perfekt dazu. Orientalische Klänge folgen bei "Fallen ist ne Art zu fliegen" und ist eine sehr optimistische Art einen Sturz zu betrachten. Da ist es sehr gut, dass jeder Pilz einen eigenen (Fall)Schirm besitzt. Ein "Spiegelkabinett" zum Abschluss könnte noch zum Verhängnis werden, wenn man sich nicht in Acht nimmt. Wer schon einmal versucht hat, so ein Labyrinth zu durchqueren, wird die Warnung aufzupassen und sich nicht zu verirren ernst nehmen. Die Melodie klingt auch, als würde sie von einem Jahrmarkt stammen und hat dabei einen unheimlichen Unterton.
Wäre "Dämmerland" nur das Album mit seinen Liedern, hätte ich als Hörer einige Fragen zu verschiedenen Liedern. Diese werden aber durch das Hörspiel/Buch geklärt, weshalb es sehr viel Sinn macht sich über die Musik hinaus mit "Dämmerland" zu beschäftigen. Für den wunderbaren Klang des Albums sind Hannes Braun (Produzent, Mix) und Christoph Beyerlein (Mastering) verantwortlich. Das Artwork und Design stammt von Ben Urban (Hygin Graphix), der mittlerweile vielen Fans der Folk- und Mittelalterszene ein Begriff ist. Seine Werke könnten ein ganzes Buch füllen, das Fans sicherlich gerne kaufen würden.
![[Bild: dldinhalt.png]](https://durchgehoert.de/images/reviews/dldinhalt.png)
Zum Hörspiel möchte ich wie erwähnt so wenig wie möglich verraten, da es viel zu schön ist die Geschichte ohne Spoiler zu hören oder zu lesen, wenn man das Buch ebenfalls besitzt. Wie bei der Musik hört man die Liebe, die in Dämmerland investiert worden ist, aus jedem Detail heraus. Die Sprecher:innen geben ihren Charakteren nicht nur eine Stimme, sondern eigene Persönlichkeiten. Besonders hervorheben möchte ich Stephan Benson, der nicht nur als Erzähler zu hören ist, sondern auch noch als Brummel, Ludger, Theodemir und der dunkle Graf. Seine charismatische Stimme ist wirklich perfekt um die Hörer:innen durch die Geschichte Dämmerlands zu führen. Während des Hörspiels gibt es immer wieder Momente in denen der Spaß, den die Sprecher:innen bei den Aufnahmen hatten, auf die Hörer:innen überspringt und man hört mit einem breiten Grinsen im Gesicht zu. Alea als Skelett Otto ist ein sehr gutes Beispiel dafür. Doch auch in den ernsten und emotionalen Momenten wirken alle Sprecher:innen authentisch und man fühlt und fiebert mit ihren Rollen mit. Die Leistung von Annie und Hannes spricht schon für sich allein, denn egal ob es gerade humorvoll, spannend oder traurig ist, spürt man wie sehr sie gerade in ihren Rollen und deren Gefühle miterleben.
Malte Hoyer und Hannes Braun haben hier wirklich etwas ganz besonderes erschaffen. Die Geschichte, in der die Lieder nicht nur Begleitung sondern auch Teil des Ganzen sind, fesselt von der erste Sekunde an. "Dämmerland" muss aber als Gesamtkunstwerk betrachtet werden. Musik, Buch, Hörspiel, Artwork und jedes noch so kleine Detail fließen zusammen und je mehr man davon kennt, umso mehr ist man in die Geschichte eingtaucht.
Mein Fazit: Dämmerland könnte ich mit einem Wort beschreiben - Wow! Es gab schon vorher Geschichten, die mit Musik verbunden worden sind, doch da hatte man eher das Gefühl, die Musik würde die Geschichte nur begleiten und nicht wirklich miterzählen. Bei Dämmerland ist diese Symbiose perfekt gelungen und vor allen Mitwirkenden kann ich nur den Hut ziehen. Trotz der Verbindung von Musik und Geschichte wirken die Lieder aber auch für sich. So kann man das Album komplett hören, ohne das Buch oder das Hörspiel zu kennen und wird dennoch von den Melodien und den Texten mitgerissen. Man sollte aber mit dem Hörspiel beginnen. Dort sind die Lieder eingebunden und man spoilert sich nicht vorab, weil man etwas erkannt hat oder Vorahnungen bestätigt werden. Es fällt mir wirklich schwer nur in superlativen zu schreiben, daher ist mein Tipp sich das Album einfach selbst anzuhören und wenn möglich auch Buch oder Hörspiel zu genießen.
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[Mittelalter / Folk] Spielleute für Vielfalt und Toleranz - Spielfalt (2024) |
Geschrieben von: Tommy2Rock - 22.11.2024, 14:27 - Forum: Musik
- Keine Antworten
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![[Bild: spielfalt.jpg]](https://durchgehoert.de/images/reviews/spielfalt.jpg)
Release: 12. November 2024
Eigenvertrieb durch die teilnehmenden Musiker:innen
Tracklist:
01. Incendium Reali (Die Vertriebenen)
02. Braunen Schlangen (Epenklang)
03. Hexe (Verbal Fight)
04. Der letzte Drache (Meticus feat. Cesilia)
05. Ayla (Belinha Lutador)
06. Braunes Rauschen (Fiduz)
07. Der fahrende Händler (Tales of Tinnef)
08. Pestlied (Hinterhof)
09. Die schlesischen Weber (Tamias Striatus)
10. Changez (Psycomatic a.k.a. Rapkalibur feat. Memo Seyda)
11. Bürgerlied (Versifex und die Stadtwache)
12. Deichopfer II (Frisia non Cantat feat. Finn Faust)
13. Die Spielmannsträne (Papa Christian)
14. Das flammende Band (Gabria)
15. Die Gedanken (The Band with Folk in)
16. Hexe, Hexe (Ben aus Bielefeld)
17. Burning Leaves (Hauke Birkel)
18. Auf zum Rand der Welt (Ohrenpeyn)
19. Die Seuche 2.0 (Rabenzauber)
20. Hanging in the Old Barbed Wire (Curiositas & Friends)
Wir sind freie Spielleute! Unsere Instrumente kommen aus der ganzen Welt, genau wie unsere Melodien und Inspirationen. Wir singen Geschichten von Menschen für Menschen jeder Couleur. Unsere Quelle ist Vielfalt, Liebe und Frieden. Mit diesem Sampler stehen wir ein FÜR Demokratie, Vielfalt und Toleranz, GEGEN Faschismus, Antisemitismus und rechtes Gedankengut. Denn unsere Welt ist bunt - und so soll sie auch bleiben. (Quelle: Spielleute für Vielfalt und Toleranz)
Facebook - Spielleute gegen Rechts
"Wo man singt, da lass dich ruhig nieder, böse Menschen haben keine Lieder." So heißt es in einem berühmten Zitat von Johann Gottfried Seume und passender könnte man den Sampler "Spielfalt" wohl kaum beschreiben. 20 Lieder gegen Rechts und gegen Intoleranz jedem Menschen gegenüber sprechen eine deutliche Sprache. Schon die Ursprünge der einzelnen Projekte / Musiker:innen zeigt, wie bunt die deutschen LARP-, Folk- und Mittelalterszenen sind. Wer ebenfalls ein Zeichen gegen Rechts setzen möchte, macht beim Kauf des Samplers einen ersten Schritt.
Den Anfang machen Die Vertriebenen mit ihrem Lied "Indencendium Reali", das aus dem zweiten Studioalbum "ExtraVagant" stammt. Mit ihrem mittelalterlichen Sound eröffnet die Band aus Schleswig-Holstein den Sampler mit ordentlich Druck im Schlagwerk und dem Klang von Dudelsäcken, Didgeridoo und Bouzouki. Epenklang haben mit "Braune Schlangen" ein neues Lied für "Spielfalt" veröffentlicht, in dem sie Warnungen gegen den rechten Abschaum aussprechen und zu Toleranz und Offenheit ermutigen. Die markante Stimme von Daniel Eisensaite unterstreicht diese Botschaft wunderbar und wird von einem Brett aus Dudelsack, E-Gitarre und Drums getragen. Mit Verbal Fight kommt harter Sound ins Spiel. "Hexe" handelt von der typischen historischen Hexenjagd, Verurteilung und Ermordung einer Frau. Ein Thema, das auch heute noch aktuell ist. Vielleicht geht es dabei nicht wirklich um Hexerei, aber Hetzjagden mit tödlichem Ausgang gibt es leider immer noch und viel zu oft. "Hexe" stammt aus dem Album "Raus aus dem Keller", auf dem es zwölf Lieder mit einem Mix aus Rock, Metal, Punk und Mittelalter zu hören gibt. "Der letzte Drache" wird von Meticus feat. Cesilia besungen. Cesilias Gesang bringt sehr viel Gefühl in die Ballade ein und wird dabei von Flöten und Synthesizerklängen begleitet. Wer mehr von Meticus hören mag, sollte seinen Youtube Channel besuchen. Orientalische Klänge gibt es in "Ayla" von Belinha Lutador auf die Ohren. "Ayla" handelt von einer Frau, die sich durch alle Wirrungen und Probleme ihrer Zeit kämpfen muss und behandelt so ebenfalls ein immer noch aktuelles Thema.
Caspar Bierschmeichler singt mit Fiduz zusammen ein Lied über ein "Braunes Rauschen", das überall zu hören ist. Mit Seitenhieben gegen Braun und Blau und auch gegen die Vergangenheit unseres Landes, singen Fiduz gleichgesinnten Menschen Mut zu, die eigene Stimme zu nutzen, um das braune Rauschen zu übertönen und ihm die Macht zu nehmen. Fiduz' Stimme hat etwas fesselndes, wodurch das Lied noch mehr Bedeutung bekommt. Mit Drums, Geige und E-Gitarre wechseln sich sanfte Töne mit härteren Klängen ab. Tales of Tinnef warnen in "Der fahrende Händler" vor Scharlatanen und falschen Propheten, die mit ihren Worten Lügen und Hass verbreiten möchten. Die bunten Flaggen der Gaukler als Zeichen der Vielfalt und Toleranz stehen dabei gegen die Flagge der Scharlatane, die trotz ihrer Aufmachung irgendwann Brauntöne offenbaren. Tales of Tinnef beweisen mit "Der fahrende Händler", dass sie in der Lage sind, auch ernste Themen anzusprechen, auch wenn man die Band eher mit fröhlichen Trink- und Gute Laune Liedern kennt, wie sie auch auf dem aktuellen Album "Unter uns'rer Flagge" zu hören sind, aus dem auch "Der fahrende Händler" stammt. Das "Pestlied" von Hinterhof ist bereits 2013 auf dem Album "Hagge, Schnigge" erschienen. Da wir alle durch die braune Pest bedroht werden, kann man den Text auch dafür nutzen, um laut gegen diese anzusingen. Vom Sound her merkt man dem "Pestlied" sein Alter nicht an, denn das Album wurde damals sehr hochwertig produziert. Dass "Die schlesischen Weber" von der Produktionsseite her noch ausgearbeitet werden kann, sollte man der jungen Band Tamias Striatus nicht zum Vorwurf machen. Mit ihrem Beitrag zeigen Richard, Jonathan, Leni und Adrian, dass auch Kinder und Jugendliche die Gefahr von Rechts ernst nehmen. Normalerweise spielen sie mittelalterliche Marktmusik, doch auch die Umsetzung des Gedichts von Heinrich Heine zeigt, dass die Band Potential hat und man auf zukünftige Veröffentlichungen hoffen darf. Psychomatic a.k.a Rapkalibur besticht einmal mehr durch seine Rhymes und der verbundenen Liebe von Mittelalter und Hip Hop. Durch seine eigenen Alben und der beliebten "Verbündet" Sampler Reihe steht allein sein Name schon für Vielfalt und Toleranz und so wundert es mich nicht, dass er mit "Changez" seinen Teil zum Sampler beigetragen hat.
![[Bild: spielfaltback.jpg]](https://durchgehoert.de/images/reviews/spielfaltback.jpg)
Versifex und die Stadtwache stimmen als nächstes zum "Bürgerlied" an. Das Lied von Adalbert Harnisch aus dem Jahr 1845 könnte auch eine aktuelle Komposition sein, denn die Welt soll weiter bunt bleiben und nicht braun werden. Versifex war bis 2005 Frontmann von Moskote und ist somit auch kein Unbekannter in der Mittelalterszene. Mit "Deichopfer II" von Frisia non Cantat feat. Finn Faust wird es wieder härter, denn Dudelsack und E-Gitarre beherrschen den Sound. Die Band aus Nordfriesland besingt das Schicksal einer Hexe, die geopfert wird, um einen drohenden Deichbruch zu verhindern. Aberglaube und Schuldzuweisungen sind auch bei Leugnern des Klimawandels stark vertreten. Das Lied wird leider nichts daran ändern, aber es übertönt wunderbar die heruntergerasselten Fakenews zu diesem Thema. Papa Christian ist nicht nur mit "Spielmannsträne" zu hören, sondern war auch für das Mastering des Samplers verantwortlich. Papa Christian ist ein sehr vielfältiger Musiker, der Punk, Metal und Mittelalter liebt und diese Liebe in den Liedern auch miteinander verbindet. Bei Spotify findet man seine Werke unter PapaChristian. Gabria ist wohl eine der meist beschäftigten Personen, die ich kenne. Egal ob mit PurPur oder als Solokünstlerin, ihre Stimme bezaubert jedes Mal auf's Neue. "Das flammende Band" ist nicht nur auf "Spielfalt" zu hören, sondern ist auch auf der "Lux Unita Lieder" EP vorhanden. Die Geschichte eines Barden, der sich in den General der gegnerischen Armee verliebt, ist eine wunderschöne queere Ballade. Da auch die Vielfalt der LGBTQ+ Community durch Rechts bedroht wird, ist es sehr schön und wichtig, auch dieses Thema auf "Spielfalt" anzusprechen beziehungsweise zu besingen. The Band with Folk in, die Urbesetzung von Heiter bis Folkig, haben mit "Die Gedanken" einen wahren Klassiker auf ihre eigene Art neu umgesetzt. Mit Gitarre und Mundharmonika laden The Band with Folk in zum Mitsingen ein, was bei der bekannten Melodie fast von alleine geschieht.
Ben aus Bielefeld ist ein Singer-Songwriter, der seine Lieder selbst schreibt und produziert. Auch hier wird die Schuld für eigene Fehler wieder einmal bei einer Hexe gesucht. "Hexe, Hexe" ist ein frecher Ohrwurm, der sich gerne mal länger im Gedächtnis der Hörer:innen hält. Instrumental geht es mit Hauke Birkel und "Burning Leaves" weiter. Bei der flotten Melodie können sich die Stimmbänder einmal ausruhen und dafür die Beine in die Hand genommen werden. Einziger Wermutstropfen an dem Lied ist die kurze Spieldauer von etwas über 2 Minuten, die gerade einmal zum Aufwärmen ausreicht. Mit Ohrenpeyn ist wieder eine sehr bekannte Band am Start, die mit "Auf zum Rand der Welt" einen scheinbar gefährlichen Kurs setzt, wenn man denn an eine Flache Erde glaubt. Ansonsten wird man zwar durchaus Abenteuer erleben, aber am Erdrand versinken wird man nicht. Nichtsdestotrotz macht das Lied gute Laune und Lust auf Meer und mehr von Ohrenpeyn. Das Lied stammt vom gleichnamigen Album, das 2016 erschienen ist. Mittelalterlich melden sich nun Rabenzauber zu Wort, die mit "Die Seuche 2.0" auf die braune Seuche aufmerksam machen wollen, die uns alle bedroht. Ursprünglich ist "Die Seuche" auf dem Album "Und es geht weiter" zu finden und ist ein Lied über die Coronapandemie und deren Auswirkungen, doch auch der neue Text passt wie die Faust auf's (braune) Auge. Last but not least geben sich Curiositas & Friends die Ehre und beenden den Sampler mit "Hanging on the Old Barbed Wire". Hier wird auf sarkastische Art auf verschiedene Militärränge hingewiesen, die sich lieber um sich selbst kümmern, als um die Sorgen und Nöte ihrer Untergebenen. Der besungene Stacheldraht wurde im ersten Weltkrieg dazu genutzt, umkämpfte Gebiete von den eigenen Stellungen abzugrenzen, die damals in Form von Gräben üblich waren. Wer mutig genug war über diesen zu steigen, hat diesen Versuch meistens nicht überlebt und hing in diesem fest.
![[Bild: spielfaltbands.jpg]](https://durchgehoert.de/images/reviews/spielfaltbands.jpg)
"Spielfalt" endet zwar mit einem unschönen und leider realen Bild der Vergangenheit, macht aber Mut dafür einzustehen, dass solche Dinge hier nicht mehr passieren. Die Spielleute für Vielfalt und Toleranz gehen mit gutem und lauten Beispiel voran. Das Cover wurde von Miri & Bruni gestaltet und würde sich auch hervorragend für Aufkleber anbieten, denn nicht nur Spielleute sind gegen Rechts, sondern auch ihre Hörer:innen. Das Mastering von Papa Christian möchte ich auch noch einmal lobend erwähnen, denn er hat aus vielen einzelnen Beiträgen ein große Ganzes gemacht, das sich wirklich hören lassen kann. Die Verantwortung der einzelnen Lieder liegt aber bei den jeweiligen Interpreten.
Mein Fazit: Aus dem Gedanken heraus, ein gemeinsames Zeichen gegen Rechts zu setzten, ist der Sampler "Spielfalt" entstanden. Die Vielfalt der Teilnehmer:innen und die unterschiedlichen Themen sind ein perfektes Symbolbild für den Wunsch, Vielfalt und Toleranz zu erhalten. Da jedes Lied einen eigenen Beitrag darstellt, dessen Produktion in der jeweiligen Verantwortung der Teilnehmer:innen liegt, ist die Tonqualität sehr unterschiedlich. Während die meisten Lieder professionelle Aufnahmen sind, haben andere eher den Charakter einer Demo-Aufnahme, die man nicht unbedingt bei jedem Durchlauf hören wird. Die ist auch der einzige Kritikpunkt, der jedoch aufgrund der Thematik nicht wirklich ins Gewicht fällt. Man kann dem Mut und das Herz, sich so offen gegen Rechts auszusprechen, nur mit Respekt begegnen. Da der Überschuss der Einnahmen auch noch für Spenden genutzt wird, ist jede Unterstützung sehr wünschenswert. Einen Anspieltipp gebe ich dieses Mal nicht, denn beim Preis von 5€ gibt es keinen Grund, diesen Sampler nicht zu kaufen. Ich drücke die Daumen, dass der Sampler viele Abnehmer findet und sollte "Spielfalt" zu einer Samplerreihe werden, wäre ich sehr gespannt, welche Namen man zukünftig noch lesen könnte. Zum Schluss noch ein Danke für diesen Sampler und an jede einzelne Person, die hinter diesem Projekt steht. Falls ihr den Sampler irgendwo entdeckt oder Teilnehmer:innen kennt, bei denen er erhältlich ist, dann nehmt ihn bedenkenlos mit und dreht die Lieder laut auf.
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[Alternative Rock / Nu Rock] Linkin Park - From Zero (2024) |
Geschrieben von: Tommy2Rock - 14.11.2024, 17:03 - Forum: Musik
- Keine Antworten
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![[Bild: lpfz.jpg]](https://durchgehoert.de/images/reviews/lpfz.jpg)
Release: 15. November 2024
Label: Warner Records (Warner)
Tracklist:
01. From Zero (Intro)
02. The Emptiness Machine - Video
03. Cut The Bridge
04. Heavy Is The Crown - Video
05. Over Each Other - Video
06. Casualty
07. Overflow
08. Two Faced - Video
09. Stained
10. IGYEIH
11. Good Things Go
Über sieben Jahre nach ihrem letzten Album und dem Suizid ihres Sängers Chester Bennington melden sich Linkin Park mit "From Zero" zurück. Auf dem Album gibt es nicht nur neue Musik zu hören, denn Emily Armstrong steht nun neben Mike Shinoda als Leadstimme am Mikrofon. Schon beim ersten Liveauftritt konnte Emily die Linkin Park Fans von ihrer Stimme überzeugen und beweisen, dass sie als Nachfolgerin - nicht Ersatz - Chester Benningtons eine ausgezeichnete Wahl ist. Mit den Singles "The Emptiness Machine", "Heavy Is The Crown" und "Over Each Other" haben Linkin Park nicht nur an ihre bisherigen Erfolge nahtlos angeknüpft, denn "The Emptiness Machine" wurde zur ersten #1 Single in den deutschen Singlecharts in der Geschichte der Band. "From Zero" ist nicht nur eine Anspielung auf den Neustart, sondern auch an den ersten Bandnamen Xero, unter dem die Gründungsmitglieder auftraten, bevor zusammen mit Chester Bennington als Linkin Park der internationale Durchbruch gelang.
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Linkin Park sind:
Mike Shinoda: Gesang, Rap, Lead-Gitarre, Rhythmus-Gitarre, Keyboard, Klavier & Synthesizer
Emily Armstrong: Gesang
Brad Delson: Lead-Gitarre & Backing Vocals
Dave "Phoenix" Farrell: E-Bass & Backing Vocals
Joe Hahn: DJ & Backing Vocals
Colin Brittain: Schlagzeug
Das mit 22 Sekunden sehr kurze Intro startet mit einem Chor und endet mit einer Sprachaufnahme, in der kurz über den Albumnamen und seine doppelte Bedeutung gesprochen wird. Der erste vollwertige Song "The Emptiness Machine" kam vorab als erste von vier Singles heraus und hat gezeigt, dass Linkin Park nichts von dem eingebüßt haben, was sie vor ihrer langen Pause ausgemacht hat. Der Text geht unter die Haut und das Wechselspiel der Leadstimmen erinnert stark an die ersten Hits der Band. Mike beweist wieder einmal, dass er nicht nur als Rapper Skills besitzt und singt die erste Strophe allein. Im Chorus hört man dann erstmals Emilys Stimme, die vom ersten Ton an fesselt. Der Kontrast zwischen den Stimmen erinnert sofort an "Hybrid Theory" und "Meteora", auf denen Mike und Chester sehr ähnlich miteinander agiert haben. Wer sich vor der Pause beschwert hat, dass Linkin Park im Sound zu soft geworden sind, wird sich über die Rückkehr zu ihren Wurzeln freuen. Da wundert es auch niemanden mehr, dass genau dieser Song als erste Single veröffentlicht worden ist, um den Hype auf "From Zero" zu starten. Zurück zu den Wurzeln gilt auch für "Cut The Bridge", bei dem Effekte eher im Hintergrund zu hören sind und dafür ein Brett aus Gitarren und Drums die Basis für diesen Song bilden. Eigentlich gehen Linkin Park hier in zwei Richtungen. Zum Einen klingt er wie Songs aus der Zeit vor "Hybrid Theory" und dann doch nach "Minutes To Midnight", denn der Aufbau des Songs erinnert stark an "Bleed It Out". Die Strophen werden diesmal von Mike gerappt und Emily übernimmt den Chorus und wird dabei vom Chor ihrer Kollegen begleitet. Definitiv ein Song, bei dem Konzertbesucher laut mitsingen sollen. Bei "Cut The Bridge" darf Colin Brittain mit seinen Skills an den Drums glänzen. Dies fällt besonders ins Gewicht, da er ansonsten sehr im Hintergrund der Produktion steht und er eher wie Beiwerk wirkt.
Mit der zweiten vorab veröffentlichen Single "Heavy Is The Crown" geht es weiter, die auch als offizielle Hymne der League of Legends World Finals ausgewählt worden ist. Dort sind Linkin Park auch live aufgetreten und haben den Einmarsch der Finalisten musikalisch begleitet. Den Auftritt kann man sich bei YouTube anschauen. Fans der späteren Alben werden sich über die Fusion von Rock und elektronischen Elementen freuen, wobei der Rockanteil deutlich im Vordergrund steht. Spätestens hier werden auch die letzten Skeptiker von Emily den Hut vor ihr ziehen, wenn sie den "this is what you asked for" Scream hören werden, den Emily 17 Sekunden hält - eine Leistung, die von Chester Bennington bei "Given up" vorgelegt worden ist. "Over Each Other" ist die erste ruhige Nummer auf "From Zero" (wenn man das Intro mal außen vor lässt) und wird allein von Emilys Stimme getragen. Diese überzeugt durch eine Mischung aus sehr emotionalen und doch gefühlvollen Gesang. Das Video zur dritten Singleauskopplung des Albums unterstreicht mit seiner Geschichte und dem unerwarteten Ende die Emotionen sehr gut. Doch auch für sich erzeugt der Song nicht nur eine Gänsehaut beim Anhören. Am Ende gibt es eine kleine Einspielung, in der Mike sagt, Emily soll ihre Screaming Pants anziehen, die sie im nächsten Song auch definitiv nötig hat. "Casualty" beginnt nämlich mit Screams von Emily und eröffnet so den härtesten Song des Album. Auch Mike klingt ungewöhnlich aggressiv in seinem Part. Die harten Gitarren, die treibenden Drums und das höhere Tempo im Chorus eignen sich hervorragend für Circle Pits. Definitiv ein Song für Livecrowds, der ohne Effekte einfach mal aufs Maul haut. Dieser Biss im Sound ist seit "Meteora" vielen abgegangen, weshalb spätestens nach "Minutes To Midnight" viele Fans abgesprungen sind, die den alten Sound geliebt haben. Es ist Balsam für die Seele, dass Linkin Park auch in diesem Punkt wieder zu sich selbst zurückgefunden haben.
![[Bild: lp2024.jpg]](https://durchgehoert.de/images/reviews/lp2024.jpg)
Direkt danach wird wieder viel Härte und Tempo aus dem Song raus genommen. "Overflow" ist eine Ballade, die sehr gut zum Album "The Hunting Party" gepasst hätte. Hier stehen eindeutig Effekte und Gesang im Vordergrund, denn die Gitarren sind hier kaum zu hören und werden erst zum Schluss hin präsenter. Zum Luft holen kommt der Song aber genau richtig und bringt auch ordentlich Abwechslung ins Album. In "Two Faced" vereinen sich die einzelnen Elemente wieder zu einer amtlichen Rocknummer. Hier gehen Linkin Park einen deutlichen Schritt zurück zu ihren Wurzeln, denn der Song könnte sich nahtlos in die Songlisten von "Hybrid Theory" und "Meteora" einreihen, da der Song Stilelemente aus beiden Alben enthält. Mike und Emily pushen sich hier gegenseitig zur Höchstleistung und als letzte Single vor dem Release haben Linkin Park allen Hatern, die meinen, Linkin Park würden wie eine andere Band klingen, einen musikalischen Maulkorb verpasst. Bei "Stained" scheint man nicht ganz einig gewesen zu sein, ob man nun eine reine Ballade oder einen weiteren Banger abliefern wollte. Herausgekommen ist eine Mischung aus beidem und die ist sehr gut gelungen. Erneut fesselt Emilys Stimme im Chorus und der Flow von Mike in seinen Parts ist einfach genial. Ungebremst und mit ordentlich Druck im Sound geht es mit "IGYEIH" (I Gave You Everything I Had) weiter, der thematisch da weiter macht, wo "The Emptiness Machine" aufgehört hat. Wer sich gerade von einem narzisstischen Menschen getrennt hat, wird diesen Song fühlen und noch eine Stufe lauter stellen. Der Downpart baut sich langsam auf und würde man das bekannte "Shut up when I'm talking to you" von Chester neben Emilys "From now on I don't need you" stellen, würde es sich perfekt verbinden. "Good Things Go" ist nicht nur nur eine epische Ballade, sondern auch ein passender Titel zum Abschluss des Albums. Linkin Park haben zum Ende noch einmal alle Stärken des Albums vereint und produktionstechnisch auch nochmal alles in den Song gepackt, damit man das Album direkt wieder hören möchte. Da ist es wohl kein Zufall, dass am Ende eine perfekte Brücke zum Intro zu hören ist und man im Repeatmodus quasi gar nicht bemerkt, dass man wieder bei Null, also "From Zero" angefangen hat und im nächsten Loop ist.
Da das Album gewohnt auf höchstem Niveau produziert worden ist, braucht man sich über den Sound gar keine Gedanken machen. Anlage aufdrehen und den Rest erledigen Linkin Park von allein. Beim Cover des Albums bin ich mir selbst nicht sicher, was ich davon halten soll. Da es wie eine Anspielung auf die Symbionten Venom und Carnage aus Spider-Man wirkt, könnte es durchaus als der Übergang zwischen der Vergangenheit und Zukunft interpretiert werden. Die schwarze Trauerphase der Band wird vom neuen Farbklang von Emilys Stimme mit neuem Leben gefüllt und die Symbiose aus diesen beiden Faktoren ergibt den Sound von "From Zero".
Mein Fazit: Linkin Park melden sich mit einem absoluten Banger als Album zurück, das schon vor dem Release ein kommerzieller Erfolg ist. Die Views der einzelnen Singles bei YouTube allein beweisen schon, wie Fans die neuen Songs feiern. Die Tracklist offenbart ein Highlight nach dem anderen, wobei man sich das Intro hätte sparen können. Es bringt keinen Mehrwert und ein weiterer Song hätte auch der sehr kurzen Laufzeit von knapp 32 Minuten sehr gut getan, was einen der wenigen Kritikpunkte darstellt. Das Best of Album "Papercuts" war als Abschluss der Chester Bennington Era eine sehr gute Wahl. Natürlich schmerzt der endgültige Abschied von Chester immer noch und das darf er auch. Immerhin hat seine Stimme Millionen Menschen Kraft und Hoffnung gegeben.Die Wahl, eine weiblichen Stimme die Chance zu geben, seine Nachfolge anzutreten, ist meiner Meinung nach aber die richtige gewesen. "From Zero" ist der Beginn der nächsten Linkin Park Era und die Band dürfte noch sehr lange auf der Erfolgswelle von "From Zero" reiten. Wer nicht zu den Emily-Kritikern gehört, sollte sich das Album einfach im Ganzen gönnen. Die Videos als Einstieg sind genau der richtige Weg, um die letzten Stunden bis zum Release noch zu verkürzen. Danach bin ich mir sicher, dass die Server der Streamingdienste glühen werden.
Ist die Rückkehr gelungen? Definitiv. Geben Linkin Park etwas auf die Kommentare, die sich gegen Emily stellen und das Album ablehnen? Absolut nicht und gerade das Video zu "Two Faced" zeigt, dass sie es einfach nur genießen, wieder Musik zu machen. Genau dies sollten die Hörer:innen des Albums auch machen. Bleibt nur noch abzuwarten, welchen Platz das Album in den Albumcharts einnehmen wird. Nachdem "The Emptiness Machine" schon die erste Nummer Eins Single in Deutschland für Linkin Park geworden ist, stehen die Zeichen dort ebenfalls auf Kurs gen Chartsspitze.
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[Fantasy-Folk] Kupfergold - Lichtermeer (2024) |
Geschrieben von: Tommy2Rock - 11.11.2024, 13:57 - Forum: Musik
- Keine Antworten
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![[Bild: lichtermeer2.jpg]](https://durchgehoert.de/images/reviews/lichtermeer2.jpg)
Release: 19. Januar 2024
Label: Eigenvertrieb
Tracklist:
01. Lichtermeer
02. Grüner Drache
03. Am Arsch
04. Saint Denis
05. Sonne und Mond
06. Das Bienenhaus
07. Diosa De La Luz
08. Es ist Obst im Haus
09. Rammlerbräu
10. Das Lied der Sirene
Auch für ihr drittes Album "Lichtermeer" hat das Fantasy-Folk-Trio Kupfergold ein Crowdfunding genutzt, um die Produktionskosten zu finanzieren. Während die Crowdfunder das neue Album "Lichtermeer" bereits vor dem Jahreswechsel in den Händen halten konnten, erschien es offiziell am 19. Januar 2024. Zum zweiten Mal gibt es Lieder aus der bandeigenen Feder und wer den Vorgänger "Heiliger Bimbatz" mag, wird vom Nachfolger "Lichtermeer" nicht enttäuscht sein. Kupfergold haben im Studio alles gegeben, damit das "Lichtermeer" hell funkelt und zum Hörgenuss wird.
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Kupfergold sind:
Bonnie Banks: Gesang
Bumm Bumm Basti: Perkussion & diverse andere Instrumente
Eric Rhymes: Laute
Nach "Koboldkeile" und "Heiliger Bimbatz" haben Kupfergold mit "Lichtermeer" ihr drittes Album veröffentlicht. Das Ergebnis ist eine bunte Mischung aus flotten Trinkliedern, wunderschönen Balladen und dem bandtypischen Humor, den die Fans sehr mögen. Insgesamt haben es zehn neue Lieder auf das Album geschafft. Das Titellied "Lichtermeer" eröffnet das Album mit einem flotten Rhythmus, einer schönen Melodie und dem Blick in die Zukunft. Die besungene Reise ist gleichzeitig auch der Start in die musikalische Welt von Kupfergold. In "Grüner Drache" geht es ins gleichnamige Wirtshaus im Auenland, Hobbingen um genau zu sein. Der Lebensstil der Hobbits wird besungen und wie diese am Abend im "Grünen Drachen" feiern und trinken gehen. Mitfeiern, mitsingen und ein kühles Bier genießen klappt bei diesem Lied von ganz allein. "Am Arsch" hätte auch prima als Opener funktionert, da Kupfergold sich in diesem Lied ausführlich vorstellen. Wer dabei stört oder den drei Spielleuten auf den Sack geht, darf seine Zunge an besagter Stelle ansetzen. Doch auch als Alltagshymne kann dieses Lied wunderbar benutzt werden, da man immer unschuldig sagen kann, man singt doch nur mit. Mit "Saint Denis" wird zum ersten Mal deutlich Tempo aus den Liedern herausgenommen. Die Ballade über die französische Stadt Saint Denis, die direkt nördlich von Paris liegt, erweckt durch die Melodie eine Sehnsucht, diese Stadt einmal selbst zu sehen. Allerdings wird auch deutlich, dass die Stadt ein sozialer Brennpunkt ist. Es folgt die nächste Ballade in Form von "Sonne und Mond", einem sehr romantischen Liebeslied. Das Schöne an diesem Lied ist die Tatsache, dass jede Art von Paar dieses Lied ohne Vorbehalt für sich genießen kann. Ob die Personen, die mit Sonne oder Mond beschrieben werden, männlich oder weiblich sind, wird nämlich offen gelassen.
"Das Bienenhaus" sorgt nicht nur für gute Laune, sondern auch für interessantes Kopfkino. Warum Maria schuld hat wird zwar nie erklärt, aber wenn man mit Klatschen, Tanzen und Mitsingen beschäftigt ist, sind solche Fragen auch völlig überflüssig. Spanische Klänge ertönen bei "Diosa De La Luz", einer Geschichte über Liebe, Untreue und leere Versprechungen. Die Mischung aus deutschen und spanischen Textpassagen ergänzen sich sehr gut und erzeugen eine ganz eigene Atmosphäre, in der die Gefühle noch deutlicher rüberkommen. Wer die Zitate aus "Obst im Haus" kennt, hat entweder früher "Frauentausch" geschaut - Schande über mich! - oder schon mal "HALT STOP!" als Meme gesehen. Egal woher man sie kennt, dass man sie hier mitgröhlen soll, versteht sich von alleine. Verpackt ist das Ganze in eine extrem tanzbare Melodie, bei der man nicht still sitzen bleiben kann. Nach so viel Bewegung und Gesang braucht man was Kühles für die Kehle. Daher kommt es sehr gelegen, dass Kupfergold die Hymne ans "Rammlerbräu" als nächstes Lied anstimmen. Das Hausgetränk des "Goldenen Rammlers" überzeugt laut Text nicht nur durch seinen Geschmack, sondern auch durch seine Wirkung. Es fehlen eigentlich nur ein paar Stellen zum Trinken im Lied, da man auch hier eher mit Singen und Tanzen beschäftigt ist. Dem "Lied der Sirene" sollte man auf hoher See lieber nicht lauschen, wenn einem das eigene Leben lieb ist. Da Kupfergold hier aber die Geschichte einer Sirene und ihres Liedes besingen, kann man sich gefahrlos fallen lassen und die Melodie und den wunderschönen Text genießen. Ein sehr schöner Abschluss des Albums, der nicht nur ein Gefühl von Meer vermittelt, sondern auch den Wunsch nach mehr entflammen lässt. Ein Hoch auf die Repeat-Funktion, mit der man das Album einfach wieder von vorn hören kann.
"Lichtermeer" besticht nicht nur durch die Melodien und Texte, sondern auch durch den hervorragenden Klang der Aufnahmen, die im Barrel Studio in Merzenich-Golzheim entstanden sind. Für den Mix verantwortlich waren Marlene Hümpel und Tobi Schneider, der auch das Mastering in Docmaklang Studio Osnabrück übernommen hat. Artwork und Design des Albums stammen von Meri Hölscher (Mahou Shoujo - Instagram). Besonders das Cover ist mit seinem Motiv schon ein Grund, das Album nicht nur digital zu besitzen. Im Booklet befinden sich außerdem noch sämtliche Texte zu den Liedern und eine Auflistung von Unterstützer:innen, die das Album mitfinanziert haben.
Mein Fazit: Dass Kupfergold sich nicht hinter großen Bands verstecken müssen, haben sie 2024 deutlich gezeigt. Das Publikum ist gewachsen und der Bekanntheitsgrad ist mittlerweile auch auf einem anderen Level als noch im Jahr zuvor. Gerade die gemeinsame Zeit mit Mr. Hurley & die Pulveraffen hat für mehr Aufmerksamkeit gesorgt, die das Trio definitiv verdient hat. Veränderungen sind auch auf "Lichtermeer" zu hören. Kupfergold sind selbstbewusster geworden und die vielen kleinen Details in den Liedern zeigen auch, dass sie ihr ohnehin schon hohes Niveau auf ihren Alben nicht nur gehalten, sondern auch erhöht haben. Die Texte sind genau so humorvoll, verträumt und laden zum Trinken ein, wie man es als Fan erwartet hat. Der große Vorteil für Kupfergold besteht eindeutig darin, dass sie sich nicht auf ein bestimmtes Thema festgelegt habe. Egal ob es ins Auenland geht, aufs weite Meer hinaus oder ob "Frauentausch" zitiert wird, es wirkt niemals deplatziert. Das Album ist zum Zeitpunkt der Rezension schon eine ganze Weile auf dem Markt, dennoch wirkt es immer noch frisch und die Stärke der Ohrwürmer hat in keiner Weise nachgelassen. Während man andere Alben nach kurzer Zeit schon vergessen hat, kommt man von "Lichtermeer" nicht los. "Am Arsch" passt zu oft in alltägliche Situationen und "Obst im Haus" besteht aus mehreren bekannten Memes, die man selbst immer wieder mal zitiert. Das berühmte "Halt! Stop!" erkennen die meisten Menschen sofort. Diese Alltagsverbindungen, zusammen mit den sehr eingängigen Melodien, werden Kupfergold und "Lichtermeer" weiterhin lange in Playlisten halten. Wer das Album oder Kupfergold an sich noch nicht kennt, dem sollten "Grüner Drache", "Am Arsch", "Obst im Haus" und "Das Lied der Sirene" als Einstieg genügen, um sich selbst zu überzeugen. Fans können das Album ohne vorher hineinzuhören bedenkenlos kaufen. Streamen ist natürlich auch erlaubt und erwünscht, jedoch ist der beste Support eine CD, die man bei der Band direkt gekauft hat.
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[Freibeuter-Folk / Folkrock] Vroudenspil - Schattenuhr (2024) |
Geschrieben von: Tommy2Rock - 07.11.2024, 14:17 - Forum: Musik
- Keine Antworten
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![[Bild: schattenuhr.jpg]](https://durchgehoert.de/images/reviews/schattenuhr.jpg)
Release: 08. November 2024
Label: Hicktown Records
Tracklist:
01. Ewiger Traum
02. Pestpockenpolka
03. Bis Zum Hals
04. Eintausend Seelen
05. Schattentänzer
06. Ohne Halt
07. Übermorgenland
08. Folge Dem Passat
09. Hinter Dem Meer
10. Verdammte Ewigkeit
Mit ihrem sechsten Album »Schattenuhr« entführt das Oktett Vroudenspil das Publikum in eine Welt voller Gegensätze. Traum und Albtraum vermengen sich zu einer gemeinsamen musikalischen Fantasiereise. Getreu ihrer Hausmarke Freibeuter-Folk – einer wilden Mischung aus Ska, Balkan, Folk- und Mittelalter-Rock – versprüht auch das neue Album mit jedem Song einen wilden Tanz zwischen scheinbaren Widersprüchen. Leben und Tod drehen sich in einem einzigartigen ekstatischen Rausch. Trotz teilweise finsterer und morbider Themen zieht die erlebbare und ansteckende Lebensfreude alle in ihren Bann. Ein der „Meute toter Narren" wohlbekannter Drahtseilakt. »Schattenuhr« zeigt einmal mehr, wie auf Basis einer unfassbaren harmonischen und inhaltlichen Bandbreite ein musikalisches Kleinod voller tanzbarer Rhythmen zu einem unverwechselbaren Kunstwerk vermengt werden kann. Die musikalischen
Ausflüge reichen von orientalischen Folkelementen über Boogie und Polka bis zu einer Prise Powermetal, gehüllt in das Freibeuter-Folk-Gewand. (Quelle: Vroudenspil)
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Vroudenspil sind:
Seewolf: Akkordeon & Gesang
Ratz: Gesang
Don Santo: Gesang
Phyra: Querflöte & Blockflöte
Absolem: Gitarre & Gesang
Pico: Schlagzeug
Petz: Saxophon, Rauschpfeife, Sackpfeife & Gesang
Dax: Rauschpfeife & Sackpfeife
Fünf Jahre sind seit der Veröffentlichung des letzten Albums „Panoptikum“ vergangen. Nun laden Vroudenspil ihre Fans zum sechsten Mal zu einer Reise in ihre eigene Welt ein. Wieder mit an Bord ist Ratz als Sänger, der auf dem letzten Album nicht zu hören war und Der Kraken wurde durch Pico am Schlagzeug abgelöst. An ihrem Stil hat sich dadurch nicht viel verändert, wodurch langjährige Hörer vom Sound sofort abgeholt werden.
„Ewiger Traum“ startet relativ ruhig, nimmt aber ordentlich Fahrt auf, sobald der Gesang einsetzt. Ein Dschinn fordert auf, ihm Wünsche zu offenbaren und mit ihm Abenteuer zu erleben. Ob er es gut meint, bleibt dabei offen, denn wie er Wünsche erfüllt, ist allein seine Entscheidung. Die Melodie hat orientalische Einflüsse, was sehr gut zu einem Dschinn und seiner Herkunft passt. Mit der „Pestpockenpolka“ geht es weiter, die schon vorab als Single veröffentlicht worden ist. Vroudenspil liefern eine flotte Nummer zum Tanzen ab, die im Text einige sozialkritische Töne hören lässt. Es geht nicht wirklich um die körperlichen Zeichen einer Pesterkrankung; vielmehr sind damit Menschen gemeint, die sich an einen klammern und ausbeuten wollen und die man nur sehr schwer wieder los wird – wenn überhaupt. Trommelstöcke und Bass eröffnen „Bis Zum Hals“, bevor die flotte Melodie einsetzt. Trotz des Ablaufens der Lebenszeit wird gefeiert und getanzt - selbst wenn das Wasser bis zum Hals steht, eigentlich Panik angesagt ist und auch Gott nicht mehr helfen kann. Das instrumentale Zwischenstück fällt hier durch das Hervorheben einzelner Instrumente sehr positiv auf und man steigt von allein in den besungenen Tanz ein.
Auch „Eintausend Seelen“ war eine Singleauskopplung des Albums. Erzählt wird eine Geschichte, die laut Erzähler nicht in „1001 Nacht“ zu finden ist. Es geht um einen Narren, der von Eintausend Seelen (und vielleicht einer mehr) gequält wird und mit dem Narrenschiff im Sturm durch die Wüste treibt. Erneut ertönen orientalische Klänge, die der Aufforderung, die Augen zu schließen und dem Narrenschiff auf seiner Reise zu folgen, noch mehr Atmosphäre verleihen. Die Aufforderung, aus seinem eigenen Schatten herauszutreten bekommt der „Schattentänzer“ im gleichnamigen Lied. Während das Leben im Schatten nur Zwänge, Angst und Selbsthass hervorbringt, verspricht das Leben im Licht Freiheit. Ob er diesen Weg geht oder im Schatten bleibt, wird jedoch nicht aufgelöst. Die düstere Melodie erzeugt ein beklemmendes Gefühl, ist aber erneut sehr tanzbar. Ein wenig Tempo gibt es zum ersten Mal mit „Ohne Halt“. Der Chorus geht unheimlich ins Ohr und lädt zum Mitsingen ein, was durch die eingängige Melodie noch verstärkt wird. Da die Zeit niemals stehen bleibt, fordert der Text auf, im Hier und Jetzt zu leben; den Moment zu genießen und zu schätzen, denn „Ohne Halt“ macht die Zeit alles zur Vergangenheit. Das „Übermorgenland“ erreicht der Protagonist durch das Genießen einiger Rauschmittel. Wasserpfeifen und Absinth – beschrieben als die Macht grüner Feen – werden als Beispiel genannt. Auch hier gibt es wieder ein sehr schönes instrumentales Zwischenstück. Ähnlich wie bei „Eintausend Seelen“, gibt es hier wieder Zahlen, bei denen es heißt „oder eine/r mehr“, was die Texte etwas repetitiv wirken lässt.
![[Bild: vroudenspilpr.jpg]](https://durchgehoert.de/images/reviews/vroudenspilpr.jpg)
Bei „Folge dem Passat“ könnte man sich zuerst die Frage stellen, wie die Verfolgung eines Volkswagen-Modell ins Album passt. Gemeint ist aber das gleichnamige Windsystem, wie es weltweit in den Tropen und Subtropen vorkommt. Hier kommt richtiges Freibeutergefühl auf, denn es geht um die Gefühle, die man im Laufe der Jahre auf einem Schiff erlebt. „Folge dem Passat“ bedeutet aber auch seinem eigenen Weg treu zu bleiben und nicht zurück zu blicken. In die Jahre gekommene Freibeuter sind auch das Thema in „Hinter Dem Meer“. Man wird sich des eigenen Alters bewusst, zieht die Lehre aus allen Erfahrungen und macht doch ohne Reue weiter. Der Text hätte sich auch wunderbar für eine Ballade geeignet und hätte dem Album in dieser Form sehr gut getan. In diesem Punkt fehlt es dem Album nämlich an Abwechslung, da das Tempo nie so richtig heraus genommen wird. Dass Vroudenspil in der Lage sind, gefühlvolle Balladen zu schreiben, haben sie in der Vergangenheit schon bewiesen. Auch bei „Verdammte Ewigkeit“ hat man sich nicht so richtig getraut, das Tempo zu drosseln. Dafür wird man an frühere Zeiten der Band erinnert, denn „Verdammte Ewigkeit“ hätte auch gut auf „Tote Narren“ gepasst. Zum Mitsingen eignet sich das Lied perfekt und als Abschluss des Albums ist es auch sehr gut gewählt.
Den satten Sound des Albums verdanken Vroudenspil keinem geringerem als Simon Michael (Subway to Sally) , der die Lieder im Great Hall Studio sowohl aufgenommen, nachbearbeitet als auch gemischt hat. Das Mastering wurde dann von Christoph Beyerlein im Separate Sound Studio in München übernommen. Artwork und Design des Albums stammen von Simon Engel und Alessa Flemming. Die Sanduhr auf dem Cover sieht nur nur gut aus, sie deutet auch schon die Themen des Albums an. Während es in der oberen Hälfte um Seefahrt und das Freibeuterleben geht, sind in der unteren Hälfte nur noch die Wracks einst stolzer Schiffe zu sehen, die im Sand der Zeit gestrandet sind. Im Booklet finden sich nicht nur sehr schöne Bilder der einzelnen Bandmitglieder, sondern auch alle Texte und die Angabe, wer die Texte geschrieben hat und wer die Lieder komponiert hat. Im Hintergrund ist dabei immer ein Strudel zu sehen, der den Betrachter in die Tiefe ziehen will und auch auf dem Cover präsent ist. Dabei geht es wohl nicht nur im die Gefahr im Meer zu versinken, sondern auch im Strudel der Zeit verloren zu gehen.
Mein Fazit: „Schattenuhr“ ist ein Album mit sehr viel Potential, das leider nicht komplett ausgespielt wird. Die Melodien bleiben im Ohr und die Texte sind wirklich sehr gut geschrieben. Leider klingen die Strophen in verschiedenen Liedern vom Rhythmus und Tempo her sehr ähnlich. Wenn man beim Anhören dann nicht auf die Texte achtet, verliert man schnell die Übersicht, welches Lied man eigentlich gerade hört. Im Chorus und den instrumentalen Zwischenstücken zeigen Vroudenspil dafür sehr viel Kreativität und schaffen es, die Hörer:innen nicht zu verlieren. „Verdammte Ewigkeit“ durchbricht die sich wiederholenden Elemente und bleibt dadurch länger im Ohr hängen. Wer ein Album sucht, bei dem man feiern und tanzen kann, wird mit „Schattenuhr“ sehr viel Spaß haben, denn dafür eignet es sich hervorragend und die knapp 35 Minuten Laufzeit vergehen wie im Fluge. Für die düsteren Stunden der kalten Jahreszeit erzeugt es außerdem eine sehr passende Atmosphäre. Insgesamt liegt also ein wirklich solides Folk / Folkrock Album vor, durch das nicht nur Piratenfans angesprochen werden. Meine Anspieltipps sind „Pestpockenpolka“, „Übermorgenland“, „Folge dem Passat“ und „Verdammte Ewigkeit“.
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[Alternative Metal] Aeverium - The Secret Door (2024) |
Geschrieben von: Tommy2Rock - 05.11.2024, 13:31 - Forum: Musik
- Keine Antworten
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![[Bild: aeverium3.jpg]](https://durchgehoert.de/images/reviews/aeverium3.jpg)
Release: 14. November 2024 (digital) / 30. November 2024
Label: Eigenvertrieb
Tracklist:
01. Return To Sender
02. Living In Elysium - Video
03. Lost And Found
04. Whatever
05. The Secret Door
06. Breaking The Silence
07. A Look Back
08. Don't Make Me Sad
09. Herzlinie feat. René Anlauff (Heldmaschine) - Video
10. The Last Song
11. Safe Harbour - Video
Nach einer sechsjährigen Pause dürfen Fans von Aeverium endlich aufatmen, denn das langersehnte dritte Album "The Secret Door" steht kurz vor seinem Release. Die Covid-19 Pandemia war Grund für diese Pause, doch es gab auch andere Gründe im Umfeld der Band, die mitverantwortlich waren, unter anderem gab es innerhalb der Besetzung einige Wechsel. Für Fans ist Vanessa Katakalos als neue Stimme auf dem Album keine Unbekannte mehr, da sie bereits in der 2019 erschienenen Single "Safe Harbour" zu hören war. Aeverium haben mit "Break Out" (2015) und "Time" (2017) zweimal bewiesen, dass Alternative Metal aus Deutschland mit internationalen Produktionen mithalten kann und dass ihr eigener Stil sehr viel Zuspruch bekommt. Laut eigener Aussage ist "The Secret Door" das beste Album der Band, womit sie schon im Vorfeld sehr hohe Erwartungen erzeugen.
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Aeverium sind:
Marcel „ Chubby“ Römer: Gesang
Vanessa Katakalos - Gesang
Maarten Jung - Gitarre
Andreas „Anti“ Delvos - Keyboard
Bodo Stricker - Schlagzeug
Gastmusiker:
René Anlauff (Heldmaschine): Gesang (Herzlinie)
Seit dem Release "Time" sind über sechs Jahre vergangen und die Veränderungen innerhalb der Band lassen die Frage aufkommen, ob Aeverium wirklich in der Lage sind, ihre bisherigen Alben zu übertreffen. Der Opener "Return To Sender" beweist von Anfang an, dass Aeverium sich selbst treu geblieben sind, denn die ersten Sekunden klingen dem Anfang von "Break Out" sehr ähnlich. Danach geht es mit harten Gitarren und Synthesizern weiter, bevor Vanessa ihr Albumdebüt bei Aeverium feiern darf und es ist wirklich ein Fest, ihr zuzuhören. Marcels markante und vielseitige Stimme klingt auch nach der Pause genauso stark und gefühlvoll wie man es von ihr erwartet. Während die Strophen eher ruhig klingen, geben Aeverium im Chorus Gas und der Scream am Ende der Bridge klingt wirklich badass. All das macht "Return To Sender" zu einem rundum gelungenem Einstieg ins Album. Weiter geht es mit "Living in Elysium", zudem es auch ein Musikvideo gibt. Die Synthesizer geben dem Song einen leicht orientalischen Klang, was der Band wirklich gut steht und ein wenig an die Band Orphaned Land erinnert. Schon beim Anschauen des Videos konnte ich es nicht bei einem Mal belassen, da der Song wirklich hart ins Ohr geht, daher habe ich ihn auch beim Schreiben dieser Zeilen mehrfach laufen lassen. Bei "Lost And Found" gibt es zum ersten Mal auch deutschen Gesang auf "The Secret Door" zu hören. Der Wechsel zwischen deutschen und englischen Textpassagen ist sehr gut gemacht und klingt niemals erzwungen. Marcel dann auch noch deutsch rappen zu hören ist beeindruckend und eine gelungene Überraschung. Dieser Song hat definitiv ein Musikvideo verdient, damit er auch außerhalb des Albums die Beachtung bekommt, die er eindeutig verdient.
Mit "Whatever" wollen Aeverium ihren Fans eindeutig ordentlich einheizen. Diese tanzbare Metalnummer mit schnellen Gitarren, die sich mit eingängigen Synthesizermelodien abwechseln, will definitiv abgefeiert werden. Auch hier fällt wieder das hervorragende Zusammenspiel der Stimmen sehr positiv auf und macht "Whatever" zu einem weiteren Ohrwurm. Mit dem Titelsong "The Secret Door" gibt es die erste Ballade des Albums. Während die Strophen ruhig und sehr emotional klingen, wird es im Chorus etwas härter und schneller. Der Kontrast zum vorherigen Lied unterstützt die düstere Atmosphäre des Songs zusätzlich und so bekommt man eine Gänsehaut nach der anderen.
Nach dieser kurzen Verschnaufpause geht es direkt wieder mit Headbangen weiter und "Breaking The Silence" hinter eine Ballade zu setzen, ist an sich schon ein exzellentes Wortspiel. Besonders gut gefallen mir hier die Stellen, an denen man hören kann, wie gut die einzelnen Mitglieder der Band wirklich sind. Egal ob Gitarre, Synthesizer oder Schlagzeug, wirklich jeder kommt hier zur Geltung. "A Look Back" ist mir wirklich unter die Haut gegangen. Marcel und Vanessa bringen die Emotionen dieses Lieder hervorragend rüber und das Brett aus Piano, Akustikgitarre und Streichinstrumenten passt ebenfalls perfekt dazu. Als ein Mensch, der an Depressionen und chronischen Krankheiten leidet, kenne ich das Gefühl auf sein Leben zurückzuschauen, weil man Momente hat, in denen man nicht mehr nach vorn schauen kann. Passender hätte man so einen Moment nicht in ein Lied einfangen können. Chapeau! Emotional, aber in einer härteren Gangart geht es mit "Don't Make Me Sad" weiter. Wer schon einmal in einer toxischen Beziehung festgehangen hat, wird den Frust im Chorus sehr gut nachempfinden können. Nach und nach baut es sich innerlich auf, bis man nicht mehr still bleiben kann und es aus einem herausbricht.
![[Bild: aeveriumpresse.jpg]](https://durchgehoert.de/images/reviews/aeveriumpresse.jpg)
Ein weiteres Highlight und ein Gastsänger folgen mit "Herzlinie", bei dem kein geringerer als René Anlauff von Heldmaschine zu hören ist. René gibt nicht nur den Strophen einen ganz besonderen Klang, sondern singt auch mit Vanessa und Marcel im Chor. "Herzlinie" an sich hing schon länger in den Köpfen von Aeverium als Idee fest, wurde aber während der Arbeiten an "The Secret Door" umgeschrieben und hat in diesem Prozess auch den deutschen Text bekommen. Die Symbiose aus Alternative Metal und Neue Deutsche Härte ist zweifellos gelungen, denn "Herzlinie" sticht aus den anderen Songs heraus und dürfte durch seine Vielseitigkeit auch viele neue Hörer anziehen. Auch für "Herzlinie" ist ein Musikvideo erschienen. Da "Safe Harbour" als Bonus Song gelistet ist, handelt es sich bei "The Last Song" wirklich um den letzten regulären Song des Album. Aeverium zeigen noch ein letztes mal, was sie als Band ausmacht. Die Melodie geht ins Ohr, der Gesang klingt hervorragend und man möchte auch diesen Song direkt noch einmal hören. Die Fragen, wann die eigene Zeit ausläuft und ob man alles erreicht hat, die eigenen Wünsche erfüllt worden sind und ob man alles sagen konnte, sind hier das Thema. Als Bonussong folgt nur noch "Safe Harbour", da der Song schon 2019 erschienen ist. Die Sehnsucht nach einem sicheren Hafen kennt jeder, der sich schon einmal verloren gefühlt hat. Was diesen Hafen darstellt, ist jedem selbst überlassen. Trotz der Tatsache, dass die Single bereits fünf Jahre alt ist, integriert sie sich perfekt ins Album. Ein sehr würdiger Abschluss für ein hervorragendes Album.
Damit man sich nicht nur musikalisch als Fan sofort heimisch fühlt, sieht man auf dem Cover erneut ein Hirschmotiv, wie es schon bei "Break Out" und "Time" der Fall war. Diese aufrecht stehende Gestalt steht vor einem Portal, der "Secret Door", die ein wenig an ein Stargate erinnert. Das Cover wurde von Katharina Klein ( https://www.katkleindesign.com ) aus Santa Cruz, Kalifornien gestaltet. Für die grandiose Tonqualität ist Manuel Cohnen von Parabol Audio verantwortlich, der als Producer auch schon die Anfänge von Aeverium tontechnisch betreut hat.
Mein Fazit: Die Aussage, dass "The Secret Door" das beste Aeverium Album ist, kann ich aus meiner Sicht bedenkenlos bestätigen. Aeverium sind ihrem Stil treu geblieben und haben ihn mit neuen Elementen und deutschen Texten ergänzt. Während man bei anderen Bands oft das Gefühl hat, dass deutsche Texte dazu dienen, mehr Geld in die Bandkassen zu holen, passt diese Änderung einfach perfekt zu Aeverium und ist ein Grund, warum mir gerade "Herzlinie" besonders gut gefällt. Beim Anhören der Songs hatte ich auch das Gefühl, dass "The Secret Door" das bisher persönlichste Album der Band ist, vielleicht auch weil ich ein wenig aus dem privaten Umfeld mitbekommen habe. "Safe Harbour" und "A Look Back" sind dafür zwei sehr gute Beispiele dafür. Der Gesang soll natürlich nicht unerwähnt bleiben. Mir hat die Kombination aus Marcel und Aeva auf den ersten beiden Alben schon immer sehr gefallen. Mit Vanessa wird stimmlich aber noch eine höhere Ebene erreicht, die ich vorher nicht erwartet hätte. Da sie ihre Stimme sehr vielseitig einsetzen kann und in Kombination mit Marcel noch besser klingt als Aeva, kann man Aeverium für die Entscheidung, Vanessa an Bord zu holen, nur gratulieren .Eine Bestätigung für die Qualität des Albums ist auch das Gefühl, es wäre sehr kurz, obwohl es knapp 45 Minuten Spielzeit hat und kein Lied nur zur Streckung dieser Zeit dient. Da alle Lieder ins Ohr gehen und auch die Texte dazu auffordern, noch genauer hinzuhören, bleibt es nicht bei einem Durchgang. Ich selbst habe einige Lieder direkt noch einmal laufen lassen Wer harte Gitarren, Synthesizer und eine Mischung aus klaren Stimmen und gutturalem Gesang mag, kann sich das Album bedenkenlos anhören. Meine Anspieltipps sind "Living in Elysium", "Herzlinie" und "A Look Back". Wer das Album zum Release gerne in den Händen halten möchte, der kann es sich am 30. November beim Releasekonzert in der Rockschicht in Viersen direkt bei der Band abholen.
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November 2024 |
Geschrieben von: Tommy2Rock - 02.11.2024, 09:02 - Forum: Durchgehört Charts Vorschläge
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Hallo Zusammen,
die vorletzte Runde der Hörercharts 2024 steht an. Bis Montag um 16 Uhr könnt ihr Vorschläge machen und euren Lieblingsbands die Möglichkeit geben in den Jahrescharts dabei zu sein oder sogar höhere Platzierungen zu bekommen.
Wie immer gelten diese Punkte für Vorschläge:
- Jeder User darf einmalig im Monat von bis zu 5 verschiedenen Bands je einen Song vorschlagen. IPs und Sessions werden gespeichert und wer mehr als einmal postet, findet seine Vorschläge nicht in den Charts.
-Jede Band wird nur einmal ins Voting aufgenommen, Ausnahme sind Features bei anderen Bands, deshalb macht es keinen Sinn mehrere Lieder der gleichen Band vorzuschlagen.
- Wenn mehrere Hörer verschiedene Lieder einer Band vorschlagen, entscheiden wir welches genommen wird.
- Da es sich um Hörercharts handelt sind Vorschläge von MusikerInnen, die sich selbst vorschlagen nur in den Charts zu finden, wenn noch Plätze frei sind.
- Die Vorschläge sind in folgender Weise zu machen: Band - Song (Beispiel: dArtagnan - Griechischer Wein). Sollte der Vorschlag nicht erkennbar sein, zum Beispiel weil einfach ein Textausschnitt als Titel angegeben wird, wird er ignoriert.
- Die Songs müssen bereits im Programm von Durchgehört gespielt werden. Neuvorstellungen werden von Durchgehört selbst gewählt. Falls euch etwas im Programm fehlt, könnt ihr dies über die Wunschbox ins Programm einbringen, solange die Bands nicht auf der internen Sperrliste stehen oder die Lieder nicht jugendfrei sind. Danach können sie auch für die Charts vorgeschlagen werden.
- Songs, die es nur als Youtube Video gibt, exklusiv zu einem Streamingdienst gehören usw. werden nicht ins Voting aufgenommen.
- Wird für eine Band kein neuer Song vorgeschlagen, kann die Songauswahl für das anstehende Voting von Durchgehört getroffen werden und kann im Folgemonat wieder durch Vorschläge verändert werden.
Sollten Vorschläge nicht aufgenommen werden, waren sie entweder gegen die genannten Regeln, es sind von der gleichen Band auch andere Lieder genannt worden, die Liste war schon voll oder sie sind von Durchgehört als unpassend eingestuft worden (FSK Freigabe, politisch nicht vertretbar usw.).
Die Band der letzten Charts und auch die nicht veränderbaren Neuvorstellungen findet ihr > Hier <
Also ran an die Tasten und neue Vorschläge machen.
- Tommy -
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[Mittelalter / Mittelalterrock] Vermaledeyt - Heimkehr (2024) |
Geschrieben von: Tommy2Rock - 31.10.2024, 08:10 - Forum: Musik
- Keine Antworten
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![[Bild: vermaledeytheimkehr.jpg]](https://durchgehoert.de/images/reviews/vermaledeytheimkehr.jpg)
Release: 15. November 2024
Physikalischer Vertrieb: HOFA media
Tracklist:
01. Heimkehr
02. Tri Martolod
03. Vem kan segla
04. Mirie it is
05. Tanz mit dem Tod
06. Fear a' Bhàta
Nach zehnjähriger Pause melden sich Vermaledeyt mit "Heimkehr" zurück und feiern am 14. Dezember 2024 ihre Reunion mit einem Konzert im Kaminwerk Memmingen. Wie es sich anfühlt, nach so einer langen Pause wieder zurück zu sein, beschreiben Vermaledeyt selbst am besten. "Diese "Heimkehr" bedeutet uns sehr viel - wieder als Musiker auf der Bühne zu stehen, wieder ein Teil der Mittelalterszene zu sein; das hat uns in den vergangenen Jahren wirklich gefehlt. Denn: Einmal ein Spielmann, immer ein Spielmann".
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Reunion Konzert Tickets
Vermaledeyt sind:
CD:
Vivianne von der Saar: Gesang, Cello, Nyckelharpa & Harfe
Johann Lästerzunge: Gesang, Bouzouki & E-Gitarre
Basileus von Berg: Sackpfeifen, Schalmeien, Flöten, Gitarre, E-Bass, Uilleann Pipes & Background-Gesang
Arras Schelter: Dudelsack
Thomas Galgenvogel: Dudelsack
Jean der Franzose: Percussion & Drehleier
Simon Donnerschlag: Schlagzeug
Live:
Vivianne von der Saar: Gesang, Cello
Johann Lästerzunge: Gesang, Bouzouki
Basileus von Berg: Dudelsäcke, Schalmeien, Flöten, Gitarre, Background Gesang
Arras Schelter: Dudelsäcke, Schalmeien, Flöte
Thomas Galgenvogel: Dudelsack
Max Schlagsaite: E-Gitarre
Jean der Franzose: Schlagzeug, Percussion
Nach zehn Jahren Pause haben Vermaledeyt nicht nur ihre Reunion der Band angekündigt, sondern auch neue Musik. Am 15. November 2024 wird die neue EP "Heimkehr" veröffentlicht, die in diesem Zusammenhang wohl keinen besseren Namen hätte bekommen können. Los geht es mit "Wieder vereint", einem flotten Mittelalterrocksong. Auffällig ist dort sofort die E-Gitarre, die im Studio von Johann Lästerzunge eingespielt worden ist. Live wird es das neue Mitglied Max Schlagsaite übernehmen. Der Text ist sowohl ein Blick zurück, als auch in die Zukunft. "Tri Martolod"ist ein bekanntes bretonisches Volkslied, das schon von vielen anderen Künstler:innen und Bands wie Leonea, Tri Yann, Nolwenn Leroy und Santiano aufgenommen worden ist. Trotz dieser Tatsache klingt die Version des Liedes alles andere als angestaubt. Schon der Anfang, bei dem die Melodie von Jean auf der Drehleier gespielt wird, klingt fantastisch. Während Vivianne als Leadstimme, begleitet vom männlichen Chor, die Hörer:innen verzaubert, baut sich die Melodie immer weiter auf, bis am Ende auch die Dudelsäcke erklingen. Wer Vermaledeyt schon vor der Pause begleitet hat, wird hier den nahtlosen Übergang zwischen den älteren Alben und der EP erkennen. Schon da haben Vermaledeyt jedem traditionellen Lied ihren eigenen Stil verpasst. Ruhiger wird es dann mit "Vem kan segla", ein schwedisches Volkslied mit dem Originaltitel "Vem kan segla förutan vind?". Cello und Nyckelharpa sind die im Vordergrund stehenden melodietragenden Instrumente dieses Stückes und geben dem Lied eine wehmütige und gleichzeitig sehr schöne Atmosphäre. Vivianne und Johann ergänzen sich wie schon früher hervorragend. Der betrunkene Seemannschor zum Ende des Liedes wurde sehr authentisch um drei Uhr morgens und unter dem Einfluss von Alkohol aufgenommen.
"Mirie it is" das oft unter dem Namen "Mirie it is while summer ilast" gespielt wird, ist ein mittelenglisches Lied aus dem 13. Jahrhundert. Die Sehnsucht nach wärmeren Tagen wird besungen, während die kältere Jahreszeit immer näher rückt. Die Umsetzung des Liedes erinnert vom Stil her sehr an die "Relikt" Zeiten der Band, was durchweg positiv gemeint ist, da "Relikt" von vielen als das bis dato beste Vermaledeyt Album angesehen wird. Während man vom Text her ein eher schwermütiges Lied erwarten könnte, haben Vermaledeyt eine sehr tanzbare Mittelalterversion daraus gemacht. Mitsingen könnte aufgrund der altenglischen Sprache etwas schwierig werden, zum Glück finden sich aber auch genug Beispiele für die Aussprache im Internet, so dass man für Konzerte vorab üben kann. Einen anderen Weg gehen Vermaledeyt bei "Tanz mit dem Tod", denn dort kombinieren sie ein eigenes Lied mit der bekannten Melodie des "Saltatio Mortis" - dem Totentanz. Johann erzählt singend die Geschichte vom schwarzen Tod und einem Pfeifer, der in einer Taverne Schutz sucht und den "Tanz mit dem Tod" spielt. Nach einer durchzechten Nacht wird er für tot gehalten und ins Pestgrab gebracht, wo er aufwacht und erneut die Melodie spielt, erleichtert von der Tatsache, nicht lebendig begraben worden zu sein. Während die Strophen sehr ruhig sind, wird der "Saltatio Mortis" als Intermezzo fulminant mit Säcken, Schlagwerk und Drehleier eingespielt. Die E-Gitarre dürfte hier ruhig mehr als nur einleitendes Instrument des Intermezzos sein, denn es würde dem Ganzen noch etwas mehr Kontrast zu den Strophen geben. Zur letzten Strophe gibt es dann noch passend zur besungenen Messe ein paar Orgelklänge, die den Gesang begleiten. Den zu frühen Abschluss - über irgendwas muss man als Kritiker Kritik äußern - macht dann "Fear a' Bhàta", ein schottisch-gälisches Lied aus dem 18. Jahrhundert. Das Lied handelt von der trauernden Frau eines Seemanns, der von einer Seefahrt nicht heimgekehrt ist. Viviannes Aussprache ist im Vergleich mit anderen Versionen sehr gut und sie bringt das Gefühl des Liedes sehr authentisch rüber. Das Lied ist das erste Lied von Vermaledeyt, das komplett ohne Percussion aufgenommen worden ist. Die Uilleann Pipe, die in "Fear a' Bhàta" zum ersten Mal bei Vermaldeyt zu hören ist, wird in Zukunft hoffentlich öfter bei Balladen zum Einsatz kommen.
Damit die "Heimkehr" ein Erfolg wird, haben sich Vermaledeyt keinen geringeren als Simon Michael (Subway to Sally) an Bord geholt, der die Lieder in den Great Hall Music Studios abgemischt hat. Das Mastering erfolgte durch Christoph Beyerlein im Seperate Sound Studio. Beide haben sehr gute Arbeit geleistet, denn die Aufnahmen klingen hervorragend. Das zum Thema Heimkehr sehr passende Artwork der EP stammt von Fabian Leiße.
Mein Fazit: Dass Vermaledeyt zehn Jahre lang pausiert haben, möchte man beim Anhören der EP gar nicht glauben. Die Freude wieder Musik zu machen ist jedem Lied anzuhören und die Vielseitigkeit, mit der sich die Band auf "Heimkehr" präsentiert, ist erstaunlich. Wie man es von Vermaledeyt kennt, wechseln sich eigene Stücke mit traditionellen Liedern ab, wobei jedes Lied eine persönliche Note verabreicht bekommt. Der typische Vermaledeyt Sound der vergangenen Alben ist für Fans sofort hörbar und man hat das Gefühl nach Hause zu kommen, da die Band durch ihre Pause eine große Lücke in der Mittelalterszene hinterlassen hat, die sie nun selbst wieder füllen. "Heimkehr" ist aber nicht nur eine Rückkehr zu bekannten Klängen. Die E-Gitarre bringt frischen Wind in den Sound und darf gern noch etwas präsenter werden. Da es sich um eine EP und keinen Longplayer handelt, sind die knapp 24 Minuten Spielzeit verständlich, gefühlt aber viel zu kurz. Allerdings haben andere Bands auch schon Alben veröffentlicht, die nur gering über diese Dauer hinaus gingen. Ich bin mir sicher, dass Vermaledeyt mit "Heimkehr" ältere Fans begeistern und noch eine Menge neuer Fans dazu bekommen werden. Wer vor dem Release am 15. November hineinhören möchte, hat mit "Wieder vereint", "Vem kan segla", "Tri Martolod" und "Fear a' Bhàta" schon vier Songs zur Auswahl, die überall gestreamt werden können. Von mir gibt es eine klare Kaufempfehlung für alle Musikliebhaber, die in der Mittelalterszene unterwegs sind, am besten bei einem Livetermin direkt bei der Band selbst.
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